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Ostholstein ZVO feiert Geburtstag – und ganz Ostholstein wird eingeladen
Lokales Ostholstein ZVO feiert Geburtstag – und ganz Ostholstein wird eingeladen
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23:28 22.01.2017
Kanalbau 1965 in Sierksdorf. In 60 Gemeinden und Städten in den Kreisen Ostholstein, Plön und Segeberg ist der ZVO heute Ver- und Entsorger.

Der Tourismus gab den Anstoß: Weil die Badeorte an der Lübecker Bucht immer mehr Gäste anlockten, wurden die hygienische Beseitigung der Abwässer und ausreichend sprudelndes Frischwasser immer wichtiger. Es war die Geburtsstunde des Zweckverbandes Ostholstein (ZVO). Am 5. Mai 1927 gründeten die Ortsgenossenschaften Timmendorf, Niendorf, Scharbeutz und Haffkrug den gemeinsamen Ver- und Entsorger. Mit offenen Türen und Toren will der ZVO von Mai bis Juli den 90. Geburtstag mit den Ostholsteinern feiern.

Zum 90-jährigen Jubiläum öffnet der Zweckverband seine Anlagen und Werke.

Großer Festakt? Verbandsvorsteherin Gesine Strohmeyer winkt ab. „Für wen sind wir da? Für unsere Kunden.“ Für die sei es sicherlich interessant, mal hinter die Kulissen schauen zu können. Verteilt auf mehrere Termine im Frühjahr und Frühsommer wird der ZVO in die Kläranlagen Ratekau und Lütjenbrode, ins Wasserwerk Timmendorfer Strand oder auf den Wasserturm Ahrensbök einladen. Auch das Müllheizkraftwerk in Neustadt oder der Recyclinghof Bad Schwartau werden ihre Pforten für Besucher öffnen. Geplant sind Führungen unterschiedlicher Art, dazu spezielle Angebote an Schulen. Angedacht ist auch ein Jubiläumsheft mit vielen historischen Fotos aus der Verbandsgeschichte. Der ZVO mit seinen rund 450 Mitarbeitern und Auszubildenden will zeigen, was er für die Daseinsvorsorge der Region leistet, und sich gleichzeitig als attraktiver Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb präsentieren.

Strohmeyer gibt zu verstehen, dass es bei Image und Kundenzufriedenheit noch Luft nach oben gibt. „Wir werden nie jeden Wunsch erfüllen können. Aber wir wollen noch stärker die Wünsche unserer Kunden erfahren und aufnehmen.“ Die ZVO-Chefin hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: „Mein ZVO“ sollen die Ostholsteiner in zehn Jahren sagen, wenn das 100-jährige Jubiläum ansteht. Ob Abfall oder Entwässerung, Energie, Wasser oder schnelles Internet – die Menschen sollen mit dem ZVO eine maßgeschneiderte, solidarische Daseinsvorsorge für Ostholstein verbinden.

Die komplette Rekommunalisierung, so Strohmeyer, eröffne neue Chancen. Der ZVO ist jetzt wieder Herr im eigenen Haus. Im Sommer hatte der Verband von den Stadtwerken Kiel die Geschäftsanteile an der Energie-Tochter zurückgekauft. 49,9 Prozent hatten die Kieler bis dahin an dem Gas- und Trinkwasserversorger gehalten. Im Dezember wurde dann auch ein Schlussstrich unter die 2004 erfolgte Teilprivatisierung der Abfallentsorgung gezogen. Der ZVO kaufte den damals ins Boot geholten privaten Müllentsorgern die Anteile von 49,9 Prozent an der Entsorgungstochter wieder ab.

Zum Kaufpreis, der auf einer externen Unternehmensbewertung beruhe, dürfe sie keine Angaben machen, sagt Strohmeyer. Die Summe liege aber deutlich unter dem, was manche meinten. „Man sollte da keine übertriebenen Vorstellungen haben“, sagt Strohmeyer und betont, für die Gebührenzahler bedeute dies keine Mehrbelastung. Denn in die Gebührenkalkulation dürften diese Aufwendungen nicht einfließen.

War die Privatisierung ein Fehler? „Diese Frage ist woanders zu beantworten“, meint Strohmeyer, die 2015 den Job beim ZVO angetreten hatte. Sie ist überzeugt, dass man damals Gutes wollte, aber nicht alles voraussehen konnte.

Die Verbandschefin schaut lieber nach vorn. Nach den Rückkäufen sei das Fundament gelegt, das Potenzial des kommunalen Unternehmens wieder stärker zu nutzen. „Wir tragen jetzt die ganze Verantwortung. Das ist gut, bedeutet aber eine große Herausforderung“. Auch dazu soll das Geburtstagsjahr genutzt werden – einen neuen ZVO zu formen.

 Arnold Petersen

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