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Segeberg 21-Jähriger wegen Mordes an der Mutter vor Gericht
Lokales Segeberg 21-Jähriger wegen Mordes an der Mutter vor Gericht
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21:17 31.05.2016
Stefan Becker, Vorsitzender Richter der 2. Großen Strafkammer (Mitte) am Landgericht Kiel. Quelle: Fotos: Nam

In Handschellen und in Begleitung von Personal des psychiatrischen Krankenhauses in Neustadt wurde der Angeklagte Martin R. (Name geändert) gestern in Saal 137 des Landgerichts Kiel geführt. Der inzwischen 21-Jährige muss sich seit gestern wegen „Mordes im Zustand der Schuldunfähigkeit“ verantworten, wie Staatsanwalt Torsten Holleck in seiner Anklageschrift verlas. Der junge Mann aus Oering soll demnach im Januar dieses Jahres seine Mutter heimtückisch mit einem Küchenmesser ermordet haben. Bei dem Sicherungsverfahren geht es darum, den Angeklagten in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen.

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Stefan Becker, Vorsitzender Richter der 2. Großen Strafkammer (Mitte) am Landgericht Kiel.

„Das Opfer war arg- und wehrlos. Es wurde ohne Vorwarnung attackiert.“Torsten Holleck, Staatsanwalt

„Unvermittelt und ohne Vorwarnung“ soll R. „wie von Sinnen“ auf seine Mutter eingestochen haben, schilderte Staatsanwalt Holleck die Tat im elterlichen Wohnzimmer am frühen Abend des 14. Januar in Oering. Drei Mal. In die Schulter, die Wange und in den Rücken der 40-Jährigen. Anschließend, so Holleck, trat R. ununterbrochen auf seine Mutter ein und ließ erst von ihr ab, als er von seinem Großvater überwältigt wurde, der im Nachbarhaus wohnt. Er fixierte R. bis zum Eintreffen der Polizei.

Das Opfer verblutete noch in der Wohnung. Bei dem Stich in den Rücken war laut Anklage die Lungenschlagader verletzt worden. Die 40-Jährige sei zum Tatzeitpunkt arg- und wehrlos gewesen. Der Angeklagte habe billigend in Kauf genommen, dass sein Opfer die Verletzungen nicht übersteht.

Der junge Mann ist offenbar psychisch krank und seit der Tat in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Die Staatsanwaltschaft geht offenbar davon aus, dass von Martin R. auch in Zukunft Gewalttaten zu erwarten sind und von ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht – die Voraussetzung für einen Antrag nach Paragraph 63 des Strafgesetzbuches auf Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Verteidiger Philipp Seibel erklärte, dass sein Mandant auf Fragen zur Sache Angaben machen werde und stellte dann einen Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit für die Dauer der gesamten Beweisaufnahme, einschließlich Strafanträge sowie Schlussworte des Angeklagten. In dem Verfahren gehe es um den engsten Persönlichkeitsbereich seines Mandanten und seiner Familie, insbesondere dessen psychischen Gesundheitszustand. Außerdem gelte Martin R. als Heranwachsender.

Staatsanwalt Holleck hatte keine Einwände und teilte die Einschätzung zur Anwendung des Jugendstrafrechts – R. hatte noch zu Hause bei den Eltern gelebt. Auch die Jugendhilfe und der psychiatrische Sachverständige Dr. Thomas Bachmann unterstützten den Antrag der Verteidigung. Unter psychiatrischen Gesichtspunkten sei der Ausschluss der Öffentlichkeit sinnvoll, damit sich R. offener äußern könne, so Bachmann. Die Kammer unter Vorsitz von Richter Stefan Becker folgte dem Antrag der Verteidigung aus den genannten Gründen und sprach auch die Belastung für den Angeklagten an, der schuldunfähig einen nahen Angehörigen getötet habe. Die Öffentlichkeit wird demnach bis zur Urteilsverkündung – voraussichtlich im Juli – ausgeschlossen.

Nadine Materne

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