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Segeberg 1480 Euro Schulden pro Kopf
Lokales Segeberg 1480 Euro Schulden pro Kopf
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21:21 11.12.2015
„Das Wichtigste ist der Kauf von Bauland.“ Andrea Wagner-Schöttke, Finanzausschuss

Auch wenn die Zinsen günstig sind, hoben die Ricklinger Gemeindevertreter nur ungern den Finger zur Aufnahme eines Kommunalkredites über 400000 Euro, um Rechnungen aus dem laufenden Haushaltsjahr zu bezahlen. 30 Jahre Laufzeit, 2,22 Prozent Verzinsung. „Und das für einen Haushalt“, kommentierte Rainer Hoop (CDU) kopfschüttelnd. „Es hilft ja nichts, aber es ist schrecklich.“

Der laufende Haushalt sieht dabei nicht besser aus. Alle Investitionsmaßnahmen sollen kreditfinanziert werden. Summa summarum 746300 Euro, trug Amtskämmerer Jochen Möller vor. Wenn alles genehmigt wird — und davon geht in Rickling keiner der Verantwortlichen aus — steigt die Verschuldung Ende kommenden Jahres auf 4,6 Millionen Euro. „Das ergibt eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1480 Euro.“ Harter Tobak. Die hohen Darlehen seien zum Großteil durch die Sanierung der Dorfstraße entstanden, erklärt Möller.

16 Investitionsmaßnahmen hat die Gemeinde im kommenden Jahr geplant. Darunter Grundstückskäufe zur Weiterentwicklung der Gemeinde, die keine freien Gewerbeflächen hat. Und auch kein Baugebiet. „Der Ankauf von Bauland ist das Wichtigste“, betonte Finanzausschussvorsitzende Andrea Wagner-Schöttke (SPD). Eine Investition in die Zukunft. Damit das Dorf mit neuen Bewohnern aufgefüllt werden könne.

Weitere 120000 Euro sind eingeplant für die Sanierung des Dorfhauses Fehrenbötel. 100000 Euro werden zur Sanierung von Wirtschaftswegen veranschlagt. „Aber nur, wenn es dafür Fördermittel gibt“, erklärt Wagner-Schöttke.

Außerdem sind 75000 Euro für Gehwegsanierungen vorgesehen im Rahmen des Glasfaserausbaus. Ein Posten, der einiges Gegrummel von der CDU-Seite erntete. Doch Bürgermeister Christian Thomann (ABR) argumentierte, dass die Wege sowieso aufgerissen würden und die Gemeinde Kosten sparen könne, die Pflasterung gleich neu zu machen.

Ob es bei allen Maßnahmen bleibt, wird sich zeigen, wenn die Kommunalaufsicht den Haushalt geprüft hat. Schon beim letzten Mal musste die Kreditsumme um 30000 Euro gekürzt werden.

Insgesamt beläuft sich das Volumen des Ergebnisplans auf 5,3 Millionen bei einem Fehlbedarf von 190000 Euro. Ursprünglich hatte man sogar mit 271000 Euro geplant, aber durch die ausgebliebene Erhöhung der Kreisumlage vermindert sich das Defizit der Gemeinde um 82400 Euro.

Die Hebesätze der Steuern bleiben unverändert. Die Haupteinnahmequellen seien „nicht so schlecht“, laut Möller. Er rechnet mit Einkommensteuereinnahmen von 961000 Euro und Schlüsselzuweisungen vom Land von 1,156 Millionen Euro. „Doch die Belastungen sind höher.“ Zu den größten Posten gehören Schulkostenbeiträge in Höhe von 680000 Euro und für die Kita 265000 Euro.

Nadine Materne

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