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30 Jahre lang für Kinder und Jugendliche im Einsatz

Bad Segeberg 30 Jahre lang für Kinder und Jugendliche im Einsatz

Segebergs oberste Jugendschützerin Marion Laaser verabschiedet sich in den Ruhestand. Am 1. Februar 1986 hatte sie ihren Dienst als erste Kinder- und Jugendschutzbeauftragte des Kreises Segeberg angetreten. Ob der Kreis die Stelle wieder besetzt, ist noch unklar.

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Sie war die erste Kinder- und Jugenschutzbeauftragte des Kreises: Marion Laaser geht jetzt in den vorgezogenen Ruhestand.

Quelle: Domann

Bad Segeberg. Marion Laaser sitzt in ihrem Büro im achten Stock des Kreishauses. „Einen schönen Ausblick habe ich hier“, sagt Segebergs Kinder- und Jugendschutzbeauftragte und zeigt auf See, Wasserturm und die Efeuwand der Gemeinschaftsschule am Seminarweg. In den vergangenen 30 Jahren ist sie häufig im Gebäude umgezogen – das hat nun ein Ende. Zum 31. Juli geht sie in den Ruhestand.

„Meine Arbeit hat mir Spaß gemacht, ich habe liebe Kollegen, die noch viel umsetzen wollen.“ Marion Laaser

Am 1. Februar 1986 hatte sie ihren Dienst als erste Kinder- und Jugendschutzbeauftragte des Kreises Segeberg angetreten. „Ich war Lehrerin für Sport und Englisch, hatte einige Zeit mit arbeitslosen Jugendlichen in Lübeck gearbeitet, das hat wohl gepasst“, sagt Marion Laaser. Der erzieherische Kinder- und Jugendschutz ist ihr Aufgabengebiet, es geht um Prävention und Lebenskompetenzförderung.

„Werden Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen gestärkt, sind sie weniger anfällig gegenüber Süchten“, so die 63-Jährige.

Daran hat sich in den vergangenen 30 Jahren nichts geändert, nur dass einige Suchtgefahren dazugekommen sind, etwa durch Medien und Cybermobbing. „Ich habe vor Kurzem 26 Lehrer zu Mobbingberatern ausgebildet, die Nachfrage ist groß.“ Auch der Medienkonsum habe sich verändert. „Ich bin mit Polizisten auf Razzia in Videotheken gefahren und wir haben nach indizierten Filmen gesucht.“ In Erinnerung geblieben sind ihr vor allem zwei Titel: „Kettensägen-Massaker“ und „Muttertag“. Heute seien die Horrorfilme von damals vergleichsweise harmlos, die Indexliste war schnell abgearbeitet.

Heutzutage umfasst sie dagegen viele Seiten.

Eines von Marion Laasers ersten Projekten war eine Talkshow. Sie hatte NDR-Moderator Axel Lerche eingeladen und verschiedene Spezialisten zu den Talkthemen sexueller Missbrauch, Spielsucht, Horrorfilme und Aids. „Der Musiker Wöff hat in den Pausen Musik gemacht und Gitarre gespielt. Wir haben bis 24 Uhr diskutiert, das war einmalig.“ Projekte anstoßen und zusammenführen, zielgruppenorientiert arbeiten – das war Marion Laasers Weg. So hat sie sich um Fortbildungen für Multiplikatoren ebenso gekümmert wie um Präventionsangebote für Kinder und Jugendliche. „Wir haben sämtliche aktuelle Themen aufgenommen, wir haben damals auch eine Veranstaltung zu Scientology gemacht, im Kreis Segeberg waren die allerdings nicht tätig.“

Auch eine Infoveranstaltung zu Salafismus hatte die Jugendschutzbeauftragte vor Kurzem organisiert. Nachgefragt sind auch die Fachtagungen zu Cannabis sowie der große Elternabend zum Thema Pubertät.

Nachhaltigkeit ist Marion Laaser wichtig, deshalb sind viele Präventionsveranstaltungen über mehrere Tage angelegt. So auch die Inforallye für Mittelstufenschüler, die 1998 das erste Mal stattfand.

Schüler informieren sich über Beratungsstellen und deren Hilfeangebote und stellen ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit vor. „Es gab einige Rückmeldungen von Beratungsstellen, dass Schüler dort Hilfe gesucht haben“, erzählt Laaser.

Ein wenig Wehmut klingt mit, als sie über ihre Arbeit berichtet. „Meine Arbeit hat mir Spaß gemacht, ich habe liebe Kollegen, die noch viel umsetzen und erreichen wollen.“ Da ihr Mann aber bereits in Rente ist, hat sie sich für den vorgezogenen Ruhestand entschieden. „In ein Loch falle ich nicht, ein Bildungsurlaub nach Salzburg und München steht an.“ Außerdem liest sie gern schwedische Krimis, macht Sport und möchte ihr Italienisch vor Ort verbessern.

Ihr Blick schweift über den See. Und eine Frage bleibt. „Wer wird meine Inforallye machen?“ Noch gibt es keine Antwort. Es gebe zwar keine gesetzliche Verpflichtung für eine Kinder- und Jugendschutzbeauftragte, jedoch würden die Aufgaben weiterhin wahrgenommen, sagte Jugendamtsleiter Manfred Stankat den LN. In welcher Form, das werde in den nächsten Monaten entschieden.

 Silvie Domann

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