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Ostholstein Zieht die Grundschule zum Gymnasium?
Lokales Ostholstein Zieht die Grundschule zum Gymnasium?
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16:57 04.02.2016

Gemeinsamer Standort für Grundschule und Gymnasium? Eine Untersuchung der Oldenburger Schulen hat ergeben, dass die räumliche Zusammenlegung der beiden Einrichtungen für die Stadt die wirtschaftlichste Lösung wäre. Die Rektoren der betroffenen Schulen hatten sich im Vorfeld allerdings ganz klar gegen eine Fusion ausgesprochen. Einzig an der Wagrienschule stand man dieser Möglichkeit vergleichsweise offen gegenüber — in dem Fall empfiehlt das Gutachten jedoch, den aktuellen Standort beizubehalten. Auch hier sind die Gebäude indes offenbar in einem so schlechten Zustand, dass ein Neubau laut Studie sinnvoller wäre als eine Sanierung.

Im vergangenen Jahr waren alle Schulen untersucht worden. Im Rahmen der Studie wurden alle erdenklichen Varianten geprüft — von der Möglichkeit, die Gebäude instand zu setzen, bis zum Bau neuer Räumlichkeiten an anderer Stelle. Als wirtschaftlichste Lösung steht nach Angaben von Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) nun der Umzug der Grundschule am Wasserquell zum Freiherr- vom-Stein-Gymnasium im Raum — wobei die Schulen eigenständig bleiben sollen.

Einzelheiten des Gutachtens nennt der Verwaltungschef bisher nicht: Man wolle „eine öffentliche Diskussion vermeiden, bevor die internen Vorberatungen abgeschlossen“ seien. Aus diesem Grund wurden auch die Schulleiter — denen die Ergebnisse der Studie bereits in interner Runde vorgestellt wurden — angehalten, sich vorerst nicht weiter zu den neuesten Erkenntnissen zu äußern.

Die Rektoren der betroffenen Schulen hatten allerdings bereits im Vorfeld vor einer räumlichen Zusammenlegung gewarnt, weil dieser Schritt mehr Anonymität und Unübersichtlichkeit mit sich bringe.

Elke Hansen-Wohlfahrt, Leiterin der Grundschule am Wasserquell, hatte zudem betont, dass „wir unbedingt an unserem jetzigen Standort bleiben möchten“. Gerade für die ganz kleinen Schüler sei eine vertrauliche Atmosphäre wichtig (die LN berichteten).

André Bigott, Rektor des Stein- Gymnasiums, hatte sich ebenfalls gegen eine Fusion ausgesprochen. Genaueres zum Thema könne er momentan nicht sagen, verweist er auf den Wunsch des Bürgermeisters. Die Ergebnisse der Untersuchung würden jedoch „noch aus pädagogischer Sicht zu besprechen sein“, stellt er klar.

Die Stadt werde bei ihrer Entscheidung nicht nur finanzielle Kriterien berücksichtigen, versichert Verwaltungschef Voigt. Nachdem den Stadtverordneten die Ergebnisse vorgestellt wurden, würden diese nun innerhalb der politischen Fraktionen beraten. Als nächster Schritt solle das Thema in den zuständigen Gremien auch öffentlich diskutiert werden.

Einen konkreten Termin dafür gibt es bisher nicht. Er gehe jedoch davon aus, dass das Thema „zeitnah mit auf die Tagesordnung gesetzt wird“, so Voigt. Die Entscheidung „können wir nicht auf die lange Bank schieben“, betont der Bürgermeister. Nicht nur gebiete es der Zustand der Gebäude, dass etwas passiere — auch lasse sich nur schwer über Investitionen jeglicher Art befinden, bevor der grundsätzliche Fahrplan festgelegt sei. „Bis es eine endgültige Entscheidung gibt, werden wir immer wieder vor der Frage stehen, ob wir an dieser oder jener Stelle noch einmal Geld in die Hand nehmen sollten“, erläutert Voigt. Deshalb wünsche er sich, dass die Politik „so bald wie möglich“ einen Beschluss fasse — „so schnell es bei einer Entscheidung dieser Tragweite eben möglich ist“.

„Nicht nur finanzielle Kriterien sind zu berücksichtigen.“
Martin Voigt (parteilos)

Jennifer Binder

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