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Ostholstein Zustimmungs-Marathon vor dem schnellen Internet
Lokales Ostholstein Zustimmungs-Marathon vor dem schnellen Internet
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22:47 13.01.2016
Info-Abend zum Breitband-Ausbau: ZVO-Verbandsvorsteherin Gesine Strohmeyer berichtet über den aktuellen Stand. Quelle: Petersen

ZVO-Verbandsvorsteherin Gesine Strohmeyer will nicht länger warten. „Wer will, wer nicht? Wir müssen jetzt irgendwann ein Ende setzen“, drängte sie am Dienstagabend auf einer Informationsveranstaltung für Gemeindevertreter im Eutiner Kreishaus auf rasche Entscheidungen. Das gebiete auch die Solidarität mit den kleinen Orten, die händeringend auf mehr Leistung warteten, weil bei ihnen Netzbetreiber wie Telekom oder Kabel Deutschland wegen fehlender Rentabilität niemals aktiv würden.

Aber nur dort darf der ZVO mit öffentlichem Geld die entsprechende Infrastruktur erstellen. Die von der EU festgelegte Grenze liegt bei Übertragungsraten von 30Mbit/s. Wo die erreicht sind oder dies in den nächsten drei Jahren der Fall sein wird, muss sich der ZVO heraushalten. Diese „schwarzen Flecken“ sind für den Verband tabu.

In einigen Kommunen gibt es schwarze und weiße Bereiche. Oder die privaten Unternehmen planen bereits den weiteren Ausbau. Deshalb läuft noch einmal ein Markterkundungsverfahren, das „straßenscharf“ schwarze und weiße Gebiete ermitteln soll. Das soll genauso bis zum Sommer abgeschlossen sein wie die Suche nach dem künftigen Betreiber des Breitbandnetzes, das nur unter Regie des ZVO ausgebaut wird. Dafür muss ebenfalls in den nächsten Monaten beim ZVO die neue Geschäftssparte Breitband gegründet werden. Davor wiederum muss ein Zustimmungs-Marathon auf kommunaler Ebene absolviert werden.

Alle Verbandmitglieder müssen zustimmen, dass dem ZVO der Breitbandausbau übertragen wird, auch die Kommunen, die das Netz später gar nicht nutzen wollen. In Kommunen, die übertragen wollen, sind Beschlüsse der Gemeindevertretungen erforderlich. Danach werden die Kommunen ins Boot geholt, die nicht dem ZVO angehören, aber Breitband von ihm wollen.

Sie werden auch an der Anschubfinanzierung beteiligt, die wohl nur noch rund 500 000 Euro und damit halb so viel wie ursprünglich geschätzt kosten wird. Endgültig dabei sind aber nur die Kommunen, in denen etwa 60 Prozent der anschlussfähigen Haushalte und Betriebe Interesse für einen Turbo-Anschluss bekunden. Unter dieser Schwelle wird es unrentabel.

Wie hoch die Beteiligung der einzelnen Gemeinden an den Kosten des Netzausbaus ausfallen wird, lasse sich erst beziffern, wenn der Kreis der Teilnehmer feststehe, erläuterte Strohmeyer. Die gute Nachricht: Weil Fördermittel des Bundes zu erwarten sind, wird es weniger sein als zunächst kalkuliert. Ziel ist es, bis Ende 2018 flächendeckend mindesten 50Mbit/s Übertragungsgeschwindigkeit zu ermöglichen. pet

„Der ZVO soll das Netz bauen, nicht die Versorgung mit Breitband übernehmen.“
Claus-Peter Matthiensen, Egoh
„Wo kein Breitband ist, da ist auch bald kein Gewerbe mehr.“
Gesine Strohmeyer, ZVO-Chefin

LN

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