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Ostholstein Zu viele Zweitwohnungen gefährden Tourismus
Lokales Ostholstein Zu viele Zweitwohnungen gefährden Tourismus
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11:24 18.12.2015
Der Urlaub an der Ostsee soll für Touristen in Kellenhusen auch weiterhin attraktiv bleiben Quelle: fotolia

Ein Ostseebad ohne Gastronomie und Läden: Um dieses Schreckensszenario zu verhindern hat Kellenhusen einen Bebauungsplan über den gesamten Ortskern gelegt.

Damit wurde eine neue Rechtsgrundlage geschaffen. Der Grund: Die Baustruktur verändert sich enorm. Ältere Gebäude werden abgerissen und Grundstücke zusammengelegt. Darauf entstehen oft neue, massive Gebäude, die nur noch als Ferienwohnungen oder Zweitwohnungen dienen.

Ohne ein Handeln wären „wir von einer Rolllädensiedlung geprägt. Das Flair des Ortskerns ginge ganz verloren“, erklärte der Vorsitzende des Bauausschusses, Henning Mangels (CDU), auf der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Damit wäre bald die ganze touristische Infrastruktur infrage zu stellen.“ Seitens der Verwaltung heißt es: „Es ist eine Entwicklung zu erkennen, die die vorhandene Ortsstruktur auflöst. Wird diese ungehindert weitergeführt, fehlt es in Kürze an innerörtlichen Flächen für gastronomische Angebote und Läden und somit an einer Grundlage für anspruchsvollen Tourismus.“ Die bisherigen rechtlichen Regelungen haben weder den Bau von Zweitwohnungen unterbunden, noch gastronomische Einrichtungen oder Läden zugelassen.

„Wir wollen keine toten Wohngebiete. Wir wollen Wohnraum schaffen und einen belebten Ortskern“, begründete auch Bürgermeister Carsten Nebel (CDU) diesen weitreichenden Beschluss. „Da wo einst Bäderarchitektur stand, befinden sich jetzt Betonklötze, die nicht so toll aussehen. Hätten wir früher gehandelt, wären wir heute heilfroh.“ Das bedeute jedoch nicht, dass es keine Baugenehmigungen mehr gebe. „Es bedeutet nur, dass Bauherren vorher mit der Gemeinde sprechen müssen“, stellte er klar. „Das soll keine Verhinderungspolitik sein, wir wollen lediglich Einfluss nehmen können. Das ist die einzige Möglichkeit“, sagte Mangels und betonte, dass es sich die Gemeindevertreter nicht leicht gemacht hätten. „Jeder hat es lange für sich abgewogen.“ Der B-Plan sieht aus der Luft aus wie ein riesiges Ypsilon: Die Fläche liegt beidseitig der Waldstraße (von der Kirschenallee/Denkmalstraße bis zur Kreuzung Seestraße), zudem rund um die Straße Am Ring, die Strandstraße und die Seestraße.

Also um die zentralen Verkehrsführungen des Ortes, wo sich die touristischen Hauptangebote befinden und die die Urlauber in Richtung Ostsee leiten.

Gleichzeitig hat die Gemeinde eine Satzung erlassen, um Gebiete mit Fremdenverkehrsfunktion zu sichern. Sie gilt für den ganzen Ort. So sollen die Ziele unterstützt werden Übernachtungszahlen zu steigern, Betriebe zu erhalten und die heimische Wirtschaft zu stärken, eine Verödung von Ortsteilen zu verhindern und Kellenhusen generell als beliebtes Ziel für Urlauber zu erhalten.

Irene Burow

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