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Ostholstein „Zu wenig Platz“: Aldi schließt Filiale in Oldenburg
Lokales Ostholstein „Zu wenig Platz“: Aldi schließt Filiale in Oldenburg
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21:02 17.08.2017
Der Aldi-Markt in der Holsteiner Straße schließt zum Ende des Monats. Ein Investor möchte dort laut Stadtverwaltung Wohnungen bauen. Quelle: Foto: Binder

Aldi Nord gebe den Standort wegen eines „akuten Platzmangels“ auf, erklärt Felix Gödecke, Leiter Immobilien und Expansion. Ein neues Konzept – in dessen Rahmen die Unternehmensgruppe zurzeit ihre Filialen modernisiert und umbaut – sieht eine übersichtlichere Präsentation der Waren und damit eine größere Verkaufsfläche vor. In Lensahn etwa hat die Kette zu diesem Zweck bereits vor geraumer Zeit das Grundstück neben dem Markt in der Dieselstraße erworben. Das Diner „Chrome“ hatte deshalb die Straßenseite gewechselt (die LN berichteten).

In der Holsteiner Straße könnte stattdessen neuer Wohnraum entstehen.

Eine solche Erweiterung der Filiale sei in der Holsteiner Straße nicht möglich, so Gödecke. Deshalb habe man sich dazu entschlossen, den Markt dauerhaft zu schließen. Die Arbeitsplätze blieben dennoch allesamt erhalten, versichert er, die Mitarbeiter würden künftig an anderen Standorten eingesetzt. Oldenburgs Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) nimmt die Nachricht gelassen auf. „Ehrlich gesagt bedauere ich die Schließung nicht“, sagt er. Zumal die Arbeitsplätze und auch der Aldi- Standort im Gewerbegebiet am Voßberg erhalten blieben, erwarte er durch den Schritt keine negativen Auswirkungen für die Stadt und ihre Einwohner. Der Standort in der Holsteiner Straße sei aus seiner Sicht ohnehin kein guter, so Voigt, er diene weder der Versorgung eines bestimmten Wohnbereiches noch stehe er in Verbindung mit anderen Einzelhandelsangeboten.

Bei einigen Stammkunden des Aldi-Marktes in der Holsteiner Straße ist die Enttäuschung dennoch groß. Das Gewerbegebiet am Voßberg sei aufgrund der Entfernung keine wirkliche Alternative, heißt es übereinstimmend, da komme noch eher eine Fahrt nach Lensahn in Frage.

Oldenburg habe ein ausreichendes Angebot an Nahversorgern, betont derweil Verwaltungschef Voigt. Das hat der Stadt auch ein entsprechendes Gutachten bescheinigt: Mit fast 13000 Quadratmetern haben Supermärkte und Discounter danach den weitaus größten Anteil an Verkaufsfläche in der Stadt (gesamt: 42100 Quadratmeter). Auf jeden Einwohner kämen damit 1,3 Quadratmeter Verkaufsfläche – bundesweit liegt der Durchschnitt nach Angaben der Gutachter bei gerade einmal 0,5. Das Fazit der Fachleute: Das Stadtgebiet sei extrem gut abgedeckt; maximal 700 Meter sei das nächste Geschäft für jeden Einwohner entfernt.

Entsprechend sei der Wegfall einer Filiale in der Holsteiner Straße tatsächlich kein sonderlich großer Verlust, so Voigt. Im Gegenteil: Ein potenzieller Investor erwäge, an der Stelle ein Wohnprojekt umzusetzen. Er verhandele derzeit mit Aldi über den Kauf der Immobilie und wolle gegebenenfalls ganz neu bauen. „Ich hoffe, dass die Gespräche erfolgreich verlaufen“, sagt der Bürgermeister, „dann würde durch den zusätzlichen Wohnraum sogar etwas Positives aus der Schließung erwachsen.“

Jennifer Binder

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