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Segeberg 16 Euro: Hundesteuer-Paradies Leezen
Lokales Segeberg 16 Euro: Hundesteuer-Paradies Leezen
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22:11 22.08.2018
„Die Bürgermeister wissen genau, wer im Dorf einen Hund hat.Thomas Hartstock Leiter Amt Trave-Land
Bad Segeberg

Die Dörfer im Amt Trave-Land seien so überschaubar, dass der Bürgermeister meist selbst genau wisse, wer in der Gemeinde einen Hund habe, ist Verwaltungsleiter Thomas Hartstock überzeugt. Von daher sei auch nicht beabsichtigt, extra Kontrollen durchzuführen oder gar Firmen damit zu beauftragen, um Hundehalter, die es versäumt haben, Steuern zu zahlen, anzusprechen. So hatte es vor fünf Jahren Bad Segeberg erfolgreich geprobt. Hier schätzt man, wie berichtet, dass derzeit allein im Stadtgebiet 150 Hunde nicht angemeldet sind und der Stadt so Tausende Euro an Steuern entgehen.

Hartstock vom Amt Trave-Land: „Viele Anwohner wissen gar nicht, dass sie von allein tätig werden müssen, um den Hund anzumelden. Manchmal werden wir bei hinzuziehenden Bürgern auch über deren Hund von der früheren Heimat-Kommune des Betreffenden informiert.“ Da komme dann die Mitteilung, doch bitte zu überprüfen, ob der Hund beim Umzug auch mit angemeldet und nicht „vergessen“ wurde.

Die Hundesteuer spiele auch beim gesamten Steueraufkommen der Gemeinden nicht die große Rolle. Im Rahmen der Ordnungsprüfung der Gemeindehaushalte werde schon bei einigen Gemeinden darauf hingewiesen, dass ihre Hundesteuersätze weit unter den empfohlenen Sätzen liegen. Tatsächlich gibt es bei dieser Steuer auch im Amt Trave-Land ein breites Spektrum von nur 20 Euro im Jahr wie in Weede und Schackendorf bis zu 120 Euro in Krems II und Stipsdorf. Zum Vergleich: Die benachbarte Stadt Bad Segeberg verlangt für Lumpi 144 Euro im Jahr. Ein Zweithund kostet hier 158 und ein dritter Vierbeiner im Haushalt gar 179 Euro. Im Amt Trave-Land gibt es reichlich Hundefreunde. Im kleinen Bahrenhof laufen elf Hunde herum, die Gemeinde Seedorf scheint mit gleich 257 ein Eldorado für treue Vierbeiner zu sein.

Auch Karsten Braker, Kämmerer vom Amt Leezen, berichtet über sehr günstige Hundesteuersätze. Bei Leezen kann man schon von einem Hundesteuer-Paradies sprechen. Der erste Hund kostet hier nur 16 Euro Steuern im Jahr, der höchste Steuersatz liege in Bebensee, Wittenborn und Kükels bei schlappen 50 Euro jährlich. Da lohnt es sich wirklich nicht, Steuern zu hinterziehen.

Zumal das Amt gut vernetzt ist. So bekommen laut Braker die Bürgermeister straßenweise Listen mit den angemeldeten Hundehaltern. Der Bürgermeister kann noch zwei, drei erfahrene Gemeindevertreter hinzuziehen. Die finden dann schnell heraus, ob da noch der eine oder andere Hund auf der Liste fehlt und geben der dankbaren Verwaltung einen Tipp. „Den vermeintlichen Nichtanmelder schreiben wir dann an.“ Der Behörde werde sicher schon mal der eine oder andere Hund „durch die Lappen gehen“. Aber „zu 99 Prozent“, ist sich Kämmerer Braker sicher, seien die Hunde im Amtsbereich Leezen erfasst.

Insgesamt gebe es hier 850 Hunde. Da habe etwa jeder zehnte Bürger im Amt Leezen einen Hund. Immer wieder stoße er auf Unverständnis, dass der zweite und dritte Hund viel teurer sei. Braker: „Es gibt keinen Mengenrabatt.“ Grundsätzlich habe aber das Amt „sehr moderate Steuersätze“.

Von Wolfgang Glombik

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