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Segeberg 90. Geburtstag: Festakt für Uwe Bangert
Lokales Segeberg 90. Geburtstag: Festakt für Uwe Bangert
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20:34 03.11.2017
Bad Segebergs Bürgervorsteherin Ingrid Altner überbrachte Uwe Bangert die Glückwünsche der Stadt. Quelle: Fotos: Dreu
Bad Segeberg

„Sie haben den Namen der Stadt weit hinausgetragen“, sagte Bürgervorsteherin Ingrid Altner bei der Begrüßung der Gäste, unter denen zwei der vier Kinder Uwe Bangerts und viele Weggefährten weilten.

Ob Kunst am Bau, Malereien oder Zeichnungen: Seine künstlerische Handschrift hat Bad Segebergs Ehrenbürger Uwe Bangert überall im Land hinterlassen. Ihm zu Ehren hatte die Stadt gestern zu einem Geburtstagsempfang geladen, denn der Sohn der Stadt feierte seinen 90. Geburtstag.

„Wenn wir alle ihre Gemälde präsentieren wollten, ist das schier unmöglich“, so Altner. Sie war sehr darauf bedacht, das Programm kurz zu halten, schließlich ist die Gesundheit des Geburtstagskindes nicht mehr die beste. Die Bürgervorsteherin: „Es soll ja ein schöner Tag für sie sein, der nicht mit Anstrengungen verbunden ist.“

Die Kunsthistorikerin Dr. Bärbel Manitz holte dagegen weit aus, als sie den Werdegang Bangerts beschrieb, der 1988 die Heinrich-von-Rantzau-Medaille der Stadt verliehen bekam, dessen Ehrenbürger er 2007 geworden ist. „Gibt es eigentlich eine Uwe-Bangert-Allee?“, fragte sie mit Seitenhieb in Richtung Stadt. Einen weiteren Wink mit dem Zaunpfahl beantwortete sie gleich selbst: „Was hätte man in ein Bangert-Museum geben können? Werke, die eifersüchtig bewacht in Privatbesitz sind“, so Manitz.

Die Kunsthistorikerin Anna-Sophie Laug hatte für ihr neustes Buch zwei Jahre lang die Kunst-am-Bau-Projekte des Künstlers recherchiert. Auf 80 Stück ist sie gekommen. Zu ihnen gehören Wandmalereien, aber auch Entwürfe für Kirchenfenster und Bauwerke. Unter anderem hatte Uwe Bangert 1961 zwei Reiher in der Grundschule Fahrenkrug verewigt. Auch im Probsteialtenheim, in das Uwe Bangert nach dem Tod seiner Frau Maria zog, ist seine „Kunst am Bau“ zu finden. Eine Fensterfront zeigt einen Baum mit Sonne und einer Taube als Symbol für den Heiligen Geist. Anna-Sophie Laug: „Lieber Herr Bangert, Sie haben das Leben jedes Segebergers mit Kunst bewusst oder unbewusst bereichert. Dafür danken wir Ihnen.“

Klaus Albersmeier, Präsident des Rotary-Clubs Segeberg dankte seinem „lieben rotarischen Freund“, der als Gründungsmitglied von der ersten Stunde an dabei gewesen sei. Nur zwei Mitglieder des Clubs seien genauso alt wie Bangert oder würden es bald: Johannes Rickert und Graf Schwerin zu Krosigk, der selbst unter den Geburtstagsgästen weilte und den ehemaligen Bürgermeister Jörg Nether mitgebracht hatte.

Zum Empfang waren Uwe Bangerts Sohn Klaus, der als Physiker einziger Bangert-Spross ohne künstlerischen Beruf ist, und seine Tochter Susanne Müller-Hornbach gekommen. Als Cellistin unterrichtet sie mit Professur an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und spielte ihrem sichtlich erfreuten Vater zu Ehren Werke von Johann Sebastian Bach. Aber auch die junge Segeberger Musikerin Julia von Grebmer wusste das Publikum mit ihren lieblichen Harfenklängen für sie einzunehmen und nachhaltig zu begeistern.

Immer wenn ein Kind getauft wird, verteilt Pastorin Rebekka Lenz Karten, die Uwe Bangert gestaltet hat. Lenz: „Das ist eine tolle Spur, die Sie in der Gemeinde hinterlassen haben. Dafür möchte ich Ihnen das Kostbarste geben, was ich geben kann: Gottes Segen.“

Sonderbriefmarke

Eine limitierte Sonderbriefmarke zu Ehren des Künstlers und Ehrenbürgers Uwe Bangert hat Hans-Werner Bauryca, Sammler und Gedächtnis der Kalkbergstadt, herausgegeben. Erschienen ist die 65-Cent-Marke für den Briefzusteller Nordbrief in einer Auflage von 100 Stück. Die Hälfte davon ist bereits verkauft. „Sonst gibt es so etwas nur, wenn man tot ist“, sagt Hans-Werner Bauryca. Wer sich für die Briefmarke interessiert, erhält weitere Infos unter der Rufnummer 0171/6229348. pd

Petra Dreu

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