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Ostholstein Viele Ideen für Malente 2030
Lokales Ostholstein Viele Ideen für Malente 2030
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17:02 08.11.2018
Projektkoordinatorin Birgit Boller, Andreas Kiefer (BIG-Städtebau), Bürgermeisterin Tanja Rönck und Stephan Kathke (EBP) diskutieren gut gelaunt die ersten Ergebnisse aus dem ersten Zentrumsforum für Malente 2030. Quelle: Dirk Schneider
Malente

 Im Rückblick wirkt ein Jahrzehnt oft als überschaubarer Zeitraum. 2030 scheint hingegen in ferner Zukunft zu liegen. Das erste Malenter Zentrumsforum gab Denkanstöße für die Weiterentwicklung der Gemeinde.

Die Bürgerbeteilung, die zu den vorbereitenden Untersuchungen für die Erstellung eines Integrierten Entwicklungskonzeptes für das Malenter Ortszentrum gehört, lockte 80 Besucher in den Kursaal. Viele Malenter benannten zunächst die wichtigsten Brennpunkte, die dringend verändert und verbessert werden sollten. „Zu den negativen Hotspots zählen eindeutig der Bahnhof, das Haus des Kurgasts, der Brahmberg, der Lenter Platz, das Deutsche Haus und das Intermar“, fasste Stephan Kathke, Geschäftsbereichsleiter des Stadt- und Regionalberatungsunternehmens EBP, die ersten Ergebnisse des Abends zusammen.

Eine Karte mit roten und grünen Punkten verdeutlichte diesen Eindruck. So waren die genannten Problemzonen von den aktiven Teilnehmern des Forums vielfach rot markiert worden. Grün leuchteten hingegen der Kurpark, die Diekseepromenade, die Maria-Magdalenen-Kirche, die Grundschule und der Sky-Rewe-Markt – hier sahen die Bürger gute Ausgangssituationen oder zumindest positive Veränderungen.

Bummelqualität statt Schwerlastverkehr

„Für das Bahnhofsgebäude wünschen sich die meisten der heutigen Gesprächspartner eine öffentliche Nutzung“, erläuterte Bürgermeisterin Tanja Rönck (parteilos) ins Detail. Die genannten Wünsche reichten von der Reaktivierung des alten Angebots über die Schaffung eines gemeindlichen Treffpunkts bis zur Ansiedlung neuer gastronomischer Angebote und Dienstleistungen. Auch das gesamte Umfelds sollte umgestaltet werden. „Die Stichworte waren hier barrierefreie Zugänge zu Bus und Bahn sowie vor allem allgemeine Attraktivitätssteigerungen“, sagte Rönck.

Die letzte Forderung ziehe sich wie ein roter Faden durch die Innenstadt, erläuterte Kathke. So forderten viele eine „Bummelqualität“ für Fußgänger in der Bahnhofstraße. Vor allem kleine Cafés sollten mehr Möglichkeiten bekommen, attraktive Außenplätze zu schaffen. Auf Kritik stieß dabei die mangelhafte, weil schlecht erkennbare Trennung zwischen Bürgersteig und Radweg. „Die bestehende Situation ist dem heutigen Standard nicht mehr angepasst“, bewertete Andreas Kiefer von der BIG-Städtebau den Status quo. Auch für den Lenter Platz, der teilweise gute Noten bekam, sei oft eine weitere Verbesserung der Optik und der Aufenthaltsqualität ins Gespräch gebracht worden.

Zweites Zukunftsforum im Mai 2019 geplant

Weitere Wünsche waren die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum – hier wurden die Brachflächen auf dem Brahmberg und das Seifen-Sievers-Gelände genannt – sowie die Verbannung des Durchgangs- und insbesondere Schwerlastverkehrs aus dem innerörtlichen Bereich. „Genau dies passiert in wenigen Wochen nach dem Abriss der Schwentinebrücke in der Hindenburgallee“, sagte Rönck vorausblickend. „Wir werden live erleben, wie sich die Verkehrströme verändern.“ Die Auswirkungen des Feldversuchs werden dann auch in das Verkehrskonzept einfließen, das derzeit ausgeschrieben wird.

Zusammen mit dem Einzelhandelsgutachten solle dieses in einen Zielplan einfließen, der im kommenden halben Jahr entwickelt werde und in einem zweiten Zentrumsforum voraussichtlich im Mai 2019 zur Diskussion gestellt werde, erklärte Kathke das weitere Prozedere. Nach dessen Abstimmung könnten und sollten konkrete Projekte benannt und entwickelt werden. Diese Verfahrensschritte und -abläufe sind notwendig, um die Bedingungen für die Städtebauförderung zu erfüllen und die in Aussicht gestellten Mittel abrufen zu können.

Dirk Schneider

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