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25. Jahresschau von „Auge“: Spiel mit Farben und Formen

Bad Segeberg 25. Jahresschau von „Auge“: Spiel mit Farben und Formen

Sieben Segeberger Künstler und vier Gastkünstler haben ihre Werke positioniert. Die Ausstellungsgemeinschaft Auge zeigt die 25. Jahresschau in der Villa Flath. Zum Thema „Play!“ wurden die Werke diesmal ausgesucht. Am heutigen Sonntag um 11.30 Uhr ist Vernissage.

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Bad Segeberg. Uwe Bangert, Wladimir Bekker, Rainer Deutschmann, Katrin Lienau, Carsten Rieck, Konrad Schüler und Nine Winderlich zeigen ausgewählte Kunst, die etwas über Spielen („Play!“) auszudrücken vermag.

LN-Bild

Sieben Segeberger Künstler und vier Gastkünstler haben ihre Werke positioniert. Die Ausstellungsgemeinschaft Auge zeigt die 25. Jahresschau in der Villa Flath. Zum Thema „Play!“ wurden die Werke diesmal ausgesucht. Am heutigen Sonntag um 11.30 Uhr ist Vernissage.

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Dabei verfolgen alle ganz unterschiedliche Ansätze. Als Gastkünstler sind diesmal Barbara Bull, George, Annelisa Leinbach und Einar Tukowski dabei.

Öffnungszeiten der Villa Flath in der Bismarckallee 5: Freitag bis Montag von 15 bis 18 Uhr. Auch am Reformationstag, Dienstag, 31. Oktober, ist die Schau von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Einen besonderen Termin wird es zudem am Sonnabend, 21. Oktober, in der Villa geben. Barbara Bull stellt ihr Buch „Kia Orana“ vor. Darin zeichnen, malen und erzählen Kinder der Cook-Inseln in der Südsee. Beginn ist um 16 Uhr.

Die Jahresschau ist bis zum 5. November zu sehen. Einige der Kreativen erzählen vorab von ihren Absichten und den Entstehungsgeschichten hinter den Werken.

Spiel mit viel und wenig

Die Jute-Leinwände für ihre Bilder hat Nine Winderlich selbst hergestellt. Sie hat sich mit Resilienz, also Widerstandsfähigkeit, beschäftigt. In einem Werk befinden sich zwei mit Kasein-Temperafarben gemalte Kattas in einem Baum – einer ist aktiv, der andere hängt gemütlich herum. „Wir wollen oft viel, aber manchmal reicht wenig“, sagt die Künstlerin aus Rotenhahn. Den gleichen Gegensatz bringt sie auch in ihren Stehaufmännchen zum Ausdruck, die von ganz allein wieder eine aufrechte Haltung herstellen können – und so den Kopf wie von selbst immer oben behalten.

Eine animierte Bilderserie

Karin Lienau zeigt eine animierte Sequenz von Bildern – ein Kind beim Fußballspielen. Bei dieser Stop-Motion-Technik werden Objekte von Bild zu Bild nur wenig verändert – und erzeugen eine Bewegungsabfolge. Die Bad Segebergerin verweist auch auf die Werke neben ihren: Sie stammen von Gastkünstlerin Annelisa Leinbach. Die 24-Jährige kommt aus den USA, wurde jedoch im Elternhaus Lienaus bei Kiel geboren. Die junge Frau kam in diesem Sommer zu Studienzwecken nach Berlin und besuchte Bad Segeberg. Sie ist mit Malzeug losgezogen und hat mit Wasserfarben die „Segeberger Woche“

geschaffen. In den Werken sind Ansichten der Stadt verarbeitet.

Aus anderen Kulturen

Flötenspieler aus fremden Kulturen hat Barbara Bull in ihre Bilder eingearbeitet. Gefunden worden seien diese Motive 3000 Jahre vor Christus auf Objekten in Jordanien. Sie hat sie mit anderen Figuren vermischt. Ihre Eindrücke stammen auch von einem neunmonatigem Aufenthalt auf den Cook-Inseln, wo sie ein Kunstprojekt mit 450 Kindern geleitet hat. Themen der Vergangenheit und des Alltags wurden gemalt – und ein ganzen Buch ist daraus entstanden.

Georges Lichttempel

Der Hamburger Künstler, der sich nur „George“ nennt, ist mit seinen Lichttempeln zu Gast bei der Schau. Die dreidimensionalen, funktionalen Apparate bestehen aus alten unterhaltungselektronischen Geräten und Sammlungen: Reste von Möbelstücken, Spiegelglas, Teile von Fernsehgeräten, Radios, Blechdosen oder Rechnersystemen. Und die Abspielmöglichkeiten bleiben durchaus bestehen. Überall lassen sich versteckte Schalter und Rädchen entdecken, die der gelernte Maschinenbauschlosser mit Dekorativem verschraubt, verklebt und gelötet hat. Upcycling der besonderen Art.

Malen infrage gestellt

„Souvenirs aus den Gärten des Orpheus“ hat Konrad Schüler seine Werke genannt, die in zwei Blöcken zu sehen sind und durch eine Vitrine ergänzt werden. Seine Ölfarben auf Leinwand hat er bewusst um eines der großen Fenster der Villa Flath drapiert. In seinem Schaffensprozess hat er sich auch damit auseinandergesetzt, ob diese „Uralttechnik“ des Malens bei den modernen Medien heute überhaupt noch Gültigkeit hat. Ob es kompatibel ist, bleibt dem Betrachter überlassen.

Gedankenspiel im Kopf

Zwei Werke zeigt Wladimir Bekker. „Augenblick“ verkörpert die verschiedenen Rollen, in die die Menschen jeden Tag schlüpfen. Ein Wesen, halb Fisch, halb Nagetier, könnte beides sein: Hält man den Kopf jeweils halb verdeckt, sieht es entweder gefräßig oder mitleidig aus. Auch in „FFF“, was für Feind, Freund und Futter steht, geht es darum, dass man sein Gegenüber anfangs zunächst skeptisch beäugt. „Es ist immer ein Spiel zwischen Menschen; ein Gedankenspiel im Kopf“, sagt der Gönnebeker über die Ölfarben auf Baumwolle.

Lichtreflexe im Wasserglas

Einzigartige Fotografien sind von Rainer Deutschmann zu sehen. Er hat Flüssigkeit in meist kreisrunden Gefäßen mit Musik beschallt. Durch die Schwingungen sind Muster und Wellen auf der Oberfläche entstanden, die er ausgeleuchtet aufs Bild gebannt hat. „Das Licht sammelt sich in den Störungen“, sagt der Wittenborner. Die Vielfalt sei erstaunlich. „Die Lichtreflexe auf den Oberflächen wirken wie Mikroorganismen oder so, als ob man sich in einem fremden Kosmos bewegt.“ Durch Öl oder Tinte, die teilweise in die Flüssigkeiten hinzugegeben wurde, entstehen zudem Farbverläufe in den sehr kurzen Momentaufnahmen.

Irene Burow

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