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Ostholstein Zeit des Zauberfeengartens läuft Ende des Jahres ab
Lokales Ostholstein Zeit des Zauberfeengartens läuft Ende des Jahres ab
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21:10 27.06.2013
Von Ulrike Benthien
Tina Benz mit Hahn Luigi in ihrem Zauberfeengarten vor dem Gärtnerhaus — an einem uralten Weinstock. Quelle: Fotos: Benthien
Eutin

„Es ist ein schöner Abschluss. Das hat der Garten auch verdient“, findet Tina Benz. Das Magazin „Meine GartenIdee“ widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe dem unter ihren Händen entstandenen Zauberfeengarten im Eutiner Küchengarten. „Wildromantisch“ und „märchenhaft“ nennt die Autorin das von der Mezzosopranistin und Gartengestalterin geschaffene Areal, der Fotograf hat viele Details wunderschön eingefangen. Dem Zauber des rund 2500 Quadratmeter großen Gartens sind auch viele Besucher verfallen, die betrübt sind, dass es ihn im kommenden Jahr nicht mehr geben soll. Ab Frühjahr 2014 wird der mit einer Backsteinmauer eingefasste ehemalige Küchengarten mitten im Eutiner Schlossgarten revitalisiert, zu seinen Anfängen zurückgeführt (siehe Infotext). Bis dahin muss Tina Benz das Gärtnerhaus und ihren Zauberfeengarten verlassen haben.

„Ich wusste es von Anfang an, habe aber insgeheim gehofft, dass sich die Entscheidungsträger überzeugen lassen“, sagt sie. Mittlerweile habe sie sich mit dem Gedanken an einen bevorstehenden Umzug abgefunden, allerdings suche sie noch nach einem geeigneten Ort für einen neuen Zauberfeengarten. Er müsste einige Voraussetzungen erfüllen: viel Platz für Bäume, Sträucher, Blumen und Fundsachen, Wohnraum für Tina Benz und ihren Lebensgefährten, Auslauf für Hund Julius, drei Katzen, 28 Hähne und zwölf Hennen. Am liebsten wäre es der Sängerin, die schon als Jugendliche mit Begeisterung „im Garten ‘rumgepütschert“ hat, wenn das Grundstück noch etwas größer wäre als das jetzt von ihr gepflegte und sie noch mehr Tiere halten könnte: „Ziegen, Schafe, am liebsten auch noch einen Pfau!“ Ideal wäre für sie ein Umzug im Herbst. Dann müssten ihre Pflanzen nicht in Bottichen geparkt, sondern könnten gleich umgesetzt werden.

„Ich werde den Zauberfeengarten irgendwo wieder aufbauen, habe meine Fühler schon weit ausgestreckt“, sagt die 49-Jährige optimistisch. Den Begriff Zauberfeengarten — vor Jahren aus einem Kosenamen entstanden — hat sie mittlerweile beim Patentamt angemeldet.

Was hat dieser Garten an sich, dass viele Besucher sein Ende nicht einfach hinnehmen wollen? „Er ist so etwas Besonderes, natürlich gewachsen und nur behutsam gestaltet, einzigartig“, sagt Birte Graszt (45) aus Eutin. Einen „Kraftort“ nennt sie ihn und hofft, „dass es noch nicht zu spät ist“ und sich die Stiftung Schloss Eutin dazu bewegen lässt, diese eine Ecke des Küchengartens so zu belassen. „Er ist einfach schön, ein Kleinod. Er muss erhalten bleiben, “, wünscht sich auch Inka Meyer (59) aus Eutin sehnlichst.

In der LN-Redaktion sind etliche Anrufe und auch Mails von Fürsprechern eingegangen. „Wo findet man noch ein so liebevoll angelegtes Stück Ruhe? Versuchen Sie alles, es zu erhalten“, schrieb Barbara Mädler aus Leverkusen, die häufig nach Eutin kommt, auch an die Stadtverwaltung. Tina Benz ist von diesen Reaktionen überrascht. „Ich werde jetzt täglich angesprochen.“

Zurück zu den Ursprüngen
Der Küchengarten, unter der Herrschaft Herzogs Peter Friedrich Ludwig (1785-1829) angelegt, liegt inmitten des Englischen Gartens. Auf einer Fläche von 1,8 Hektar wurden hier Obst- und Gemüsesorten für die Eutiner Hofküche angebaut. Auf dem Gelände entstanden im späten 18. und im 19. Jahrhundert verschiedene Gebäude, unter anderem die heute noch existierende Orangerie und das Neuholländerhaus samt Glashaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Küchengarten verpachtet und bis in die 1990er-Jahre als Gärtnerei fortgeführt.


Für insgesamt 3,2 Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren der Schlossgarten instand gesetzt und der Küchengarten revitalisiert werden. Dafür hat die Stiftung Schloss Eutin Mittel bei der EU, beim Land und bei der Stadt Eutin beantragt. Der Bund bewilligte Anfang Juni bereits 300 000 Euro aus einem Denkmalpflege-Sonderprogramm.

Ulrike Benthien

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