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Segeberg 60 Jahre — 60 Menschen: Erzähler gesucht
Lokales Segeberg 60 Jahre — 60 Menschen: Erzähler gesucht
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10:33 07.05.2016
Gerald Tischler mit dem Ausdruck des Porträts seiner Großmutter Erika Schmidt (93): „In dem Stil soll das ganze Buch aussehen“. Quelle: Materne

60 Jahre jung wird dieses Jahr die Gemeinde Trappenkamp, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus einem Marinearsenal entstanden ist. Als die junge Gemeinde Trappenkamp 1956 eigenständig wurde, waren Erika und Alfred Schmidt schon da. Ein Porträt der Witwe des bekannten Kunstschmiedes ist eines von 60, die das Buchprojekt ihres Enkels Gerald Tischler und dessen Frau Iris beinhalten soll anlässlich des Gemeindejubiläums. „60 Jahre — 60 Menschen“ heißt es, und die Protagonisten erzählen mit eigenen Worten, was sie mit Trappenkamp verbindet. Doch der 35-Jährige sucht noch weitere Teilnehmer und betont: „Es müssen keine ,Ureinwohner‘ sein.“

33 Porträts sind es bisher, darunter unter anderem der neue Pastor, die Witwe des Getränkehändlers Rudi Ducke, der Unternehmer Axel Wandel, Arge-Vorsitzender Dirk Bösebeck und eben auch Erika Schmidt. Ihr Porträt in Schwarz-Weiß sticht hervor auf dem Ausdruck in Tischlers Händen. „In dem Stil werden alle aussehen“, sagt er. In weißer Schrift auf schwarzem Grund steht neben dem Bild der von Schmidt verfasste Text. Über die Ankunft in Trappenkamp. Ein Schock muss es gewesen sein nach dem Leben in Dresden, das die Schmidts als Unternehmerfamilie verlassen mussten 1955. Zu DDR-Zeiten.

Eine Din A4 Seite haben die Erzähler Platz, um die Frage: „Warum Trappenkamp?“ zu beantworten, um aufzuschreiben, welche besonderen Erlebnisse sie haben. „Es ist schon interessant, was es da zu lesen gibt“, sagt Tischler. Er selbst — 35 Jahre alt — erinnert sich an das Trappenkamp seiner Jugend mit „viel freier Fläche“, den Betonwerken, „den Wald als große Spielwiese“. Der Schutthaufen der ehemaligen Glashütte. „Da konnte man auch alte Vasen finden“, erinnert sich Tischler. „Das ist Trappenkamp.“ Bisher haben sich eher ältere Bürger getraut, ihre Erlebnisse zu erzählen. „Vielleicht denken die Jüngeren, sie haben nichts zu erzählen“, vermutet Tischler. Er versucht, ihnen die Zweifel zu nehmen. Wichtig sei die Verbindung zum Ort, das könne auch eine Geschichte zum Street Move sein oder aus dem Sportverein, dem Erlebniswald. Auch Neubürger sollen zu Wort kommen. „Es muss ja einen Grund geben: Warum Trappenkamp?“

Bis zum Sommer möchten Gerald und Iris Tischler das Buch fertigstellen. Wer Teil davon werden möchte, kann sich bei dem Paar melden unter ☎ 0160/95 930682 oder einfach seinen Text mailen an gerald.tischer@t-online.de. Wer mitmachen will, kann auch spontan zum nächsten Fototermin in die Kunstschmiede kommen am Sonnabend, 14. Mai, von 9 bis 11 Uhr, oder am Freitag, 3. Juni, von 18 bis 19 Uhr. Und wenn es am Ende mehr als 60 Porträts werden, gäbe es auch dafür Platz im Buch.

Von nam

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