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Segeberg 1:1 — CDU gleicht gegen SPD aus
Lokales Segeberg 1:1 — CDU gleicht gegen SPD aus
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23:14 31.07.2015
Endlich Ausgleich: Gero Storjohann, Uwe Voss und Volker Stender (alle CDU) mit Holger Tiemann (2. von rechts) vom Eintracht-Vorstand.
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Bad Segeberg

Aus dem Hintergrund müsste Storjohann schießen — Storjohann schießt — Tooooor! Tooooor! — Die CDU landet einen Treffer. 1:1. Erleichterung auf den politischen Rängen. Jetzt haben die Christdemokraten nach Jahren politischer Abstinenz im Eintracht- Stadion plakativ mit den Sozialdemokraten gleichgezogen. Nicht nur die SPD mit ihrem Bundestagsabgeordneten Franz Thönnes („dat mutt“) ist dort jetzt vertreten, sondern auch CDU-MdB Gero Storjohann. Und das alles hat nicht Sepp Herberger eingefädelt, sondern Bad Segebergs CDU-Coach und Vorsitzender Uwe Voss.

Der las nämlich Ende Mai im Urlaub auf Bornholm in den Lübecker Nachrichten, dass das SPD-Plakat des Bundesabgeordneten Franz Thönnes auf den Sportgelände der Gemeinschaftsschule und des Vereins Eintracht Segeberg Ärger machte. Die Granden des Schulverbandes sorgten sich. Denn laut Paragraph 29 des Schulgesetzes sind Werbemaßnahmen in öffentlichen Schulen unzulässig. Auch sei während der Unterrichtszeit die Tätigkeit politischer Parteien nicht erlaubt. Da könnte beim Kicken auf dem Gelände des Schulträgers doch hin und wieder der Blick eines Schülers auf das SPD-Plakat fallen. Schon vor zwei Jahren wurde das nicht einmal rote Banner weg vom Sportplatz an eine Wand ans Vereinsheim verbannt. Ein Kompromiss, „damit die armen Schüler sich nicht belästigt fühlen und in eine politische Richtung getrieben werden“, begründete das damals Holger Tiemann vom Eintracht-Vorstand ironisch. Bernd Falkenhagen, Leiter der Schule am Burgfeld, dessen Schüler auch die Sportstätte nutzen, habe selbst nichts gegen normale Bandenwerbung, bei Politik bekomme er aber „Bauchschmerzen“, sagte er den LN.

Für den urlaubsentspannten Uwe Voss war sofort klar: Hier müssen politische Parteien solidarisch sein. Voss: „Die Politik wird genauso wie die Sportlerbetreuung ehrenamtlich betrieben. Da soll man nicht so tun, als wäre die Politik etwas Schlimmes.“ Außerdem passe einseitige Werbung einer Partei nicht ins Stadion. Nun unterstützt nicht nur die SPD die Arbeit des Vereins mit seinen rund 400

Kindern und Jugendlichen, sondern auch die CDU. Den Preis für die Bandenwerbung zahlt die CDU aus dem Erlös einer ausverkauften Berlin-Tagesreise.

Holger Tiemann bedankte sich für die finanzielle Unterstützung. Das CDU-Plakat werde am Vereinsheim so aufgehängt, „dass es Herr Falkenhagen nicht sehen kann“, versprach er. Beim alkoholfreien Sekt stellte er auch noch fest, dass es im Stadion noch mehr freie Fläche für Parteienwerbung gebe. Grüne, FDP — nun seit ihr dran mit der Förderung des Sports!

„Man sollte nicht so tun, als wäre die Politik etwas Schlimmes.“
Uwe Voss, CDU-Vorsitzender Bad Segeberg

Wolfgang Glombik

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