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Ostholstein Zoff bei den Freien Wählern: Ein Abgeordneter geht
Lokales Ostholstein Zoff bei den Freien Wählern: Ein Abgeordneter geht
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09:58 09.12.2015
Jetzt fraktionslos: Stephan Hedicke. Quelle: Neelsen

Die Freien Wähler im Kreistag von Ostholstein sind geschrumpft. Stephan Hedicke aus Grube hat die Fraktion verlassen. Er sitzt jetzt als fraktionsloser Abgeordneter im Kreistag. Damit ist die FWG-Fraktion nur noch fünfköpfig. Hedicke begründete seinen Austritt mit einer inhaltlichen Verengung der politischen Arbeit auf die Müllrebellen. „Diese Einseitigkeit ist nicht mein Ding“, sagte der ehemalige Berufssoldat den LN. Auch die Tonlage lasse manchmal zu wünschen übrig und entspreche nicht seinem Stil, so Hedicke.

FWG-Fraktionschef Malte Tech bedauerte den Austritt, gab sich jedoch gelassen. „Es ist schade, aber damit müssen wir leben.“ Im Gegensatz zu Hedicke erkennt Tech beim Blick zurück keine großen politischen Differenzen. „Inhaltlich haben wir eigentlich keine Probleme gehabt“, meinte er. Für den Fraktionschef liegen die Gründe für Hedickes Rückzug im Beschluss der Fraktion, ihre Sitzungen am Sonntag abzuhalten. Hedicke habe damit Probleme gehabt. „Aber wir haben Mehrheitsbeschlüsse“, verwies der FWG-Fraktionschef auf seine zahlreichen Verpflichtungen durch Beruf und Mandat während der Woche. Das gelte auch für andere Fraktionsmitglieder.

Hedicke räumte ein, dass ihn die Sonntagssitzungen gestört hätten. Das sei zwar mit ein Grund für seinen Rückzug aus der FWG-Fraktion, aber nicht der entscheidende. „Es ist diese Einseitigkeit seit Beginn der Wahlperiode 2013. Wenn Freie Wähler und Müllrebellen in einen Sack geworfen werden, ist das nicht mein Weg.“

Schon lange habe er sich mit diesem Kurs nicht wohlgefühlt, was er auch deutlich gemacht habe. Ebenso sei ihm die Art der Auseinandersetzung aufgestoßen. „Ich will etwas bewirken und nicht nur draufschlagen“, erklärte Hedicke, der einst von der SPD zu den Freien Wählern kam. Viel zu lange habe er seine Entscheidung hinausgeschoben. „Jetzt ist sie gefallen — und ich fühle mich wohl dabei.“

Wie es für ihn im Kreistag weitergehen soll, darüber will Hedicke nun in aller Ruhe nachdenken.

Die FWG berief ihn aus allen Positionen ab. Hedicke war für die Fraktion Mitglied im Jugendhilfeausschuss und stellvertretendes Mitglied im Sozialausschuss. Außerdem vertrat er die Freien Wähler unter anderem in der Kulturstiftung.

Als Menetekel, dass sich seine Fraktion womöglich selbst zerlegt, sieht Tech die Personalie nicht. „Besser man versteht sich, als wenn Einzelne ihren Willen durchsetzen wollen“, kommentierte der Fraktionschef die Entwicklung. Auch eine Schwächung der FWG befürchtet Tech nicht, „weil wir uns mit Anderen verbinden, zum Beispiel den Beltrettern“.

Dass Freie Wähler im Umgang miteinander nicht zimperlich sind, zeigt die neue Ausgabe des im Internet verbreiteten „OH-Telegramms“ von Martin Kienitz, oberster Müllrebell und FWG-Fraktionsmitglied.

In einem Beitrag wird ein Kreistagsabgeordneter mit dem fiktiven Namen „Wolf Karsten“ schlichtweg für doof erklärt. Tatsächlich hat Kienitz einen Fraktionskollegen aus Ahrensbök namens Carsten Wulf.

Gilt die Rempelei also ihm? „Ich fühle mich nicht angesprochen, auch wenn das vielleicht mein verfälschter Name ist“, erklärte Wulf auf Anfrage. Im übrigen lese er diese Publikation nicht. Wulf:

„Dieses Ding taugt nicht einmal zum Hering-Einpacken, weil elektronisch.“ Getrübt sieht Wulf die Zusammenarbeit in der Fraktion nicht. Tech sagte zu dem Telegramm-Beitrag klipp und klar: „Das finde ich nicht gut.“

Arnold Petersen

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