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4350 Minuten im Dauerlauf

Fahrenkrug 4350 Minuten im Dauerlauf

Auf Ausdauer kam es an beim landesweiten Lauftag. Die Fahrenkruger Grundschüler gaben gestern alles.

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83 Grundschüler in Fahrenkrug machten sich auf die Strecke, 63 hielten bis zum Ende durch.

Quelle: Fotos: Materne

Fahrenkrug. Marika Schöneberg greift zum Megafon. In allen vier Ecken des Sportplatzes in Fahrenkrug haben sich die Grundschüler im Klassenverband versammelt und treten schon aufgeregt von einem auf den anderen Fuß. Die stellvertretende Schulleiterin dreht sich nochmal jeder Klasse zu: „Seid ihr bereit?“ Jubel hallt zurück über den Platz, die Kinder wollen endlich auf die Runde und ihr Laufabzeichen erreichen. Es ist großer Laufwundertag 2013 vom Schleswig-Holsteinischen Leichtathletikverband und der AOK. Tausende Schüler im ganzen Land machen mit, in Fahrenkrug ruft Schöneberg durchs Megafon: „Auf die Plätze, fertig, los!“

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Die Uhr hatten die Kinder immer im Blick. Mindestens 15 Minuten Dauerlauf waren fürs Laufabzeichen notwendig.

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In ihrer Euphorie sprinten die Kinder los, doch sie müssen sich ihre Kraft einteilen. „Ihr dürft langsam laufen, aber ihr müsst laufen“, hat Schöneberg den Kindern vorher nochmal erklärt. Immerhin geht es auch um den Erwerb eines Laufabzeichens. „Für die erste Stufe müssen die Kinder 15 Minuten laufen, für die zweite 30 und für die dritte 60 Minuten“, erklärt Schöneberg. „Ein Dauerlauf muss erkennbar sein.“ Gehen ist deshalb nicht erlaubt, dafür gibt es eine Verwarnung und einen Strich auf dem Namensschild am T-Shirt. Die dritte Markierung bedeutet das Aus. Beim Vorbeilaufen unkt Lorenzo: „Wir dürfen ja nicht gehen, aber dürfen wir stehen bleiben?“ Schöneberg muss lachen und ruft hinterher: „Du bist ja spitzfindig.“

Eine große Uhr steht auf einem Stuhl an der Strecke, so wissen die Kinder immer ganz genau, wie lange sie zur nächsten Stufe durchhalten müssen. Vier Minuten bis zum ersten Abzeichen, dem grünen, ist der kleine Paul kurz davor aufzugeben. Eine Verwarnung hat er schon. Marika Schöneberg nimmt den Erstklässler an die Hand und läuft ein Stück mit ihm mit. „Komm, das schaffst du“, motiviert sie den Jungen.

Aus einer Ecke des Sportplatzes ertönt Getrommel. Die Eltern Corda Jacobsen, Merijam Eigebrecht und Timo Ehrlich feuern so die Kinder an. „Immer im Kreis rennen ist ja auch ein bisschen eintönig“, sagt Corda Jacobsen, die die Uhr immer im Blick hat. „Noch eine Minute, dann habt ihr grün“, ruft sie den vorbeilaufenden Kindern zu und meint das grüne Laufabzeichen, die erste Stufe.

Die 15 Minuten verstreichen, alle haben die erste Hürde erreicht. Und fast alle Kinder laufen weiter. Der Zeiger der Uhr an der Strecke schiebt sich langsam weiter. „Fünf Minuten noch, dann haben wir silber“, sagt ein Mädchen zu ihren Freundinnen aufgeregt nach 25 Minuten. Das Abzeichen ist zwar orange, aber die Kinder denken in Medaillenfarben. Und sie wollen Gold. Dafür geben sie alles und machen auch nicht halt, als Schöneberg über das Megafon zur Stufe zwei gratuliert. Am Ende schaffen 63 von 83 Kindern die 60 Minuten. Zusammen liefen sie insgesamt 4350 Minuten.

„Die 60 Minuten sind aber nicht das Wichtigste“, betont Schulleiterin Kirsten Lubinus. „Wichtig ist, dass sie in Bewegung sind. Und 15 Minuten sind für einen Erstklässer schon eine super Leistung.“

Seit mindestens zehn Jahren schon macht die Schule beim Lauftag mit, um die Kinder zur Bewegung zu animieren. „Laufen ist ein günstiger Sport, man kann ihn fast überall ausüben“, sagt Schöneberg.

Kinder und Jugendliche zum Laufen zu bewegen, ihre Fitness zu steigern ist auch das Anliegen der AOK beim landesweiten Lauftag, an dem sich gestern knapp 500 Schulen beteiligt haben. So viele wie nie, das sei gut, denn 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen seien übergewichtig, so Pressesprecher Jens Kuschel. Und Laufen sei die besten Maßnahme dagegen.

Nadine Materne

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