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Ostholstein Zeitdruck wächst: Schwierige Immobiliensuche für den TSF
Lokales Ostholstein Zeitdruck wächst: Schwierige Immobiliensuche für den TSF
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20:54 26.01.2017
Denkmalgeschützt, aber ziemlich heruntergekommen: Kann der TSF mit Fördergeldern das ehemalige „Haus des Gastes“ reaktivieren?

Für Fehmarns Tourismusdirektor Oliver Behncke wird es ein Kraftakt. Er muss bis 2018 nicht nur ein neues Festivalgelände suchen, sondern auch Alternativen zu den Anlaufpunkten des Tourismus-Service Fehmarn (TSF). Denn die bisherigen Räume platzen aus allen Nähten. Und sie gelten längst nicht mehr als urlauberfreundlich.

Gesucht: Neuer Anlaufpunkt für die Tourist-Info und ein Veranstaltungsraum.

Ein erster Versuch ist Ende 2015 kläglich gescheitert. TSF und Stadtverwaltung versuchten damals in der Bahnhofstraße eine barrierefreie Kompaktlösung für Bauamt, Stadtwerke und TSF durchzusetzen.

Doch die Kommunalpolitik stellte sich quer. 3,8 Millionen Euro für Erwerb des „Mopsy“-Areals, Abriss der gastronomisch genutzten Gebäude und Neubau war der Mehrheit der Stadtvertreter zu teuer.

Inzwischen ist die Kultkneipe laut Bürgermeister Jörg Weber (SPD) verkauft.

Doch der Zeitdruck wächst. Erstens: Der Mietvertrag für die Tourismus-Info vor den Toren Burgs läuft Ende 2017 aus. Versteckt zwischen Grenzhandel, Dinosauriern und Soccergolf, aber auch Schmetterlingspark und McDonald‘s gilt sie ohnehin nicht als glückliche Lösung: Die meisten Urlauber fahren erst einmal dran vorbei. Und zweitens steht auch der sehr beengte Hauptanlaufpunkt der Tourismus- Information an der Südstrandpromenade oft in der Kritik. Sommertags müssen sich die Urlauber erst einmal durch die verstopfte Burger Innenstadt quälen, bis sie – oft genervt – in Burgtiefe ankommen. Schon erwartet sie das nächste Ärgernis: Parkuhren, die mit Euro gefüttert werden müssen. Dabei wollen sich viele einfach nur informieren.

„Wir suchen eine Filiale im Innenstadtbereich“, bestätigt Behncke den LN. Er weiß, dass es kaum Chancen für eine Top-Anlaufstelle in der Breiten Straße oder Am Markt gibt. In der Bahnhofstraße und in der Süderstraße prüft Behncke mehrere Alternativen. Erst wenn dieser Standort sicher ist, gewinnt der TSF Klarheit darüber, wie die Immobiliensuche in Burgtiefe weitergeht. Behncke: „Es wird aber immer direkt am Südstrand einen Anlaufpunkt geben.“

Doch es gibt dort noch eine weiter Baustelle. Der TSF sucht einen eigenen neuen Veranstaltungsraum. Dis bisherige Lösung mit dem Charme der 70er-Jahre ist alles andere als optimal. Wenn alle zusammenrücken, finden hier maximal 100 Besucher Platz.

Kein Wunder, dass Behncke das ehemalige „Haus des Gastes“ im Auge hat. Das denkmalgeschützte, aber ziemlich heruntergekommene Bauwerk des dänischen Architekten Arne Jacobsen gehört den holländischen Hotel-Investoren. Doch die haben inzwischen kein Interesse mehr daran.

Behncke: „Es wäre eine Alternative für uns, aber nur, wenn wir mit Fördergeldern rechnen können.“ Die Chance ist realistisch. Denn Fehmarn darf mit einem Millionensegen aus Mitteln des Fördertopfes „Städtebaulicher Denkmalschutz“ für die „Arne-Jacobsen-Siedlung“ rechnen. Gefragt ist aber erst einmal die Politik, denn die Stadt müsste einen Eigenanteil tragen.

Im Saal des „Haus des Gastes“ fanden früher Veranstaltungen mit bis zu 200 Besuchern statt. Parallel dazu blickt Behncke aber auch auf das Projekt „Fehmarn Hotel Resort“. Denn dort sind Tagungsräume für größere Events geplant.

 Gerd-J. Schwennsen

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