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Segeberg A-20-Planungen: Stunk in Kükels
Lokales Segeberg A-20-Planungen: Stunk in Kükels
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20:10 26.07.2018
„Wir haben ordentlich gearbeitet und die Sitzung vorbereitet. Kristian Draeger Vorsitzender Bauausschuss (AFWK)
Kükels

Informationen zu den Planungen von Querungen über den Mözener See sollte es geben. Doch bevor der Bauausschuss sich inhaltlich damit beschäftigen konnte, ist das Thema von der Tagesordnung gestrichen worden. Den Antrag stellte Jörn Siemann von der Wählergemeinschaft „Wir für Kükels“ (WfK). „Das hat im Bauausschuss nichts zu suchen. Dort geht es um Bauwesen, Verkehrs- und Wegeangelegenheiten, Unterhaltung und Instandsetzung von gemeindlichen Einrichtungen und Liegenschaften“, lautete die Begründung. Mit Betonung auf gemeindlich. Wenn eine Bundesautobahn durch Kükelser Terrain gebaut werden soll, ist das demnach offenbar fehl am Platz. Die Abstimmung zu diesem Antrag ging durch, weil die WfK die AFWK mit drei zu zwei überstimmte. Von den zwei bürgerlichen Mitgliedern fehlte Nils Dreekmann – und Konstantin Wagner musste in gleicher Sitzung erst noch vereidigt werden. „Ihr macht die Zusammenarbeit kaputt, bevor wir überhaupt ins Geschäft kommen“, ärgerte sich Kristian Draeger (AFWK), Vorsitzender des Bauausschusses. Das habe er in 40 Jahren noch nicht erlebt. „Wir haben ordentlich gearbeitet, die Sitzung vorbereitet und wollten informieren.“ Er habe als Vorsitzender für die Fischereigenossenschaft Mözen gemeinsam mit einer befreundeten Anwältin eine Beschwerde an das Planungsunternehmen Deges vorbereitet, kostenlos, wollte das für die Gemeinde vortragen. „Wenn man als Ausschussvorsitzender hier so beschnitten wird, werde ich die Kommunalaufsicht kontaktieren und die Zuständigkeiten genau abklären.“

In welchem Ausschuss das Thema denn alternativ vorbereitet werden solle, wollte Draeger noch wissen. Gar nicht: „Ich halte nichts von irgendwelchen Schnellschüssen“, klinkte sich der neue Bürgermeister Hans Richter-Harder (WfK) ein. „Ich will, dass das verschoben wird. Das ist Sache des Bürgermeisters.“ Das Thema solle in der kommenden Woche in der Gemeindevertretung vorgestellt werden. „Dann gibt es bestimmt mehr Zuhörer, dann können wir das Vor und Zurück diskutieren.“

Hintergrund: Die Wählergemeinschaft WfK hat sich vor einem Jahr gegründet und war im Mai erstmals zur Kommunalwahl angetreten. Kristian Draeger konnte mit Abstand zwar die meisten Stimmen auf sich verbuchen. Die WfK lag jedoch denkbar knapp vor der AFWK – zwei Stimmen mehr haben dafür gesorgt, dass erstere fünf Sitze im Gemeinderat hat, und den Bürgermeister stellt, letztere nur vier. Mit diesem Ergebnis starten die Kommunalpolitiker nun in die neue Wahlperiode. Doch Harmonie sieht anders aus. Und das, obwohl Richter-Harder vor einem Jahr mit Gründung der WfK verkündete, dass klassische Parteipolitik in Dörfern nichts zu suchen habe. Auf kommunaler Ebene sei der Fraktionszwang unnötig. „Ich finde es schade, wenn das von oben herab bestimmt wird“, sagte er damals den LN.

Im März hatte Landeswirtschaftsminister Bernd Buchholz in Klein Gladebrügge dafür geworben, die A 20 rasch weiterzubauen. 80 Kilometer bis zur Elbquerung fehlen noch. Für den Abschnitt um Bad Segeberg hatte das Bundesverwaltungsgericht 2013 den Weiterbau nach Klagen von Naturschützern gestoppt, da alternative Trassenverläufe unzureichend geprüft worden seien. Das passiert jetzt, eine Option kreuzt den Mözener See bei Kükels. Deren Gemeindevertretung trifft sich am kommenden Mittwoch, 1. August, um 19.30 Uhr im Dorfhaus Kükels. Der Punkt „Sachstand Alternativtrassen für den Ausbau A 20“ steht schon auf dem Programm.

Von Irene Burow

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