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Ostholstein Ruine in Sielbeck soll verschwinden
Lokales Ostholstein Ruine in Sielbeck soll verschwinden
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18:59 30.11.2018
Die guten Zeiten sind lange vorbei: Das ehemalige Hotel zum Uklei in Sielbeck soll demnächst abgerissen werden. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

Dass endlich die Ruine des ehemaligen Hotels zum Uklei oberhalb des Kellersees verschwindet, wünscht sich der Dorfvorstand Sielbeck ebenso wie der dort lebende Unternehmer Hans-Peter Wandhoff. Ersterer möchte den unansehnlichen Kasten, einst gefragte Urlaubsadresse, loswerden, Letzterer sein Bauprojekt beginnen: Wandhoff will mit einem Kompagnon auf der Fläche zwei Gebäude mit insgesamt 16 Wohnungen bauen.

Die Anzahl der ursprünglich vorgesehenen Wohnungen von knapp 30 wurde damit deutlich heruntergeschraubt. Errichtet werden sollen jetzt zwei kleinteilige Gebäude mit zwei Voll- und einem Staffelgeschoss, zusätzlich Carports mit Gründächern. Ferienwohnungen seien ausgeschlossen, sagte Gabriele Teske (Stadtplanung Kompakt) bei der Erläuterung des Projektes im Eutiner Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstagabend. Hans-Peter Wandhoff, seit 2017 Eigentümer des Hotel-Geländes, erklärte auf Nachfrage von Christiane Balzer (Grüne), die Einheiten sollten Eigentumswohnungen und eventuell teilweise Mietwohnungen werden.

Insgesamt zeigte sich der Ausschuss recht angetan: „Eine deutliche Aufwertung der Situation dort“, urteilte Heiko Godow (CDU), der fragte, ob sich das Vorhaben nach dem Abspecken für Wandhoff überhaupt noch lohne. „Wir haben das Gelände gekauft, weil wir selbst dort wohnen, und mein Kompagnon und ich haben den Bau jetzt so beschlossen“, antwortete Wandhoff. Das erlebe man selten, dass Bauherrn die Möglichkeiten nicht ausreizten, bis es knirsche, lobte Godow.

Sobald er Planungssicherheit habe, werde das alte Hotel sofort abgerissen, erklärte der Unternehmer weiter. Auch von einem eingeschalteten Fledermausgutachter gebe es grünes Licht. Allerdings müsse ein Zeitfenster bis Ende Februar eingehalten werden. Damit das klappt, muss die Landesplanung das Projekt mittragen und im Januar ihr „Okay“ geben.

Bauvorhaben in Fissau kollidiert mit FFH-Gebiet

An der Sielbecker Landstraße in Fissau, vis-à-vis der Einmündung Dorfstraße, sollen ebenfalls Mehrfamilienhäuser entstehen. Eigentümer des Geländes ist Hans-Werner Waldow, der selbst mitten auf der Fläche in einem alten Bauernhaus von 1902 lebt. Nadine Klebe vom Planungsbüro Ostholstein bekam nach ihrer Vorstellung im Ausschuss erheblichen Gegenwind. Die Mitglieder störten sich nicht an den Details des Vorhabens – Riegelbebauung in Ost-West-Richtung – vorne zweigeschossig, hinten eingeschossig, Stellplätze zur Sielbecker Landstraße hin –, sondern daran, „dass hier ein FFH-Gebiet tot gesprochen wird“, so Heiko Godow. Dass das Grundstück maximal für Bebauung genutzt werden solle, könne er zwar nachvollziehen, nicht aber einen Bau auf FFH-(Flora-Fauna-Habitat) Gebiet gutheißen. Das sahen die Grünen genauso.

In Sielbeck und Fissau sollen Wohnungen entstehen

„Unser Büro denkt, dass die FFH-Grenzen damals nicht sinnvoll gezogen worden sind“, sagte Nadine Klebe zur Rechtfertigung. Um ein „sauberes Verfahren“ zu ermöglichen, beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, eine Entlassung der betreffenden Fläche aus dem FFH-Gebiet oder eine Befreiung mit Naturschutzauflagen zu erwirken.

Ulrike Benthien

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