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Ostholstein Zulassung: Mit „i-Kfz“ keine Wartezeiten
Lokales Ostholstein Zulassung: Mit „i-Kfz“ keine Wartezeiten
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15:59 12.09.2018
Jen Henrich, Leiter der Zulassungsstelle in Eutin Quelle: Gäbler
Eutin

Keine Lust auf lange Wege und Wartezeiten bei der Autozulassung in Eutin? Kein Problem. Der Kreis Ostholstein bietet neue Wege für die Fahrzeugzulassung an. Mit dem Online-Angebot „i-Kfz“ sollen Abmeldung, Wiederanmeldung und ab 2019 auch die Neuanmeldung binnen Minuten erledigt sein.

„Es ist eigentlich ganz einfach und praktisch: Zum Beispiel bei Saisonkennzeichen. Per Mausklick vom heimischen Sofa kann man bequem fürs Winterhalbjahr ab- und im Frühjahr wieder anmelden“, sagt Jan Henrich, Leiter der Zulassungsstelle in Eutin. Aber auch wer auf Fehmarn lebe und die 75 Kilometer zur Zulassungsstelle in Eutin scheue, könne sich die weite Fahrt sparen.

Doch obwohl das Programm bereits stabil läuft und über die Seite des Kreises schnell zu finden ist, wird es bislang kaum genutzt. „Ist schon merkwürdig“, wundert sich Henrich immer wieder. Besonders dann, wenn sich Besucher in der Zulassungsstelle über Wartezeiten beschweren.

Onlineangebot kommt nicht in Schwung

Es ist eine Krux: Das Onlineangebot des Kreises ist mit großem Aufwand eingerichtet worden, kommt aber nicht in Schwung. Der finanzielle Aufwand hielt sich für den Kreis Ostholstein im Rahmen. „Die Kosten für Programm und Material – Sicherheitsplaketten, Siegel mit Code – waren überschaubar. Doch der personelle Aufwand war ein echter Kraftakt“, sagt Jan Henrich. „Nahezu alle Mitarbeiter mussten für das Online-System geschult werden.“

„i-Kfz“ soll lange Anfahrtswege und Wartezeiten überflüssig machen

In Ostholstein mit seinen rund 200 000 Einwohnern gibt es aktuell 175 000 Fahrzeuge, Tendenz steigend. Das sind nicht nur Autos, sondern auch Lastwagen, Trecker und Motorräder. Aber es existiert nur noch eine einzige Zulassungsstelle, nachdem die Oldenburger 2012 trotz des Protestes aus dem Nordkreis geschlossen wurde. Weite Wege von Fehmarn, Heiligenhafen oder Oldenburg nach Eutin wurden die Regel. Neue Unternehmen im Nordkreis boten die Zulassung als Service für Autohäuser und Privatpersonen an. Der Andrang in Eutin wuchs entsprechend. „Inzwischen haben wir nur noch Wartezeiten von durchschnittlich 30 Minuten. Zwei Stunden kommen auch vor“, sagt Henrich, sie seien aber die Ausnahme. Alles spreche also für die Online-Nutzung.

So funktioniert „i-Kfz“

Um den Service zu nutzen, benötigt man zunächst ein Fahrzeug, das im Kreis Ostholstein bereits zugelassen war – und zwar nach dem 1. Januar 2015. Warum? Henrich: „Weil seit diesem Datum die neuartigen Plaketten auf den Kennzeichen angebracht wurden und die Zulassungsbescheinigungen verdeckte Sicherheitscodes enthalten.“ Was braucht man noch? Man muss sich ausweisen können. Dafür ist der neue Personalausweis inklusive Onlinefunktion im Scheckkarten-Format erforderlich, ebenso ein Kartenlesegerät oder ein NFC-fähiges Smartphone nebst Ausweis-App. Dazu die Kennzeichen mit abgerubbelter Plakette. Hinzu kommen noch ein Girokonto für die Abbuchung und noch einiges mehr.

Sobald das Online-Verfahren abgeschlossen ist und von der Zulassungsbehörde bearbeitet wurde, erhält man neue Plaketten und die Zulassungsbescheinigung Teil 1 (das ist der Fahrzeugschein) auf dem Postweg. Die Plakette klebt man selber auf und kann wieder starten.

Und der Nutzen? Jan Henrich: „Ich bin nicht an Öffnungszeiten gebunden, kann zu Hause bleiben, und bei einem Fahrzeugverkauf weiß ich, dass mein Wagen oder Motorrad abgemeldet ist. Und das alles bei einem Kostenaufwand von sieben Euro.“ Inzwischen sind die Online-Angebote „Stufe 1“ (Abmeldung) und „Stufe 2“ (Wiederanmeldung) abrufbar. Jetzt beginnen die Vorbereitungen für „Stufe 3“ (Neuanmeldung).

Henrich abschließend: „Wir hoffen, dass das System künftig stärker genutzt wird. Auch weil die Mitarbeiter in der Zulassungsstelle entlastet werden.“ Während die Nutzerzahlen in diesem Bereich noch überschaubar sind, laufen andere Online-Angebote der Zulassungsstelle sehr gut. „Die Wunsch-Kennzeichen und Termin-Vergabe sind richtige Dauerbrenner“, sagt Henrich. Die Zulassungsstelle des Kreises ist übrigens einer der wenigen Fachdienste, die Gewinn machen. Jan Henrich: „2017 konnten wir ein Plus von fast 700 000 Euro erwirtschaften, rein aus Verwaltungsgebühren.“

Louis Gäbler

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