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Zu den „Tagen der Rosen“ soll es blühen

Oldenburg Zu den „Tagen der Rosen“ soll es blühen

Es rankt und sprießt im Oldenburger Hinterhörn und in der Johannisstraße: in einem Monat sollen die Rosensträucher vor den Haustüren dann üppige Blüten tragen, wenn die Oldenburger anlässlich der 724. Gildetage mit viel Charme und vor allem Zylinder, Stock und Rose am Revers die „Tage der Rosen“ feiern.

Oldenburg. Unter den Rosenfreunden ist auch Linda Gumgowski, die im Hinterhörn in einem 200 Jahre alten Haus wohnt und ihrer Leidenschaft für Edel-, Busch- und Kletterrosen auch im Garten frönt. Als sie vor 27 Jahren das Haus bezog, hatte sie mit den Rosen noch nicht viel am Hut. Mittlerweile hat sie sie jedoch fest im Griff – viel Pflege und Streicheleinheiten sorgen für guten Wuchs, wie sie mit einem Zwinkern erzählt. Sie wundert sich aber: „Was kommen Sie jetzt, Rosenblüte ist doch im Juni erst!“, so die 70-Jährige. Sie nutzt die Gelegenheit, um die jungen Triebe einer Prüfung zu unterziehen. Je holziger der Stamm wird, desto schwächer die Blüten, weiß sie. Deshalb müssen die Pflanzen nach 20 bis 30 Jahren ausgetauscht werden.

Wahrer Kenner der Pflanzen sei jedoch ihr Nachbar Uwe Barez. Er hat mittlerweile die Leidenschaft seines Vaters angenommen, auch wenn ihn die Rosen so lieben, „dass sie mir immer gleich mit ihren Stacheln zu nahe kommen“, so der 66-Jährige. „Mein Vater hat in den 1970er bis 90er-Jahren halb Oldenburg mit Rosen versorgt“, sagt Barez, der seit diesem Jahr dritter Kapitän der St. Johannis Toten- und Schützengilde ist. Sein Onkel habe in der Nähe einer Baumschule bei Pinneberg gelebt und für die Familie immer die neuesten Züchtungen besorgt, so auch die „Super Star“, die heute noch im Vorgarten wächst. Beim Schneiden sei auf Wassertriebe zu achten, die häufig unterhalb der Veredelungsstelle wuchsen und entfernt werden müssten, um die Rose nicht zu schwächen. Da Vater und Onkel mittlerweile verstorben sind, kauft auch der „Rosenkapitän“ von Oldenburg seine Pflanzen im Fachhandel, „aber nur, wenn sie blühen“. Nur dann wüsste man, was man kriegt.

Allerdings sind nicht alle Nachbarn so rosenbeigeistert. Edith Ehrlhöfer, 86, und ursprünglich aus Hamburg zugezogen, haben die Rosen an ihren Fenstern gestört: „Als ich neue Scheiben einbauen lassen habe, habe ich auch die Rosen entfernt. Die haben mit ihren Stacheln immer so an den Fenstern gekratzt“, so die rüstige Dame.

Die Rosenfans sind allerdings doch in der Mehrzahl. In der Johannisstraße wachsen die Edelgewächse besonders schön am Haus von Familie Schade. An dem 1896 errichteten Altbau sind im Boden zusätzlich Stiefmütterchen eingepflanzt, die den doch recht kahlen Stamm der Rosen eine farbenfrohe Note verpassen.

Wolfgang Nietzl (75), seit zehn Jahren Mieter im Haus des kürzlich verstorbenen Peter Schade, sagt: „Ich liebe diese Straße. So lange wie hier, habe ich noch nie in einem Haus gelebt.“ Auch wenn er von den Pflanzen nicht viel versteht, hat er selbst zur Gießkanne gegriffen, um welke Blätter zu verhindern.

Ähnlich geht es Volker Jürgens, Inhaber einer Versicherungsagentur, an der Kreuzung zur Johannisstraße/Kleine Schmützstraße. Für seinen Geschmack könnten die Rosen allerdings noch ein bisschen besser blühen: „Sie kamen erst vor ein paar Jahren, mit Sanierung der Straße. Seitdem erfreuen wir uns an ihnen, gießen regelmäßig und düngen von Zeit zu Zeit.“

Ein paar Meter weiter auf dem Weg zurück in die Innenstadt liegen Wohnhaus und Geschäft von Dirk Reck, beide ebenfalls reich mit Rosen bepflanzt. Reck: „Ich erfreue mich an ihnen, eigentliche Pflegerin ist aber meine Frau.“

Bleibt zu hoffen, dass die Blüten die eventuell noch ausstehende Schlechtwettertage gut überstehen und genug Sonnenenergie tanken, um pünktlich zu den Oldenburger „Tagen der Rosen“ dann in voller Blüte zu stehen.

 Marc R. Hofmann

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