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Segeberg 1. Wirtschaftstag in der Messe der Kaserne
Lokales Segeberg 1. Wirtschaftstag in der Messe der Kaserne
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23:24 26.09.2013
Sie brachten Schwung in den Segeberger Wirtschaftstag: Die Dixieland-Combo zog durch die Reihen der Besucher. Quelle: Foto: Glombik

Der Veranstaltungsort, die alte Kaserne, regte zu Methaphern an. „Das ist hier ein Gelände mit Zukunft und ein Haus der Vergangenheit“, umschrieb der Geschäftsführer der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WKS), Ulrich Graumann, den LN den Umstand, dass die alte Mannschaftmesse auf dem früheren Kasernengelände irgendwann einem neuen Projekt im Levopark weichen wird. Dabei war der Saal ideal für den gestrigen gutbesuchten 1. Segeberger Wirtschaftstag.

Was man mit frischer Farbe so alles erreichen kann: Der Levo-Park im Besitz der Familie Wachholtz war herausgeputzt worden; die Wände weiß gestrichen, die Löcher im Boden zugespachtelt, Teppich verlegt. Nur das Kaffeewasser musste herbeigeschafft werden. „Wie im Zelt“, witzelte Graumann. Vor Jahren, als die verlassene Kaserne noch dem Bund gehörte, waren im Frost die Rohre geplatzt.

Und nun wie neu: Alles was im Kreis Segeberg Rang und Namen hatte, war gekommen, mehr als eigentlich zugesagt hatten. Bernd Jorkisch, Aufsichtsratsvorsitzender der WKS und IHK-Vicepräses, stellte klar, dass die alten städtischen Ideen für die Kaserne längst überholt seien. „Es muss möglich sein, dass sich hier Fachmärkte entwickeln können, die nicht innenstadtrelevant sind.“ Wie berichtet, lehnt die Stadt den von Familie Wachholtz gewünschten Supermarkt ab. Die Bauleitplanung für das Gelände kommt nicht voran.

Trotzdem siedelten 50 Firmen auf den Gelände an. Es wurde zu einem „Gründerzentrum“ für junge Unternehmen. Jorkisch rief zu einem „Bündnis der Wirtschaft“ des Kreises auf und nannte gleich die Namen der Vorreiter, die die Wirtschaftentwicklungsgesellschaft „kraftvoll unterstützen sollen“. Das sind Martin Deertz, Vorstand der Sparkasse Südholstein, Hans-Joachim Grote, Oberbürgermeister von Norderstedt, Eventmanager Ingo Micheel, Jürgen Scheffler von der Kreishandwerkerschaft und Professor Rüdiger Soltwedel.

Staatssekretär Ralph Müller-Beck schrieb Jorkisch ins Stammbuch, dass er wirtschaftliche Dynamik seitens der Landesregierung vermisse. Doch Müller-Beck betonte, dass Kiel an der Seite des Kreises stehe und hörte gar nicht auf, die wirtschaftliche Potenz der Segeberger zu loben. Es sei nur eine Frage der Zeit, dass die A 20 auch über die A 7 hinaus bis zur Elbe weitergebaut werde. Außerdem solle „in jeden Winkel des Landes“ Breitband kommen, versprach er.

Hauptredner Professor Thomas Straubhaar sah „die Rückkehr des Lokalen“ kommen. Gerade die mittelständische Wirtschaft habe bei der Globalisierung und der Suche nach Absatzmärkten in China „Lehrgeld bezahlt“. Es sei wieder an der Zeit Richtung Westen zu schauen, warb er. Die USA stehe vor einem neuen Aufschwung.

Inzwischen könnten sich qualifizierte Beschäftigte auch im Kreis ihren Arbeitgeber aussuchen. Deshalb sei es wichtig, nicht bei der Weiterbildung der Mitarbeiter zu sparen, so Straubhaar. Auch wenn die Gefahr größer werde, dass junge Leute ihren Arbeitsplatz wechselten. Aber die Option zu haben, bedeute für die jungen Leute nicht, sie auch einzulösen.

„Hier müssen auch Fachmärkte möglich sein.“
Bernd Jorkisch (WKS)

Wolfgang Glombik

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