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77-Jähriger im Bett verbrannt

Norderstedt 77-Jähriger im Bett verbrannt

Feuer im 13. Stock in Norderstedt: Niemand konnte den hilflosen behinderten Mann retten.

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Mit 95 Mann waren die Feuerwehren ausgerückt. Immerhin war Alarm in einem 20-geschossigen Wohnhaus ausgelöst worden.

Quelle: Fotos: Heinz Wierbitzki (FF Norderstedt)

Norderstedt. Bei einem Feuer in einem Hochhaus in der Straße Lütjenmoor in Norderstedt ist gestern Morgen ein 77 Jahre alter Mann ums Leben gekommen. Er ist erstickt und verbrannt.

Um 4.55 Uhr waren die Norderstedter Ortswehren aus Friedrichsgabe, Garstedt und Harksheide alarmiert worden. Mit 95 Einsatzkräften sei man ausgerückt, berichtet Matthias Huhn, der stellvertretende Wehrführer aus Friedrichsgabe, den LN. Denn der Brandort hat es in sich: Das Feuer war im 13. Stock eines 20-geschossigen Hochhauses in der Nähe des Herold-Centers ausgebrochen.

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Mit 95 Mann waren die Feuerwehren ausgerückt. Immerhin war Alarm in einem 20-geschossigen Wohnhaus ausgelöst worden.

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Zum Glück, so Huhn, sei dieses Gebäude sehr gut mit Brandschutzeinrichtungen ausgestattet. Unter anderem weise es (wie bei Häusern mit mehr als sieben Etagen vorgeschrieben) ein Sicherheitstreppenhaus außerhalb des Gebäudes auf, hat also einen zweiten Fluchtweg. Außerdem einen Feuerwehrfahrstuhl. „Wir sind damit bis in den elften Stock gefahren, richteten dort ein Depot ein und schlossen Schläuche am Wandhydranten an.“ In diesem Gebäude hält die Wehr des öfteren Übungen ab: „Wir kennen uns dort also gut aus — das war ein echter Vorteil“. Über die Treppe ging es dann hoch in den 12. und den 13. Stock. „Da war allerdings null Sicht“, berichtet Huhn.

Grund war die offenstehende Tür zur Wohnung des 77-Jährigen. Der Durchzug hatte die Flammen angefacht. Zuvor hatte ein junger Nachbar versucht, den Mann herauszuholen, was ihm aber wegen der enormen Hitze und des massiven Rauches nicht möglich gewesen sei. Er musste sich zurückziehen. Mit einer sogenannten Druckbelüftung hat die Wehr sich erst einmal freie Sicht verschaffen müssen. Währenddessen haben Kameraden die Bewohner aus dem 13. und 14. Geschoss, insgesamt 30 Personen, über das Sicherheitstreppenhaus evakuiert.

Was die Feuerwehrleute nicht wussten: Der 77-Jährige war bettlägerig, konnte sich selbst gar nicht helfen. Ein Pflegedienst hatte ihn zuvor betreut, im Notfall hat sich ein Nachbar ein wenig um ihn gekümmert. Er hatte keine Chance, dem Feuer zu entkommen. Der Zustand, wie ihn die Helfer vorgefunden haben, sei „heftig“ gewesen, deutete Huhn die Situation an. Der Mann sei regelrecht verbrannt.

Huhn: „Das geht einem ganz schön an die Seele.“

Von außen sei gar kein Feuerschein zu sehen gewesen, als die Feuerwehr im Lütjenmoor ankam. Als es jedoch bestätigt war, „lief die Maschinerie an“, so Huhn. Mit Atemschutz seien die Trupps in das Hochhaus gestürmt. „Einer hat die Brandbekämpfung übernommen, ein anderer hat versucht, gefährdete Personen zu retten.“ In Bezug auf den 77-Jährigen, der im Bett gelegen hatte, sei man leider zu spät gekommen. Das Feuer jedoch konnte begrenzt werden, so dass außerhalb der Wohnung kaum Sachschäden aufgetreten seien.

In der Zwei-Zimmer-Wohnung war das Feuer aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen. Ging es von einer Kerze aus oder von einer Zigarette, ist eine Heizdecke oder ähnliches durchgebrannt? Bisher weiß

man das nicht, sagt Huhn. Auch die Polizei, die mit neun Beamten im Einsatz war, tappte gestern noch im Dunkeln. Die evakuierten Bewohner aus dem 13. und 14. Stockwerk konnten gegen 7 Uhr wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Bürotrakt einer Lackiererei zerstört
Keine Ruhe für die Feuerwehr Norderstedt. Bereits einen Tag zuvor, am Mittwochmorgen, war bei einem Feuer ebenfalls in Norderstedt der Bürotrakt einer Autolackiererei völlig zerstört worden. Dabei entstand ein Sachschaden in Höhe von 100 000 Euro.

Während der Löscharbeiten in der Straße Rugenbarg sind zwei Feuerwehrleute leicht verletzt worden. Sie wurden ambulant im Krankenhaus versorgt. Die Brandursache war auch gestern noch nicht geklärt.

Weil das zwölf mal 15 Meter große Dach mit Teer gedeckt war, sei starker, stinkender Qualm entstanden, hieß es von der Feuerwehr. Die Werkstatt blieb durch den massiven und mehr als drei Stunden dauernden Einsatz der Feuerwehrleute allerdings von den Flammen verschont.

Die Bewohner zweier angrenzender Häuser mussten ihre Wohnungen kurzzeitig verlassen. Etwa 65 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Auch hier ermittelt die Kriminalpolizei Norderstedt zur Brandursache.

Christian Spreer

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