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Ostholstein Zwei Morde an einem Abend
Lokales Ostholstein Zwei Morde an einem Abend
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20:26 14.09.2015
Der Gewölbekeller des Herrenhauses in Hasselburg bot den idealen Rahmen für eine Krimilesung. Quelle: Jens Seemann

Als das Licht erlosch und nur noch ein paar wenige Kerzen das Kellergewölbe des Gutes Hasselburg erleuchteten, strahlte Angelique Mundt. „Das ist der perfekte Rahmen für unsere Krimilesung“, sagte die Hamburgerin. Auf Einladung der Neustädter Buchhandlung „Buchstabe“ war die Autorin gemeinsam mit der Bargteheiderin Eva Almstädt nach Ostholstein gekommen.

Unter dem Motto „Das Böse lauert da, wo man es am wenigsten erwartet“, lasen sie aus ihren neuesten Romanen „Denn es wird kein Morgen geben“ und „Ostseefeuer“.

Ein Zufall führte die beiden Autorinnen nach Hasselburg. Nachdem Angelique Mundt im Frühjahr ihren neusten Roman veröffentlicht hatte, suchte sie im Internet nach ersten Leserreaktionen und stieß auf einen lobenden Beitrag der Neustädter Buchhändlerin Sabine Landgrebe. Angelique Mundt rief sie an und beide vereinbarten eine Lesung. Schnell stand fest, dass es für diesen Abend nur eine passende zweite Autorin geben konnte. Seit 2002 veröffentlicht Eva Almstädt Ostsee-Krimis. Ihre Kommissarin Pia Korittki ermittelt im Raum Lübeck.

Beide Autorinnen verbindet aber nicht nur die Liebe zu Morden. Sie sind Mitglieder des Syndikats, einer Vereinigung deutscher Krimi-Autorinnen und trafen sich im April auf der Tagung „Criminale“ in Büsum. Die dort für ihr Lebenswerk ausgezeichnete Heikedine Körting ist Geschäftsführerin des Gutes Hasselburg und kennt beide sehr gut. Gemeinsam redeten sie über die geplante Lesung und waren sich schnell einig, dass das Herrenhaus den idealen Rahmen bieten könne.

80 Zuhörer dachten vermutlich ebenso und kamen ins Gewölbe. Angelique Mundt las Auszüge ihres zweiten Romans über die Arbeit der Psychotherapeutin Tessa Ravens. Im Gespräch mit der Autorin interessierte die Zuhörer der berufliche Hintergrund der Autorin, die in ihrer Freizeit schreibt.

Jahrelang arbeitete sie in als Ärztin in einer Psychiatrie. Heute hilft sie Patienten als selbstständige Psychotherapeutin. Ehrenamtlich engagiert sie sich zudem im Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes, das Menschen bei traumatisierenden Ereignissen zu Seite steht. „Ich treffe Opfer und Täter. In meinen Büchern kann ich reale Erlebnisse verarbeiten und mit Fiktion mischen.“

Was sie real erlebt hat, behält sie allerdings stets für sich.

Eva Almstädt kennt Täter und Opfer nur aus ihrer Fantasie. In Hasselburg stellte sie ihren mittlerweile zehnten Krimi vor. Zu ihrem Markenzeichen wurde in den vergangenen Jahren die Nähe zur Ostsee.

„Als ich heute anreiste, habe ich die Gutsbesitzer gleich nach geheimen Gängen und Zimmern gefragt. So ticken wir Krimiautoren“, verriet sie. Es sei also gut möglich, dass Hasselburg zu einem neuen Schauplatz wird. Dann wird sie das Dorf umbenennen — wie bisher immer. „Ich möchte ungern, das Leser vor Ort den mordenden Fleischer mit dem realen vergleichen“, erklärte sie, wohl wissend das ihre Beschreibung sehr detailliert sein.

Mittlerweile ist die gelernte Raumausstatterin hauptberufliche Autorin und veröffentlicht jährlich ein Buch. „An solchen tollen Orten die Leser zu treffen, ist immer wieder der Lohn der monatelangen Recherchen“, sagte sie.

„Ich habe so- fort alles erfragt. So ticken wir Krimiautoren.“
Eva Almstädt

Jens Seemann

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