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160-Tonnen-Kran soll Turmspitze retten

Bad Segeberg 160-Tonnen-Kran soll Turmspitze retten

Stürme verursachten im vergangenen Jahr am Dach von Bad Segebergs schönstem Wohnhaus einen Totalschaden.

Bad Segeberg. Segebergs Traumhaus Nummer eins bekommt ein neues Dach. 1997 erfüllten sich Wolfgang und Marlies Harksen den Wunsch vieler Menschen vom Wohnen im Wasserturm. Sie ersteigerten damals Bad Segebergs Wahrzeichen am Kalkberg, ließen den großen Stahltank herausschweißen und investierten rund eine Million Euro in ihr ganz besonderes Eigenheim. In dem Haus mit 136 Treppenstufen, verkehrt ein Aufzug und verbindet sieben Stockwerke. In den oberen Etagen wird gewohnt und gekocht. Mit herrlichem Blick über Bad Segeberg. Gerade bei extremen Wetterlagen wie Sturm und Gewitter gibt es in ganz Bad Segeberg keinen spannenderen Ort als hier oben im Wasserturm mit Rundumblick durch 83 Fenster. Doch bei einem der Herbststürme im vergangenen Jahr sind auf dem denkmalgeschützten Haus zahlreiche Dachziegel zerstört worden. Durch die zerbrochenen Ziegel drohte Feuchtigkeit einzudringen, berichtete Eigentümer Wolfgang Harksen den LN. Der Sturmschaden muss dringend saniert werden.

LN-Bild

Stürme verursachten im vergangenen Jahr am Dach von Bad Segebergs schönstem Wohnhaus einen Totalschaden.

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„Ich hoffe, dass wir in wenigen Tagen die Spitze abnehmen können.“ Wolfgang Harksen, Eigentümer und Bewohner des Wasserturmes

Das Malheur am Dach sehe man von unten gar nicht. Erst mit Hilfe einer Drohne und Kamera, die sein Sohn über das Gebäude lenkte, wurde das Ausmaß des Schadens deutlich. Böen hatten noch im vergangenen Jahr etwa die Hälfte aller Pfannen zerbrochen. „Schon aus Sicherheitsgründen, um zu verhindern, dass Pfannen herunterfallen, muss komplett neu eingedeckt werden“, sagt Harksen. Ein Gutachter bescheinigte dem Dach einen Totalschaden, die Versicherung muss zahlen. Rund 70 000 Euro wird die aufwändige Baumaßnahme mit dem Rundum-Gerüst kosten.

Wolfgang Harksen (65) musste in den vergangenen Wochen vieles managen. Es musste nicht nur das komplette Gebäude eingerüstet werden, ja regelrecht verpackt werden, auch die Turmspitze des Wasserturms soll restauriert werden. Sie ist an einer Stelle eingerissen.

Bloß, wie bekommt man die herunter? Ein Hubschrauber wäre zu teuer, ein Kran, der Harksen angeboten wurde, war zu klein. Nun hat Harksen Kontakt mit einer Firma, die einen der größten Kräne aus Hamburg herbeischafft. Harksen hofft, dass das 160-Tonnen-Ungetüm kommende Woche nach Bad Segeberg kommt. „Das wird sehr spektakulär. Ich hoffe, dass wir in wenigen Tagen die Spitze abnehmen können“, sagt der Bauherr. Die wahrscheinlich eingerissene Spitze soll repariert und etwa vier Wochen später auf das dann neu eingedeckte Dach gesetzt werden.

Der Denkmalschutz redet bei jeder Sanierung des 1910 erbauten Wasserturms mit. Wie alle Türme dieser Art war er leer wie eine Röhre – bis auf den großen Tank, der unter der Decke hing. Noch bis 1977 glich der 36,45 Meter hohe Turm den Druck im städtischen Wassernetz aus. Im Jahr 1988 verkaufte die Stadt Bad Segeberg das Gebäude. Verschiedene Investoren scheiterten mit ihren Plänen. Erst als Wolfgang Harksen den Wasserturm umbauen ließ, war Bad Segebergs Wahrzeichen vor dem drohenden Verfall gerettet. Gedankt hat das die Stadt der Familie Harksen nie. Im Gegenteil: Ärger mit Behörden hatte es damals reichlich gegeben.

Immerhin habe jetzt im Vorfeld der Dachsanierung die Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz sehr gut geklappt, berichtet Harksen den LN erleichtert. Er sehnt jetzt den Tag herbei, an dem die Metallspitze des Wasserturms zu Boden schwebt.

Wolfgang Glombik

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