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Ostholstein Zwei junge Rohrdommeln lernen das Fliegen
Lokales Ostholstein Zwei junge Rohrdommeln lernen das Fliegen
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20:37 08.06.2017
Es ist eine Besonderheit, Rohrdommeln vor die Linse zu bekommen. Im Wasservogelreservat auf Fehmarn ist es gelungen. Quelle: Foto: Hfr

Es ist ein ohnehin schon seltenes Glück, eine Rohrdommel zu sehen. Auch für passionierte Vogelbeobachter ist es ein besonderer Moment, wenn einem solch eine Beobachtung gelingt. Einer Mitarbeiterin des Naturschutzbundes (Nabu) Wasservogelreservats Wallnau auf Fehmarn ist es nun gelungen, gleich zwei fast flügge Jungvögel zu entdecken. Ihr Nest hatten die beiden schon verlassen – in den kommenden Wochen werden sie, wenn alles gut geht, fliegen lernen.

Meist hört man die heimlichen Schilfbewohner nur, wenn die männlichen Tiere an lauen Frühjahrsabenden im Schilf rufen. Besonders laut sind sie nicht, aber die Stimme der Rohrdommel ist so tief und eindringlich, dass man sie über viele Kilometer hinweg vernehmen kann. „Als würde man über einen Flaschenhals pusten, so hört es sich an“, erläutert die Nabu-Mitarbeiterin. Die Bestände des seltenen Vogels auf Fehmarn sind in den kalten Wintern nach 2009 zusammengebrochen. Die Rohrdommeln sind auf eisfreie Wasserflächen angewiesen, um dort ausreichend Nahrung zu finden. Sind die Teiche über längere Zeit zugefroren, verhungern die Tiere. Die Bestände erholen sich nur langsam.

Die Verwandte des Graureihers gehört zu den Spezialisten im Vogelreich: Sie benötigt Verlandungsflächen von Gewässern mit ausgedehnten Schilfflächen als Lebensraum. Das tägliche Menü besteht aus Amphibien und Fischen, die geschickt aus dem Wasser gefischt werden. Von klein auf beherrschen die Jungvögel die sogenannte Pfahlstellung. Sie dient der Tarnung: Nähert sich Gefahr, so strecken die Tiere ihren Hals in die Länge und den Kopf in die Höhe. Die warmbraune Sprenkelung ihres Gefieders imitiert ein Spiel aus Licht und Schatten und lässt Rohrdommel förmlich mit ihrer Umgebung verschmelzen. Der Lebensraum dieser streng geschützten und störungsempfindlichen Art ist durch Trockenlegungen stark zurückgegangen. Der Schutz ihres Lebensraumes kann helfen, diese streng geschützte Art zu erhalten, so dass noch lange die Rufe aus dem Schilf erschallen.

LN

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