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Ostholstein Zu Besuch in der Wildkammer
Lokales Ostholstein Zu Besuch in der Wildkammer
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22:05 29.12.2017
Joachim Domnik verspricht beste Bioqualität. Schließlich komme das Wild aus der Natur und nicht von irgendeinem Zuchtbetrieb. Quelle: Fotos: Rosenkötter

Ein Besuch bei Joachim Domnik. Der Mann aus Grönwohldshorst (Gemeinde Grömitz) ist leidenschaftlicher Jäger und seit Jahrzehnten aktiv. Über sein genaues Alter möchte er nicht reden, er sagt nur:

Rehkeule, Wildschweingulasch und Hirschrücken gehören für viele Menschen ebenso in diese Jahreszeit wie Tannenbaum und Silvesterfeuerwerk. Die LN haben sich den Weg vom erlegten Tier zum eingeschweißten Stück Fleisch zum Mitnehmen einmal genau angeschaut.

„Ich gehe bald in den Ruhestand.“ Auslöser seiner Liebe zu Natur, Tier und Jagd waren ein paar Geweihe an der Stubenwand. „Meine Großeltern kamen aus Mecklenburg-Vorpommern und sind aus der DDR geflohen. Die Trophäen haben sie in einem Koffer in den Westen geschmuggelt.“ Für den Opa – so vermutet es Joachim Domnik – waren die Geweihe eine Art Erinnerung. Für ihn selbst der erste bewusste Kontakt zu erlegten Tieren.

Mit dem Sohn auf der Pirsch

 

Immer Ende Oktober beginnt für Domnik die Zeit des Jagens. Er hat ein eigenes Revier. Es ist etwa 750 Hektar groß und liegt zwischen Kellenhusen und Cismar. 50 bis 60 Tiere erlegen er und sein Sohn Mark. Hinzu kommen weitere etwa 250 Rehe und Wildschweine aus jeweils einem Revier der Landesforsten sowie der Herzoglich Oldenburgischen Verwaltung. „Wir sind ein Kleinstbetrieb“, sagt Joachim Domnik, der eigentlich als Polizist arbeitet. Sein Ziel ist es, erlegte Tiere innerhalb kürzester Zeit zu verarbeiten.

„Sie werden ausgenommen, geputzt und verarbeitet. Wir ziehen die Felle ab und zerlegen die Tiere in küchenfertige Portionen“, erläutert Domnik. Dabei betont er, dass das Wild schnellstmöglich auf drei bis vier Grad runtergekühlt werden müsse. Einzelne Teile würden veredelt, sprich zu Bratwürsten, Klopsen und Haxen verarbeitet.

Ein Jagdschein sagt

noch nichts aus

Wer Joachim Domnik besucht, der lernt einen Mann mit zahlreichen Trophäen kennen. All die Geweihe und ausgestopften heimischen Tiere bieten Gesprächsstoff. Domnik legt Wert darauf, dass die Trophäen eine Begleiterscheinung sind. „Diese sagen nichts über das Verantwortungsgefühl eines Jägers aus. Zu einem guten Jäger gehört mehr als nur die Berechtigung zur Jagd“, betont er.

Vielmehr sei es wichtig, einen gesunden Wildbestand zu erhalten. Wobei die Zahl der Hasen, Kaninchen und Fasane in seinem Revier eher gering sei. „Es geht darum, den Bestand vor dem Verschwinden zu bewahren“, sagt Domnik. Anders sehe es bei Reh, Hirsch und Wildschwein aus. Hier gelte es eine Überpopulation zu vermeiden.

Zurück zum Fleischgenuss: „Eine breite Schicht der Gesellschaft will bewusst essen. Mehr bio als Wild geht kaum. Die Tiere sind bei der Wahl ihrer Nahrungsmittel sehr sensibel. Rehwild lässt sich nicht in Gattern halten“, erklärt Joachim Domnik. Generell gelte jedoch, dass man nur verkaufe, was man selber essen würde.

Infos und Kontakt:

www.op-de-horst.de

 Von Sebastian Rosenkötter

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