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Segeberg 40 Jahre Kampf für die Menschenrechte
Lokales Segeberg 40 Jahre Kampf für die Menschenrechte
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20:31 12.05.2016
Diese Segeberger Amnesties würden sich über weitere Mitstreiter für die gute Sache freuen. Quelle: privat

Seit 40 Jahren engagieren sich Segeberger Menschenrechtsaktivisten bei Amnesty International (ai) in ihrer eigenen Gruppe. „1976 haben wir mit zehn Leuten angefangen und waren Ende der Siebziger schon 25 Mitglieder in der Gruppe“, erinnert sich Gründungsmitglied Gerd Spelling aus Warder. An den Themen habe sich „leider nur wenig geändert“.

Die Gruppe 1451 aus Bad Segeberg setzt sich wie sieben Millionen Mitstreiter aus 150 Nationen vor allem für politische Gefangene und gegen die Todesstrafe, staatliche Folter und Misshandlung ein. Die Gruppe arbeitet immer für Einzelfälle, die sie teilweise über Jahre betreut. „Zu Anfang hatten wir als Einzelfall eine Frau aus Chile“, berichtet Gerd Spelling. „Dort herrschte damals eine grausame Militärdiktatur, die die ganze Familie grundlos bedrohte.“ Den Mann habe die chilenische Regierung verschwinden lassen, er sei nie wieder aufgetaucht. Dafür konnten die Segeberger Menschenrechtsaktivisten die Frau und ihren Sohn über Verbindungen zur Kirche in Chile befreien. Danach hat sie noch jahrelang bei ai-Segeberg mitgearbeitet, und ihr Sohn hat hier Abitur gemacht. „So eine spektakuläre Aktion war schon damals eine Ausnahme und Ähnliches gab es danach nie wieder“, erinnert sich Spelling.

Heute ist ein großer Teil Schreibarbeit für die Amnesties. Es werden hauptsächlich Regierungsstellen in den Ländern der Verfolgten und Inhaftierten direkt angeschrieben und immer auch deren Botschaften in Deutschland per Kopie informiert, dass die politisch Verfolgten nicht vergessen sind.

Seit Jahrzehnten setzt sich ai auch zum Thema „Stopp Folter in den USA“ ein. Zu 40 Prozent zeigt diese beharrliche Methode Erfolg. „Allerdings benötigen wir für unsere Methoden Regierungsstellen, beim Islamischen Staat funktioniert sie nicht, da er nur ein loser Zusammenschluss von Terroristen ist und kein Staat“, erläutert Gruppensprecherin Karin Hübner aus Klein Rönnau. Aktuell foltern 121 Staaten ihre politischen Gegner.

Und diese Gegner sind oft Menschen, die einfach nur Gerechtigkeit im Kleinen fordern und niemals Straftäter. Der aktuelle Fall der Gruppe ist ein gutes Beispiel dafür. Die chinesische Bürgerrechtlerin Liu Ping sitzt im Gefängnis, weil sie Korruption angeprangert hat. ai fordert ihre sofortige Freilassung.

Liu Ping wurde im Juni 2014 zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Sie hatte gemeinsam mit anderen im April 2013 eine Demonstration organisiert. Damit sollten hochrangige Staatsbedienstete aufgefordert werden, ihre Vermögensverhältnisse offenzulegen. Kurz darauf wurde sie festgenommen. Die Behörden warfen ihr vor, sie habe die öffentliche Ordnung gestört. Vor Gericht gab Liu Ping an, in der U-Haft gefoltert worden zu sein. Wer Liu Ping helfen möchte, kann sich unter www.amnesty-segeberg.de bei den Amnesties oder direkt bei Karin Hübner unter Telefon 0 45 51/78 49 melden.

Die nächste große ai-Aktion wird am 19. Juni ab 16.30 Uhr am Jungfernstieg in Hamburg sein. Dort beteiligen sich die Segeberger an der bundesweiten Menschenkette „Hand in Hand gegen Rassismus“.

LN

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