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Segeberg 37-Jähriger wegen Totschlags in Untersuchungshaft
Lokales Segeberg 37-Jähriger wegen Totschlags in Untersuchungshaft
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16:22 01.11.2018
Angehörige, Freunde und Nachbarn haben Blumen und Kerzen vor dem Hauseingang niedergelegt.    Quelle: Oliver Vogt
Bad Segeberg

Wegen dringenden Verdachts des Totschlags hat das Amtsgericht in Bad Segeberg am Mittwoch Haftbefehl gegen einen 37-Jährigen erlassen. Die Staatsanwaltschaft in Kiel wirft dem Mann vor, seinen gleichaltrigen Bekannten am Montagabend in dessen Wohnung im Bad Segeberger Jürgensweg getötet zu haben (die LN berichteten). Dem Verbrechen vorausgegangen war offenbar ein längerer Streit zwischen Täter und Opfer, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte.

Über Inhalt und Auslöser des Streits machte der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler indes keine Angaben. Im Laufe des Abends sei die Auseinandersetzung aber so eskaliert, dass der mutmaßliche Täter sein Opfer mit „stumpfer Gewalt“ niederstreckte und dabei tötete. Ob bei der Tat Alkohol im Spiel war, ließ Bieler auf Anfrage offen. „Wir gehen zurzeit aber davon aus, dass der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt in seiner Schuldfähigkeit nicht eingeschränkt gewesen ist.“

Nach der tödlichen Eskalation soll der 37-Jährige zunächst die Wohnung verlassen haben, er kehrte einige Stunden später aber dorthin zurück. Da er über keinen Haustürschlüssel verfügte, habe er sich dabei gewaltsam Zutritt zur Wohnung verschafft. Bieler zufolge wollte er sich vergewissern, ob er seinen Bekannten nur schwer verletzt oder tatsächlich getötet hatte. Als der mutmaßliche Täter in der Wohnung aber nur noch auf dessen Leiche stieß, suchte er am Dienstagmorgen die nur wenige Gehminuten entfernte Polizeiwache auf, um sich für sein Verbrechen zu stellen. Polizisten fanden den Toten wenig später.

Medienberichten zufolge, wonach der Beschuldigte ein Mitbewohner des Opfers war, wollte Bieler nicht bestätigen, schloss es aber auch nicht aus. Der Verhaftete sei nicht an der Adresse gemeldet, er verfüge aber über einen festen Wohnsitz.

Angehörige, Freunde und Nachbarn des Opfers legten nach der Tat Blumen und Kerzen vor dem Hauseingang nieder. Wie die „Bild“ berichtete, sei der Tote im Haus sehr beliebt gewesen. Der Beschuldigte habe sein Opfer aber oft „ausgenutzt“, zitierte das Blatt eine Nachbarin.

Mordmerkmale gebe es bei der Tat keine, sagte Bieler den LN. Ermittelt werde deshalb wegen Totschlags gegen den 37-Jährigen, der die Tat vor der Polizei und dem Amtsrichter gestanden hatte. Wegen Körperverletzungsdelikten sei er bereits in der Vergangenheit mehrmals verurteilt worden, sagte der Oberstaatsanwaltschaft. Allerdings seien die Strafen bisher jedes Mal zur Bewährung ausgesetzt worden.

Oliver Vogt

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