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Segeberg Großer Pferdesport mit Tradition in Bad Segeberg
Lokales Segeberg Großer Pferdesport mit Tradition in Bad Segeberg
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18:20 12.09.2018
Manfred Richter (71), Vorsitzender vom Reit- und Fahrverein Bad Segeberg in der Ausstellung zum 70. Jahrestag des Landesturniers. Zu sehen ist sie bis zum 8. Oktober im Rathaus zu den üblichen Öffnungszeiten. Quelle: Heike Hiltrop
Bad Segeberg

 Trubel herrscht auf dem Landesturnierplatz. Der Pferdesportverband Schleswig-Holstein (PSH) und mit ihm etliche Helfer rüsten sich für das 70. Landesturnier, das in Bad Segeberg ausgetragen wird. Vier Tage, von Donnerstag bis Sonntag, messen sich hier die Könner im Sattel beim Springen, in der Dressur und im Gelände. Die Traditionsveranstaltung ist Höhepunkt des Pferdesports in Schleswig-Holstein. In der Szene bekannte Namen wie Carsten-Otto Nagel, Rolf-Göran Bengtsson oder Ebba Johannsson sind unter anderem dabei.

Carsten-Otto Nagel ist wieder in Bad Segeberg dabei. Quelle: imago/Stefan Lafrentz

Nagel hat vergangenes Jahr an gleicher Stelle die Landesmeisterschaften im Springen gewonnen, war Zweiter im Großen Preis der Volksbanken und Raiffeisenbanken Schleswig-Holstein. Bengtsson war 2011 Europameister, gewann bereits Olympiasilber, er hat gleich sechs Pferde für das Turnier genannt.

70. Landesturnier

Das Landesturnier beginnt am heutigen Donnerstag um 14 Uhr mit der Youngster-Tour. Das Finale ist für 16.45 Uhr angesetzt. Freitag (Eintritt frei), Sonnabend und Sonntag (Eintritt zwischen vier und 8,50 Euro) gehen die Wettkämpfe zwischen 8 Uhr und dem Abend weiter. Sonnabend gegen 18.45 Uhr präsentieren sich die Landesmeister im Schau-Voltigieren bevor das Mannschaftsspringen startet. Um den Landestitel der Springreiter geht es am Sonntagnachmittag. Infos: www.pferdesportverband-sh.de

Kaum zu glauben, dass der Traditionsveranstaltung Anfang der 1990er Jahre das Ende drohte. Damals stand der Verkauf der Rennkoppel im Raum. Glücklicherweise wurde nichts daraus, wie sich Manfred Richter erinnert, der seit 1976 aktiv im Vorstand des Reit- und Fahrvereins Bad Segeberg dabei ist. „Der Bürgermeister hat sich damals sehr für uns Reiter eingesetzt. Und dann kam Vereinskollege Alfred Schwarze, der sehr aktiv war, zu mir und fragte, ob ich mir hier regelmäßig Reitveranstaltungen vorstellen könnte.“ Seither finden auf dem Gelände die Kreisturniere und das Landesbreitensportturnier statt. Die Gespannfahrer treten hier im Wettkampf an, demnächst ist wieder Landesponyturnier. Und die Spring- und Dressurreiter setzen auf der Rennkoppel ihrer grünen Saison die Krone auf.

Am Wochenende wird großer Reitsport geboten

Die Parcoursbauer sind seit Mittwoch im Einsatz: 26 Hindernisse haben Dirk Langhoff und seine Kollegen aufgestellt. „Der Platz ist soweit gut. Durch die lange Trockenheit hat er ein paar kahle Stellen, aber das ist nur eine optische Sache, hat nichts mit dem Sport zu tun.“ Insgesamt sind von Donnerstag an bis Sonntag 40 Prüfungen auf vier Plätzen angesetzt. Angemeldet sind etwa 800 Reiter mit 1200 Pferden. Alles in allem geht es um rund 40 000 Euro Preisgeld.

Im Zeitungsarchiv der Lübecker Nachrichten finden sich etliche Berichte, darunter dieser aus dem September 1958 zum 10. Landesturnier. Quelle: Heike Hiltrop

Der Sport hat sich im Laufe der vielen Jahre gewandelt, das zeigt eine parallel laufende Ausstellung im Rathaus. Manfred Richter, heute 71, schaut sich um. Schon als vierjähriger Steppke stand er an der Rennkoppel. Sein Großvater, ein DRK-Sanitäter, habe ihn damals mitgenommen. „Das Pferdevirus habe ich mir also tatsächlich auf dem Landesturnierplatz eingefangen.“ Er erlebte, wie Konrad Adenauer 1958 zu Gast war, und kann sich an Seine Königliche Hoheit Herzog Anton Günther von Oldenburg als Veranstalter des Turniers und netten Menschen erinnern. „Das Landesturnier war früher ein Großereignis. Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen: In Dreierreihen standen die Leute an, um sich das anzusehen. Überall in den Straßen wurde geflaggt. Damals hat die ganze Stadt das Reitturnier gefeiert - so wie es heute heißt, eine Stadt spielt Karl-May.“ Das Zuschauerinteresse habe sich aber verändert. Diejenigen, die nicht aus dem Reiter-Umfeld seien, kämen seltener. Dennoch: „Der Landesturnierplatz ist nicht nur etwas ganz Besonderes für Bad Segeberg. Er hat seine ganz besondere Atmosphäre“, sagt Manfred Richter, der sich auf die kommenden Tage freut.

Heike Hiltrop

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