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50 Jahre Völkerverständigung

Norderstedt 50 Jahre Völkerverständigung

Norderstedt gedenkt mit einer Ausstellung, die noch bis zum 2. Oktober im Norderstedter Stadtmuseum zu besichtigen ist, der deutsch-französischen Freundschaft.

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Marlen von Xylander und Romy Rölicke (r.) präsentieren die Ausstellung. Auf der Plakatwand können sich die Besucher verewigen.

Norderstedt. Vor 50 Jahren dienten Städtepartnerschaften der deutsch-französischen Aussöhnung, die durch die gemeinsame Mitgliedschaft der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und dem Elysee-Vertrag von 1963 noch in den Kinderschuhen steckte. Heute ist die Freundschaft zwischen den beiden Nachbarländern fest in beiden Gesellschaften verankert.

Das Norderstedter Stadtmuseum würdigt nun das 50-jährige Bestehen der Partnerschaft, die die damalige Gemeinde Garstedt mit der westfranzösischen 11000-Einwohner-Stadt Maromme bei Rouen 1966 einging, in einer beeindruckenden Ausstellung, die die Geschichte und Entwicklung dieser Partnerschaft mit Dokumenten, persönlichen Erlebnissen und einem künstlerischen Ansatz beschreibt.

LN-Bild

Norderstedt gedenkt mit einer Ausstellung im Stadtmuseum der deutsch-französischen Freundschaft.

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„Mich hat die Sehnsucht in beiden Ländern begeistert, die jeweils andere, fremde Kultur kennenzulernen.“  Edwin Zaft, Künstler

„Wir wollen diese 50-jährige Beziehung nicht nur aufarbeiten, sondern auch von einer gefühlsmäßigen Ebene aus betrachten“, sagt Gabriele Richter vom Kulturamt über die Konzeption der Ausstellung, die noch bis zum 2. Oktober im Norderstedter Stadtmuseum zu besichtigen ist. Beispielsweise steht am Eingang der Ausstellung ein Koffer voller Vorurteile, die die Franzosen und Deutsche gerne über den Bewohner von der anderen Rheinseite gepflegt haben. Dass Deutsche gerne Bier tränken, Franzosen Froschschenkel äßen, deutsche Männer oft beleibte Spießer seien, während die Französinnen meist sehr hübsch seien, ist da auf verschiedenen Zetteln aufgeschrieben.

Die Idee dazu hatte der in Nordrhein-Westfalen geborene Künstler Edwin Zaft, der auch jeweils drei Quadratmeter große Papierrollen an die Decke des Museums hängte, die in den jeweiligen Nationalfarben in Wort und Bild die Geschichte der Städtepartnerschaft und die verschiedenen Besuche von Schulen und Vereinen in beiden Ländern dokumentieren. „Mich hat an dieser Arbeit vor allem die Sehnsucht in beiden Ländern begeistert, die jeweils andere, fremde Kultur kennenzulernen“, beschreibt der Künstler Zaft seine Intention.

Weil sich die beschriebenen Erlebnisse und Gefühle dieser Treffen und Besuche im Laufe der Zeit in der Erinnerung auflösten, habe er Papier als Stilmittel gewählt, das ebenso vergänglich sei. „Ich habe es zudem wie eine Landkarte gefaltet.“

Auch die Besucher der Ausstellung können sich mit eigenen Statements und Kommentierungen zur deutsch-französischen Beziehung im Allgemeinen und der von Garstedt und Maromme im Besonderen auf einer Wand verewigen, erklärt Museumsleiterin Marlen von Xylander. Zudem werde die Entstehung dieser Städtepartnerschaft und der gegenseitige Wille zum Austausch und zur Völkerverständigung mit zahlreichen Dokumenten in Wort und Bild, Filmen, Fotos und Zeitungsberichten dokumentiert, erklärt Romy Rölicke vom Norderstedter Kulturamt.

Schluss- und Höhepunkt dieser Sonderausstellung ist dann der Besuch einer Delegation aus Maromme vom 30. September bis zum 3. Oktober in Norderstedt, die in der Aufstellung eines Gedenksteines in der Marommer Straße gipfelt, die insbesondere an Paul Vauquelin erinnern soll. Der damalige Bürgermeister von Maromme, der wie sein Garstedter Konterpart und spätere Bürgermeister Norderstedts, Horst Embacher, Kriegsgefangener im anderen Land gewesen war, war die treibende Kraft zu dieser Städtepartnerschaft. Sie hat als eines der Mosaiksteinchen zu einem weitgehend vereinigten und friedlichen Europas geführt, wie wir es heute kennen und schätzen gelernt haben.

 Burkhard Fuchs

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