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Segeberg 35 Meter hoher Pylon für Gewerbegebiet
Lokales Segeberg 35 Meter hoher Pylon für Gewerbegebiet
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11:20 24.02.2016
Auf diesen Flächen entsteht Bad Segebergs neues Gewerbegebiet, und womöglich wird auch ein riesiger Werbepylon aufgestellt. Quelle: Falk

Die Erschließung des Gewerbegebietes „Burgfelde“ hat bereits begonnen, und der Umzug des Baustoffzentrums Hass & Hatje aus beengten Verhältnissen an der Rosenstraße auf größeres Terrain findet auch allgemein Zustimmung. Da dafür aber der Bebauungsplan Nr. 79 geändert werden muss, möchte die Stadt auch gleich einen Werbepylon ermöglichen. Dieser soll aber nicht nur einem Unternehmen zur Verfügung stehen, sondern mehreren Betrieben als Werbeträger dienen.

„Das Gewerbegebiet hat eine überörtliche Bedeutung“, sagt Stadtplanerin Ute Heldt, die darauf verweist, dass ein solcher Werbepylon rein planungsrechtlich ermöglicht werden soll. Ein konkreter Antrag liege nicht vor, auch nicht vom Baustoffhandel Hass & Hatje. Sicher sei jedoch bereits jetzt: Einen ganzen Wald an Werbepylonen werde es nicht geben. „Das wird aus städtebaulichen Gründen natürlich begrenzt. Ein Pylon für das Gewerbegebiet, mehr nicht“, so die Stadtplanerin. Hinsichtlich der Beleuchtung sollen für den Mast im Gewerbegebiet Burgfelde die gleichen Bedingungen wie für Obi gelten: Nachts muss die Beleuchtung ausgestellt werden. Obi knipst das Licht von 21 Uhr am Abend bis sieben Uhr am nächsten Morgen aus.

Das jedoch reicht Arne Hansen, Bürgermeister der Nachbargemeinde Klein Gladebrügge, nicht. „In den Wintermonaten ist zu befürchten, dass der Pylon fast ganztägig erleuchtet sein wird“, gibt er zu bedenken. Für ihn beeinträchtigt das Bauwerk nicht nur das Landschaftsbild negativ, auch naturschutzfachlich hat er seine Zweifel an dem Werberiesen. „Lichtsensible Vogelarten werden dadurch vermutlich unnötig irritiert“, so Hansen. Um das ausschließen zu können, halte die Gemeinde Klein Gladebrügge ein Gutachten zur Einschätzung der Lichtauswirkungen des Pylons speziell auf Fledermäuse für erforderlich.

Für Klein Gladebrügges Bürgermeister steht der Pylon zudem in einem deutlichen Widerspruch zum Ziel des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie, den Schilderwald in den Kommunen abzubauen. Auch bemängelt er, dass zwar die Höhe mit maximal 35 Metern begrenzt sei, es gebe aber keine Angaben zur Größe der Werbetafeln. Außerdem sei für ihn überhaupt noch nicht klar, ob später die A 20 tatsächlich in 300 Metern Entfernung an dem Gewerbegebiet vorbeiführen werde. Nach wie vor fehle ein rechtskräftiger Planfeststellungsbeschluss für den Trassenverlauf. Arne Hansen: „Ohne Autobahn ist ein Pylon mit 35 Metern Höhe komplett verzichtbar.“

Das weitere Verfahren: Die Änderung des Bebauungsplanes soll im März/April in den städtischen Gremien Thema sei. Falls ein entsprechender Beschluss gefasst wird, erfolgt im Mai die öffentliche Auslegung.

Große Verkaufsfläche

Hass & Hatje möchte sich im neuen Gewerbegebiet auf einer Fläche von etwa 2,5 Hektar ansiedeln. Der Baustoffhändler benötigt eine Verkaufsfläche von mindestens 1 200 Quadratmetern sowie 800 Quadratmeter für eine Musterausstellung im Außenbereich. Doch laut dem Bebauungsplans Nr. 79 sind Einzelhandelsbetriebe dort nur ausnahmsweise zulässig, und dürfen eine eine Verkaufsfläche von 200 Quadratmetern nicht überschreiten. Um die vorgesehene Verkaufsfläche zu ermöglichen, ist die Änderung des B-Plans erforderlich.

Petra Dreu

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