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Segeberg AUS DEM AMTSGERICHT
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20:10 04.10.2017
Bad Segeberg

Im langen Verfahren vor dem Bad Segeberger Schöffengericht strebt die Staatsanwaltschaft an, gegen Horst P. ein Tierhaltungs- und -betreuungsverbot auszusprechen. In 13 Fällen soll er bis 2011 seinen Rindern anhaltendes Leid zugefügt und ihnen die Behandlung verwehrt haben. P. selbst, seine drei Anwälte und sein Hoftierarzt sehen dagegen das Veterinäramt als Übeltäter: Das habe die Rinder nicht genau untersucht, sondern nur nach dem Augenschein gehandelt. So auch bei fünf Bullen, die eingeschläfert wurden.

Um den Zustand der Tiere bei P. beurteilen zu können, bedürfe es keiner gründlichen Untersuchung – da reiche dem Fachmann der reine Augenschein, „Aspektion“ genannt, erklärte Warlies. Im Fall der fünf euthanasierten Bullen seien drei erfahrene Tierärzte vor Ort gewesen: „Wenn ich eine solche Anordnung ohne Grund treffe, mache ich mich ja selber strafbar“, erklärte Dr. Warlies, der sich im Juni nach 21 Jahren als Amtsleiter in den Ruhestand verabschiedet hatte. Über den Fall des Horst P. habe man sich in Dienstbesprechungen immer wieder unterhalten – schließlich habe der Landwirt immer wieder Anlass zu Kritik gegeben. Als bei einer erneuten Kontrolle am 20. Juni 2011 zuvor kritisierte Missstände immer noch nicht beseitigt gewesen seien, kranke Rinder in einer Box nicht einmal eine Tränke gehabt hätten, habe es im Amt geheißen: „Jetzt ist Schluss“. Wohlwissend, dass ein Tierhaltungs- einem Berufsverbot gleichkomme und deshalb auch verwaltungsrechtliche Hürden aufwerfe, habe man schließlich doch Strafanzeige gegen den Landwirt gestellt, sagte Warlies, der gestern auch anhand von Fotos von widerrechtlich von P. enthörnten Jungbullen und kranken Tieren berichtete. Nicht allein der Anblick der Rinder selbst, so der Veterinär, habe Anlass zu empfindlicher Kritik geboten, sondern auch wild herumliegende Medikamente und Spritzen: „Das war eine Katastrophe.“

Dr. Ursula Mahrt, in jenen Jahren als Tierärztin alle vier bis fünf Wochen für das Abferkeln auf Hof P., der als als „Sauenpool“ fungierte, zuständig, aber seit sechs Jahren im Ruhestand, will nichts Negatives bemerkt haben und konnte sich vor Gericht auch kaum an ihre Besuche erinnern. Richterin Sabine Roggendorf verwies darauf, dass P. unter anderem auch vorgeworfen wird, 30 tote Ferkel einfach in den Güllebehälter geworfen zu haben.

Die Verhandlung wird am 11. Oktober fortgesetzt. ark

LN

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