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Ostholstein Die Meister der Müllabfuhr
Lokales Ostholstein Die Meister der Müllabfuhr
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19:03 27.11.2018
Bei der ZVO Entsorgung GmbH organisieren die Einsatzleiter Sven Kantel (l.) und Michael Schiewe die Touren der Müllautos.. Quelle: Peyronnet
Neustadt

Der Regenbogen ist da. Er spannt sich nicht übers Land, sondern steckt in den Postkästen der Ostholsteiner. Der „Regenbogen“ ist das Kundenmagazin der ZVO-Unternehmensgruppe. Das Heft des Zweckverbands Ostholstein erscheint zwei Mal im Jahr und enthält jetzt, im Herbst, den Abfallkalender 2019. Ein ganz wichtiges Heft für alle Einwohner des Kreises. Wer sich stattdessen lieber digital orientiert, wird ebenfalls bedient. Es gibt die individuellen Abfuhrtermine online, wenn auch noch nicht synchronisierbar mit anderen Online-Kalendern. „Daran arbeiten wir noch“, sagt ZVO-Sprecherin Nicole Buschermöhle.

1,5 Millionen Kilometer pro Jahr

Viel gearbeitet haben die Einsatzleiter der ZVO-Entsorgung GmbH Sven Kantel und Michael Schiewe und ihre Kollegen. Ihre Aufgabe ist es, 55 Müllfahrzeuge übers Jahr über 1,5 Millionen gefahrene Kilometer zu steuern, sodass in den Orten aller 60 ZVO-Mitgliedsgemeinden die Mülltonnen geleert werden. Das alles innerhalb der Arbeitszeit von 39 Stunden pro Woche für die 177 Mitarbeiter. Und dann noch so, dass möglichst jeder Müllwagen gut ausgelastet ist, keiner zu leer, keiner zu voll, und dass An- und Abfahrt mit eingerechnet sind. Von Neustadt nach Fehmarn und zurück – das ist schon eine ordentliche Strecke und kostet Zeit.

Abfall von 217 500 Menschen

153 700 Abfalltonnen hat der ZVO bei seinen Kunden in Ostholstein stehen. Davon sind 71 700 für Restabfall bestimmt, 28 000 für Bioabfall und 54 000 für Papier.

14 800 Betriebe jeglicher Größenordnung sind Kunden der gewerblichen Abfallentsorgung.

2400 sogenannte Depotcontainer kommen noch hinzu. 1737 sammeln Altpapier, 660 Altglas.

115 500 Tonnen Müll werden pro Jahr gesammelt. Davon wandern 59 200 Tonnen in die Müllverbrennung, der Rest wird recycelt.

Es sind also viele, viele Faktoren, die bedacht sein wollen. Immerhin muss Kantel das Rad nicht jedes Jahr neu erfinden. Er baut auf der Topografie und dem Behälterbestand des Vorjahres auf und ordnet den Touren die Mülllaster zu. Dennoch gibt es jedes Jahr Veränderungen, müssen etwa 20 Prozent des Abfallkalenders im Vergleich zum Vorjahr verändert werden. Etwa, weil Neubaugebiete hinzukommen – gar nicht so selten in Ostholstein – oder Feiertage. Zwar sind die üblichen von Ostern bis Weihnachten im Kalender enthalten, der in diesem Jahr neue Reformationstag musste jedoch nachgetragen werden.

Im Sommer mehr Müll

Noch etwas anderes spielt eine Rolle: In einem Tourismuskreis wie Ostholstein ist die Menge an Müll je nach Jahreszeit sehr unterschiedlich, etwa auf Fehmarn. Dann müssen da im Sommer mehr Mülllaster hin, um die Menge abzufahren. Neben den Hausmülltonnen koordinieren Kantel, Schwiewe und ihre Kollegen noch die übrigen Abfuhren, sei es Gewerbeabfall oder Bauschutt. „Wir haben knapp 1000 Groß-Container dauerhaft im Umlauf“, sagt Kantel.

In Ostholstein gibt es noch eine Besonderheit im Vergleich zu anderen Kreisen. Hier werden alle Tonnen und gelben Säcke am selben Tag abgeholt und nicht, wie andernorts üblich, der Restmüll am Dienstag, der gelbe Sack am Mittwoch und die braune Tonne am Donnerstag. Das macht den Kunden weniger Arbeit. „Für uns ist es ein kleiner Nachteil“, sagt Schiewe. Das sei aber keiner, der ins Gewicht falle.

Viel mehr Kopfschmerzen bereitet den Männern und der ZVO Entsorgung GmbH der Fachkräftemangel. „Es gibt Bewerbungen, wir stellen laufend ein“, berichtet Kantel. Der Zweckverband will auch Fahrer ausbilden, Mitarbeitern zum Führerschein Klasse C (Lastwagen) verhelfen. „Wir arbeiten gerade daran“, sagt der Fahrdienstleister Kantel. Das sei mittlerweile auch nötig, ergänzt Buschermöhle. „Früher haben wir davon profitiert, dass die Männer bei der Bundeswehr waren.“

Abfall-Kalender analog und digital

Sind am Ende Tonnen, Laster, Männer, Straßen und Strecken in Einklang gebracht, ist der Abfallkalender fertig. Auf der Webseite des ZVO ist er laut Buschermöhle „All time favorite“, also mit 5000 Abfragen pro Monat die beliebteste Seite. Wer sie aufruft – auch mobil – erhält nach Eingabe der Straße sofort die nächsten Abfuhrtermine genannt. Hübsch aufbereitet mit kleinen Piktogrammen von braunen, schwarzen und blauen Tonnen und gelben Säcken. Der Kalender kann ausgedruckt oder heruntergeladen werden. Wer den Abfuhrkalender im „Regenbogen“ nutzt, hat es mit Kennzahlen auf roten und schwarzen Punkten zu tun. Allein vier eng bedruckte Seiten nimmt das Orts- und Straßenverzeichnis ein, in dem jeder seine Kennzahl findet.

Beispiele für individualisierte Online-Abfuhrtermine:

Screenshot vom individuellen Abfallkalender für Altenkrempe. Quelle: Screenshot
Screenshot vom individuellen Abfallkalender für Hassendorf. Quelle: Screenthot

Susanne Peyronnet

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