Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg 8000 Euro für den Kinderschutzbund
Lokales Segeberg 8000 Euro für den Kinderschutzbund
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:58 09.01.2018
Große Freude im Kinderhaus Wahlstedt: 500 Euro der Spendensumme erhält die Kita, sagt KSB-Geschäftsführer Lars Petersen. Quelle: Foto: Materne
Bad Segeberg/Wahlstedt

Mittendrin im Kinderpulk sitzt Lars Petersen, Geschäftsführer der Deutschen Kinderschutzbund Segeberg gGmbH. Die gemeinnützige Gesellschaft ist Träger des Wahlstedter Kinderhauses mit 72 Kindern in vier Gruppen. „Wir sind zutiefst dankbar“, sagt Petersen. 103 Spender, LN-Leser, haben sich in den vergangenen Wochen großzügig gezeigt. „Das ist eine ganze Menge.“ Das zeige, wie viele Menschen sich bei so einer Aktion mobilisieren ließen.

Das Ergebnis

Die Spender seit der letzten Veröffentlichung: anonym 100 Euro, anonym 30 Euro.

Die Spendensumme 7988 Euro kamen bei der Aktion Hilfe im Advent für den Kinderschutzbund Segeberg zusammen.

Exakt 7988 Euro kamen bei der Aktion Hilfe im Advent dieses Mal zusammen. „Auf jeden Fall wollen wir damit die Young Carer weiterführen und ein neuen Kreativprojekt starten“, nennt Petersen die geplanten Verwendungszwecke. „Und 500 Euro soll das Kinderhaus bekommen.“ Für eine Neuanschaffung auf dem Spielgelände. Was das wird, entscheiden die Kleinen ganz demokratisch im Kinderparlament.

Einen ersten Vorschlag gibt es bereits: Bagger für die Sandkiste, mit denen sich Sandhaufen per Hebelbewegung verschieben lassen. „Einmal die Woche habe ich Kindersprechstunde“, sagt Kitaleiterin Friederike Rathjen-Unsinn. Dort sei der Wunsch geäußert worden. Vielleicht kommen im Auswahlprozess noch weitere dazu. Am Ende entscheidet das Kinderparlament aus den Gruppensprechern und einem Erzieher, was von den 500 Euro gekauft wird. . .

In Arbeit ist das neue Kreativprojekt, das es ohne die Spendenaktion nicht geben würde, betont Petersen. Geplant ist ein Kunstangebot für Kinder im ländlichen Raum, die mit besonderen Lebenslagen zu kämpfen haben und deshalb nicht das Glück haben, immer unbeschwert spielen zu können. Beim Malen, Zeichnen oder Skulpturenbau sollen sie abschalten können – und für ihre Werke auch Aufmerksamkeit bekommen. Selbst mal im Mittelpunkt stehen und Selbstbewusstsein aufbauen. Das ist die Idee.

Diplom-Kunsttherapeutin Lena Lorenzen führt bereits erste Gespräche mit dem Familienzentrum Nahe, gibt Petersen einen Zwischenstand der Planungen. Es soll ein Angebot bewusst für den ländlichen Bereich sein, für Kinder, die nicht in der Lage sind, wöchentlich nach Bad Segeberg zu fahren. Im April/März, spätestens aber nach den Osterferien soll die Gruppe starten, sagt Petersen. Dann sind die künstlerischen Treffen mit den Kindern im Wochen- oder 14-Tage-Rhythmus vorgesehen.

Dank der Spenden ist auch die Finanzierung der beiden Young-Carer-Gruppen für das Jahr 2018 so gut wie gesichert, sagt Petersen. Die Bad Segeberger Gruppe ist bis Ende März noch öffentlich gefördert, danach muss der Kinderschutzbund alleine aufkommen für die Treffen von Kindern, die zu Hause mit einem kranken oder behinderten Angehörigen zusammenleben, Geschwistern oder auch den Eltern. Sie müssen sich oft zurücknehmen, leise sein. Manchmal übernehmen sie auch Aufgaben von Erwachsenen – etwa für jüngere Geschwisterkinder.

In Bad Bramstedt gibt es eine zweite Young-Carer-Gruppe, die komplett aus Spenden finanziert wird. „Deshalb sind wir auch weiterhin auf Spenden angewiesen“, sagt Petersen. Er freut sich auch, dass der Kinderschutzbund seine breite Arbeit präsentieren durfte und zeigen, „dass wir nicht nur aktiv sind, wenn schlimme Dinge passieren“, sondern auch viel für Prävention und Bildung machen.

HILFE IM ADVENT

Es ist ihre eigene Geschichte, die Musikerin und Autorin Imme Demos aus Sievershütten in ihrem selbstverlegten Buch „Ssabena – Wilde Wege ins Seelenheil“

auf über 500 Seiten erzählt: Als Adoptivkind ist Protagonistin Marlisa auf der Suche nach ihrem Ursprung. Dabei reist die von Ängsten geplagte Frau durch die Welt, lernt fremde Kulturen und sich selbst kennen. Sowie Menschen, die sie beeinflussen – darunter ihre große Liebe, die sie in Isreal trifft, wo auch Autorin Demos mehrere Jahre verbracht hat, wie sie sagt. Einiges in ihrer Biografie habe sie abgewandelt, vieles entspreche ihren eigenen Erlebnissen. Für jedes verkaufte Buch (16,99 Euro), das unter anderem auf Amazon.de erhältlich ist, spendet Demos einen Euro an den Kinderschutzbund Segeberg.

 Nadine Materne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!