Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Zwei Wattestäbchen, die Leben retten
Lokales Ostholstein Zwei Wattestäbchen, die Leben retten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:44 14.06.2017
Frederika (r.) hat sich gerade registrieren lassen. Dominik und Saskia von der Schülervertretung der Beruflichen Schule Oldenburg händigen ihr den vorläufigen Spenderausweis aus. Quelle: Fotos: Billhardt

Die zwei Wattestäbchen sollte sie jeweils eine Minute lang an den Wangeninnenseiten hin und her reiben. So wurde Melissa (18) der Schleimhautabstrich erklärt, der vielleicht Leben retten kann. An der Beruflichen Schule in Oldenburg fand jetzt eine Registrierung der DKMS von potenziellen Stammzellenspenderin statt. Melissa war eine von 249 Schülern, die in dieser Woche mitgemacht haben, um im Kampf gegen den Blutkrebs zu helfen.

Große Registrierungsaktion an der Beruflichen Schule in Oldenburg im Kampf gegen Blutkrebs – Die DKMS hält vor 800 Schülern Vorträge und informiert über die Stammzellenspende.

Wie wichtig es sein kann, in der Knochenmarkspender-Datei eingetragen zu sein, davon weiß Kjeld Ziegler aus Heringsdorf zu berichten. Er war zu der Aktion, organisiert von der Schülervertretung (SV), vorbeigekommen, um den jungen Leuten von seiner eigenen Erfahrung zu berichten. „Ich hatte mich auch mal registrieren lassen. Aber dann hatte ich die Aktion aus dem Blick verloren. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass man ein geeigneter Spender ist, ist recht gering. Bis dann doch die DKMS zweieinhalb Jahre später Kontakt mit mir aufnahm“, erzählte Kjeld Ziegler.

Er sollte sich beim Arzt Blut zur genaueren Untersuchung abnehmen lassen und schließlich stand fest, er kommt als Spender in Frage. „Ich war aufgeregt, aber auch neugierig was jetzt passiert:“ Bei ihm wurde die eher seltenere Methode der Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm per Vollnarkose angewendet, im Gegensatz zur Ausschwemmung der Stammzellen in Form einer Dialyse. „Ich habe von der Spende so nicht viel mitbekommen. „Es war aber ein gutes Gefühl, geholfen zu haben“, betonte Ziegler, dessen Stammzellen – soviel weiß er aber – an eine junge Frau im Ausland ging.

Die Suche nach passendem Genmaterial ist schwierig. „Es ist wie die berühmte Stecknadel im Heuhaufen. Doch um so mehr sich registrieren lassen, umso eher findet sich ein Spender für einen Blutkrebspatienten“, erläuterte Julia Matschke von der DKMS. Sie und ihr Kollege Manuel Zerves hielten vor Klassen der Berufsschule mehrere Vorträge. „Wir erzählen, wer wir sind, was wir machen und wie eine Stammzellenspende abläuft.“ Im Anschluss konnten sich die Schüler im Nachbarraum registrieren lassen. Dabei wurde das Orga- Team unterstützt von dem 13. Jahrgang des Leistungskurses Gesundheit. Nicht einmal zehn Minuten dauere das Prozedere, die Daten jedes einzelnen aufzunehmen und die Wattestäbchen sicher zu verschließen.

„Eigentlich kostet uns jede Registrierung mit anschließender Analyse der Proben im Labor 40 Euro, doch für die Schüler war es kostenlos“, stellte Julia Matschke heraus. Um dennoch finanzielle Mittel einzuwerben, haben Dominik Loudvin und sein Team von der SV ein Fundraising im Internet gestartet. Dominik Loudvin: „Schon bevor es los ging, hatten wir 80 Euro zusammen, bis jetzt sind es 210 Euro über die Plattform und 64,16 Euro an Spenden direkt während der Aktion. Wir würden uns über eine weitere Unterstützung natürlich sehr freuen.“

Weitere Infos zur Spendenaktion unter http://bit.ly/2sA0N0M

Markus Billhardt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Pferde- und Ponyturnier im Schlosspark Güldenstein Harmsdorf. Am kommenden Wochenende, 16. bis 18. Juni, findet im Schlosspark Güldenstein das alljährliche Pferde- und Ponyturnier statt.

14.06.2017

Wirtschaftsausschuss Heiligenhafen: Verwirrung in der Einwohnerfragestunde.

14.06.2017

Versammlungsraum renoviert, Küche und Sanitärbereich erneuert – Arbeiten kosten 80000 Euro.

14.06.2017
Anzeige