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Ostholstein Zum Schutz der Vögel: E.on sichert Strommasten
Lokales Ostholstein Zum Schutz der Vögel: E.on sichert Strommasten
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11:23 15.10.2012
Der E.on-Ausbildungstrupp aus Rendsburg übt im Realeinsatz mit der Installation der Vogelschutzeinrichtungen die Mastwartung.
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Ostholstein

Zwischen Brombeerranken im Knick unter dem Strommast liegt ein toter Uhu. Vermutlich hat der vom Aussterben bedrohte Vogel einen Stromschlag bekommen. Offenbar kein Einzelfall. „Diese Masten mit stehenden Isolatoren sind wahre Killermaschinen für Vögel“, beklagt Ingo Ludwichowski, Geschäftsführer des Nabu-Landesverbandes. Vor allem große Vögel könnten leicht mit ihren Flügeln in die Leitungen kommen oder beim Koten Kurzschlüsse mit für sie oft tödlichen Folgen auslösen. Schleswig-Holstein sei besonders stark betroffen, weil durch das Land zahlreiche Vogelzugrouten führten.Doch mit dem Vogelsterben an Strommasten soll in Ostholstein bald Schluss sein. Die E.on rüstet derzeit die gesamten Masten ihrer Freileitungen im Kreis mit Vogelschutzeinrichtungen aus. Bis Jahresende sollen nach Angaben von E.on-Sprecher Volker Mielisch die Arbeiten abgeschlossen sein. In den vergangenen Tagen war der Ausbildungstrupp der E.on mit Mastkletterern im Bereich Hobstin und Sibstin bei Altenkrempe sowie in der Gemeinde Wangels unterwegs.Damit sich die Vögel nicht nahe der Isolatoren auf die Leitungen setzen, werden bürstenähnliche Büschel aus langen Plastikstäben auf die Kabel geschraubt. Blanke Verbindungskabel zu den Transformatoren und Anschlüsse erhalten eine Isolierung. „Außerdem installieren wir oberhalb des Mastes in ausreichendem Abstand noch eine vier Meter lange Metallstange als alternatives Sitzangebot für die Vögel“, sagt E.on-Ausbilder Tobias Ernecke aus Rendsburg. Während der Arbeiten werden die Leitungen vom Netz genommen. Der Stromkunde selbst bemerkt davon jedoch praktisch nichts: Vier große mobile Notstromaggregate versorgen die jeweiligen Ortsnetzstationen während der Arbeiten mit Strom. Für die E.on ist die Umrüstung ein teures Unterfangen. Die Arbeiten an einem einzigen Mast verschlingen allein Materialkosten in Höhe von 800 Euro. Andere Masten mit hängenden Isolatoren erhalten lediglich Plastikkappen an den Anschlüssen. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat der Stromkonzern im Land etwa 250 000 Euro in den Vogelschutz investiert.Auch wenn Vögel immer wieder Stromausfälle verschulden, ist die Initiative der E.on nicht ganz freiwillig. So schreibt das Bundesnaturschutzgesetz als nationale Umsetzung der EU-Vogelschutzrichtlinie aus dem Jahr 2002 vor, dass bis Jahresende 2012 alle Mittelspannungsmasten nachzurüsten sind. Nabu-Geschäftsführer Ludwichowski begrüßt die Umrüstung grundsätzlich. Allerdings reichen die Maßnahmen aus seiner Sicht nicht aus. „Der einzig richtige Weg ist, die Leitungen komplett unter die Erde zu bringen“, sagt Ludwichowski. Allerdings lobt der Naturschützer auch die E.on. „Wenn wir vor allem in Bezug auf die Weißstörche auf ein Problem mit Stromleitungen und deren Masten aufmerksam gemacht haben, hat die E.on immer sehr schnell reagiert“, so der Umweltexperte. Das sei nicht bei allen Stromnetzbetreibern so.E.on-Sprecher Volker Mielisch verweist darauf, dass die E.on landesweit bereits 90 Prozent der Freileitungen auf der Mittel- und Niedrigspannungsebene durch Erdkabel ersetzt habe.

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