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Segeberg 770 Stufen in voller Einsatz-Montur
Lokales Segeberg 770 Stufen in voller Einsatz-Montur
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21:14 07.04.2016
Das mechanische Geräusch beim Luftholen übertönt alles andere.

Das Atemschutzgerät pfeift schon, der Druck, anfangs bei 300 Bar, ist runter auf zehn. Die gelbe Flasche ist leer. Mit rotem Kopf, die Schweißperlen auf der Stirn, steht Feuerwehrmann Henning Spahr im Treppenhaus An der Eiche 38, stützt sich aufs rote Metallgeländer, sieht Teamkollege Patrick Juschka an und lächelt: „Neun Minuten und zwölf Sekunden, das ist ordentlich.“ Sechs Mal sind die beiden Wahlstedter vom Keller bis in den 7. Stock gestiefelt und das in der vollen Einsatz-Montur eines Atemschutzgeräteträgers. Nein, es handelt sich nicht um einen Einsatz, das ist Training für den 6. Berlin Firefighter Stairrun am 16. April.

Feuerwehrmänner Henning Spahr und Patrick Juschka aus Wahlstedt trainieren für 6. Berlin Firefighter Stairrun.

„Unser großes Ziel ist einfach nur oben anzukommen.“ Patrick Juschka und Henning Spahr

Der Wettkampf: Ein Treppenlauf der Superlative, denn das Ziel liegt in der 39. Etage des Park Inn-Hotels am Alexanderplatz. In 110 Meter Höhe bietet die Dachterrasse einen tollen Blick über die Bundeshauptstadt, wenn man ihn denn genießen kann. „Unser großes Ziel ist, einfach nur oben anzukommen“, stapeln Henning Spahr und Patrick Juschka tief. Es ist ihre erste Teilnahme an dem internationalen Wettkampf mit 382 Teams, davon 45 aus dem Ausland, wie Frankreich, Tschechien oder Österreich. Immerhin haben die beiden mit der Anmeldung die erste Hürde genommen. So weit sind die anderen acht Feuerwehrleute aus Wahlstedt, die sich anfangs ebenfalls für eine Teilnahme interessiert hatten, erst gar nicht gekommen.

143 Stufen hat ihr Übungsgelände, 22,5 Kilogramm wiegen Gerät und Einsatzkleidung. Beim ersten Training im Januar haben der 30-jährige Berufssoldat und der 20-jährige Rettungsassistent 17 Minuten für alle Durchgänge gebraucht, rund drei Minuten pro Strecke — der Fahrstuhl braucht 36 Sekunden, was im Vergleich eher träge ist. Die Männer haben sich mächtig verbessert, liegen nun bei fast der halben Zeit.

„Im vergangenen Jahr hat ein polnisches Team gewonnen, das hat die 39 Stockwerke in Berlin in 6 Minuten und einer Sekunde geschafft“, relativiert Juschka die eigene deutliche Verbesserung. Nicht ganz unbegründet, denn die „Wettkampfarena“ misst 770 Stufen zwischen Start und Ziel, die am Stück gelaufen werden müssen. Zum Vergleich: Der Fahrstuhl dort ist mit sechs Metern pro Sekunde unterwegs.

Die Taktik der beiden Wahlstedter lautet, sich nicht zu verausgaben und alle sechs Stockwerke die Teamführung zu wechseln.

Das Vier-Sterne-Park Inn-Hotel am Alex in Berlin scheint mit seinen 1012 Zimmern und Suiten nicht nur Bleibe für Reisende zu sein, sondern mausert sich offenbar zur beliebten und außergewöhnlichen Sportarena. So stiegen hier hier in den vergangenen Jahren neben den Teilnehmern verschiedener Treppenlauf-Wettkämpfe auch schon Extremsportler auf das Dach, die sich beim Base-Flying gesichert und angeleint in die Tiefe stürzen.

Die Wettkampfregeln

Der Treppenlauf in Berlin (Veranstalter ist der Verein BSG Berliner Feuerwehr ) beginnt am Sonnabend, 16. April, um 11 Uhr. In mehreren Blöcken geht alle 30 Sekunden ein Zweierteam an den Start. Als letzte machen sich die 20 schnellsten Teams aus dem Vorjahr auf die 39-Stockwerke-Strecke. Beim Wettkampf wird unter sechs Wertungsklassen unterschieden: Youngster (zwei Männer zusammen jünger als 80 Jahre), Oldies (beide Starter zusammen älter als 80 Jahre), Oldies XL (zwei Männer zusammen über 100), Mix (Team aus Mann und Frau, Alter irrelevant), Ladies (reines Frauenteam, Alter irrelevant) und Polizei als Gaststarter (Geschlecht und Alter unwichtig). Es dürfen nur aktive Feuerwehrleute starten, die eine Gültige arbeitsmedizinische Untersuchung für Atemschutzgeräteträger besitzen. Sportdress: Einsatzstiefel, Feuerwehrschutzkleidung, Helm und angeschlossenes Atemschutzgerät. Beide Läufer eines Teams müssen im Treppenhaus Sichtkontakt haben und dürfen ab der 37. Etage nicht weiter als eine Armlänge voneinander getrennt sein. Wer sich unsportlich verhält oder die Wettkampfregeln nicht einhält wird disqualifiziert. Mehr Infos im Netz unter www.berlin-firefighter-stairrun.de. hil

Von Heike Hiltrop

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