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Ostholstein Zuwachs für Ostholsteins Naturschutz
Lokales Ostholstein Zuwachs für Ostholsteins Naturschutz
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20:40 11.10.2016
Carsten Burggraf vom Verein Wasser Otter Mensch, Tanja Hemke von der Schrobach-Stiftung und Landrat Reinhard Sager (v. l.) zeigen die 8,5 Hektar große Fläche. Quelle: Petersen

Funkmasten und Windkraftanlagen verhelfen jetzt am Südufer des Süseler Sees Wiesenschaumkraut, Sumpfdotterblume, Kuckuckslichtnelke und anderen typischen Pflanzenarten des Feuchtgrünlandes zu neuer Blüte – jedenfalls indirekt. Denn für die Eingriffe in die Natur durch das Aufstellen der Anlagen werden Ausgleichs und Ersatzmaßnahmen fällig. Aus dem Topf der Ersatzgelder hat der Fachdienst Naturschutz beim Kreis Ostholstein 165 000 Euro für Ankauf und Renaturierung einer 8,5 Hektar großen Grünlandfläche entlang der Göselbek bereitgestellt.

Das Geld ging an die „Kurt- und Erika Schrobach Stiftung“ mit Sitz in Schwentinental. Die hat die bislang intensiv genutzte Fläche gekauft und wird sie nun zusammen mit dem Verein Wasser Otter Mensch in einen Lebensraum für selten gewordene Pflanzen und Tierarten verwandeln. Auch der Regen hielt Landrat Reinhard Sager (CDU) gestern nicht davon ab, sich zusammen mit Joachim Siebrecht, dem Leiter der Naturschutzbehörde beim Kreis, ein Bild vom jüngsten Zuwachs für den Naturschutz in Ostholstein zu machen. Der Landrat entscheidet über die Verwendung der Ersatzmittel.

Die langgestreckte, etwa einen Kilometer lange Grünlandfläche ist ein weiterer Baustein im landesweiten Biotopverbund. Die angrenzende Göselbek verbindet den Süseler See mit Taschensee und Kleinem Pönitzer See. Die Entwässerung der Wiese soll nun zurückgebaut, der Viehbesatz deutlich verringert werden. Für die extensive Beweidung wird ein Pächter gesucht mit robusten Rindern, Schafen oder auch Pferden. Der Rückhalt von Nährstoffen wird die Göselbek und weitere Gewässer entlasten. Weil die renaturierte Fläche überschwemmt werden kann, entsteht zugleich ein Wasserspeicher bei Starkregen.

Für die Schrobach-Stiftung ist es das dritte Projekt in Ostholstein. Der Naturschutzbehörde verfüge nicht über das erforderliche Personal und Know-how, um solche Aufgaben allein bewältigen zu könne, hieß es. Die Stiftung ist jetzt Eigentümerin und Projektträgerin. Das Flächenmanagement übernimmt der Verein Wasser Otter Mensch. In den Mulden der Grünlandfläche hat sich hier und da noch das Wiesenschaumkraut gehalten. Jetzt soll es sich wieder ausbreiten. Voraussichtlich in zwei bis drei Jahren werde das sichtbar, in fünf bis zehn Jahren in der ganzen Breite, so die Hoffung. Auch Kiebitz und Weißstorch zählen zu den erwarteten Rückkehrern.

pet

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