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Ostholstein Zum 100. Geburtstag: Eine Chronik für Cismars Feuerwehr
Lokales Ostholstein Zum 100. Geburtstag: Eine Chronik für Cismars Feuerwehr
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20:24 01.11.2013
Im seinem Kämmerlein hinterm Haus verbringt Hans-Uwe Hartet (72) jede freie Minute mit seinen Büchern. Auch die Chronik zum 100. Geburtstag der Feuerwehr Cismar ist hier entstanden. Quelle: Fotos: K. Schröder, Fotolia
Grube

Neun Monate hat das gedauert mit der Chronik, sagt Hans-Uwe Hartert. Genauso lange wie es dauert, bis ein Kind auf der Welt ist, sagt er dann noch. Dann schmunzelt er und blättert das 414 Seiten starke Büchlein schon wieder durch. Zwei Tag ist es erst alt, es riecht noch so, nach neu, wie neue Bücher nunmal riechen, und Hartert hat ordentlich geschnauft, als er die 500 Exemplare am Mittwochabend vor seinem Haus in Grube abgeladen hat. Wie viel er da geschleppt hat, will er erst nicht verraten, aber später wiegt er eine Chronik ab: 800 Gramm, gefüllt mit Texten und Bildern über 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Cismar. Damit kann sich nun jeder ausrechnen, was er da tragen musste.

Im Februar hat Hartert den Auftrag aus Cismar bekommen. Dann kam das Material, alte Protokolle, und wenn er die aufklappt, riechen die alles andere als neu. Eine Zeit lang hat er das alles nur mal so oberflächlich von der Seite angeschaut, so macht er das immer, sagt er. Das war die anderen vier Mal auch so; da wurden es dann Chroniken für Altratjensdorf und für Kellenhusen, für Guttau und dann für Grube.

Und nun für die Freiwillige Feuerwehr Cismar. Die feiern heute ein großes Jubiläum in diesem Jahr, ihr 100-jähriges. Mehr als 8000 Euro haben die Cismarer sich das kosten lassen, und es freut Hartert, dass sie nicht so auf‘s Geld geguckt haben. So mit viel Platz gestaltet es sich ja auch viel schöner. Ach ja, das Gestalten übernimmt der ehemalige Polizeibeamte auch selbst, er recherchiert, schreibt und layoutet alles von der ersten bis zur letzten Seite selbst. Dann sitzt er da in seinem stillen Kämmerlein, der ehemaligen Garage hinterm Haus. Schön warm hat er‘s da und seine Bücher stehen um ihn herum, fein eingeordnet und nach Buchstaben sortiert in Bücherregalen aus Metall. Bis zu 14 Stunden verbringt er hier, ja, lacht er, jeden Tag, fragen Sie meine Frau. Und die hat sehr viel Verständnis für seine Leidenschaft.

414 Seiten also. Los geht es mit Grußworten, das gehört so, weiß Hartert, er hat das ja wie schon gesagt nicht zum ersten Mal gemacht. Und bei der Recherche hat er sogar einige Besonderheiten „aufgedeckt“, aber die sollen eigentlich nicht alle vorher verraten werden, findet er. Die Leute sollen lieber reinschauen in das Büchlein und lesen.

Besonders freut sich der Chronist auch, wenn er sieht, wie eine Leidenschaft von Generation zu Generation geht, wie bei den Dammers: Der Urgroßvater war in der Feuerwehr, der Großvater ist Ehrengemeindewehrführer Heinrich Dammer, der Vater ist der amtierende Wehrführer Matthias Dammer und auch Sohn Johann hat die Uniform längst übergezogen.

Viel von früher gibt es zu entdecken in der Schrift, viel Geschichtliches ist ja klar, das gehört hinein in eine Chronik. Und Bilder. Auf seinem Rechner im stillen Kämmerlein stapeln sich die Daten auf externen Festplatten. Dann klickt er hier und da mal einen Ordner auf und aus all dem hat er eben ausgesucht, was erscheinen sollte. Nein, das sei nicht schwer gewesen, sagt er, schließlich habe er ja zuvor alles richtig gut sortiert.

Und wie er so erzählt, sagt er zwischendurch dann schon mal: Nö, nun mag ich nicht mehr schreiben. Aber weil ihm ja doch keiner glauben mag, hat er schon den nächsten Auftrag angenommen. Da unten neben dem Schreibtisch stehen die Aktenordner. Ein paar Tage lang wird er sie jetzt von links nach rechts schieben, aber dann geht‘s los. Wie gewohnt.

Programm zum heutigen Stiftungsfest
17 Uhr Eintreffen und Antreten der Wehr- und Fahnengruppen; Enthüllen des Gedenksteines 17.30 Uhr Fahneneinmarsch 18 Uhr Begrüßung der Gäste, Grußworte, Vorstellen der Chronik 19 Uhr Eröffnung des Buffets

Danach darf bei Livemusik bis in die Morgenstunden getanzt werden.

Die Chronik zum Jubiläum wird beim Fest am heutigen Sonnabend, 2. November, kostenlos verteilt. Es sind 500 Exemplare gedruckt worden.

Kristina Schröder

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