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Wurzel wächst zehn Meter unters Haus

Malente Wurzel wächst zehn Meter unters Haus

Schuld sind die Platanen — Anlieger der Malenter Bismarckstraße fordern seit 20 Jahren, dass sie gefällt werden.

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An der Außenwand des Hauses ist noch eine offene Baugrube. Deutlich ist die gekappte Wurzel zu sehen, die sich rechts unter die Mauer gebohrt hat.

Malente. „So etwas habe ich noch nicht gesehen.“ Timo Dose, Eigentümer des Bauunternehmens Dose + Sohn aus Malente, staunt immer noch. Gerade hat seine Firma bei Irene und Hans-Joachim Kirste den Fußboden im Flur aufgestemmt, um eine Platanenwurzel zu beseitigen. Sie war von der Bismarckstraße aus zehn Meter weit unter dem Haus entlang gewachsen und dort zu einer Dicke von „doppelter Faustgröße“ angeschwollen, wie es Dose formulierte.

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An der Außenwand des Hauses ist noch eine offene Baugrube. Deutlich ist die gekappte Wurzel zu sehen, die sich rechts unter die Mauer gebohrt hat.

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Mit diesem Schaden, dessen Reparatur die Kirstes 4700 Euro kostete, liegt das Thema Platanen in Malente wieder auf dem Tisch. Seit 1994 kämpfen die Anlieger der Bismarckstraße darum, dass die 29 ungeliebten, mittlerweile 30 Jahre alten Bäume gefällt werden. Zu groß seien die Schäden, die die wuchernden Wurzeln an Abwasserrohren und Leitungen anrichteten, argumentieren die Hausbesitzer, die sich in einer Initiative der platanengeschädigten Bürger in der Bismarckstraße zusammengetan haben. „Es ist noch nicht zutage gekommen, wer schon wie viel bezahlt hat“, sagt deren Sprecher Ingo Wagner.

Bei den Kirstes hatte sich eine Wurzel vom nächsten Straßenbaum aus durch den Garten, an den Abwasserrohren entlang und zehn Meter weit unter das kellerlose Haus vorgeschoben. Die Firma Dose musste den Estrich und die Betonsohle im Flur aufnehmen, um den Schaden beseitigen zu können. „Das war eine sehr große Reparatur“, sagt Timo Dose. „Irgendetwas muss hier passieren“, fordert Hans-Joachim Kirste jetzt. Wie seine ebenfalls bereits von Platanenschäden gebeutelten Nachbarn fordert er, die Bäume endlich zu fällen. „Wir waren sogar bereit, für Neuanpflanzungen etwas zu zahlen.“

Doch die Gemeinde und die Untere Naturschutzbehörde des Kreises haben es stets abgelehnt, die Platanen fällen zu lassen. Beide beriefen sich darauf, dass die Bäume eine geschützte Allee darstellen und gesund seien. 2011 hatte der Planungsausschuss der Gemeinde mit großer Mehrheit beschlossen, dass die Platanen stehenbleiben sollten, aber ihnen ein Pflegeschnitt verpasst werden solle. Den hat es auch gegeben. „Seitdem sind die Bäume wesentlich kräftiger geworden“, hat Wagner beobachtet.

Er verweist darauf, dass sich Energieversorger und der für die Abwasserbeseitigung zuständige Zweckverband Ostholstein des Problems annähmen. Auf LN-Anfrage teilte Christine Pinnow von der Hansewerk AG (vormals E.on) mit: „Wir beobachten dort kein erhöhtes Störungsaufkommen.“ Allerdings habe es am 30. November ein Problem vor dem Haus der Kirstes gegeben. Pinnow: „Uns ist die Situation in Malente bekannt und wir sind deswegen im Gespräch mit der Gemeinde und der Unteren Naturschutzbehörde.“ Die Gasleitung sei zuletzt 2014 auf Lecks untersucht worden und werde turnusmäßig im Sommer 2016 erneut überprüft, „abgespürt“, wie es im Fachjargon heißt. Wegen des Schadens Ende November habe das Unternehmen einen Gutachter beauftragt, der die Bismarckstraße am 29. Dezember begehen werde.

„Das Gutachten geht dann an die Gemeinde und die Untere Naturschutzbehörde. Außerdem werden wir die Gasleitung — sobald die Böden trocken genug sind — kurzfristig außer Plan abspüren“, teilte Pinnow weiter mit. Nicole Buschermöhle vom ZVO sagte, an den Abwasserleitungen in der Straße habe es bisher keine Schäden gegeben. „Für das, was auf den Grundstücken liegt, sind die Hauseigentümer zuständig.“

Nach dem Schaden bei den Kirstes will Wagner das Thema Platanen erneut in die politischen Gremien einbringen. „Wir werden weiter Druck machen“, kündigte er an.

„Seit dem Beschnitt sind die Bäume wesentlich kräftiger geworden.“
Ingo Wagner, Sprecher der Anwohner

Susanne Peyronnet

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