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Abfallkunde im neuen „Klassenzimmer“

Bad Segeberg Abfallkunde im neuen „Klassenzimmer“

Recycling, Kompost, Krabbeltiere: Das neue rote Holzhaus des Martin-Meiners- Fördervereins soll außerschulischer Lernort werden.

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Das rote Holzhaus neben dem Recyclinghof war mal ein Einfamilienhaus, jetzt ist es das neue Domizil des Martin-Meiners-Förderverein: Bettina Kramer, Hans Peter Sager, Jens Kretschmer und Alia Zentel (v.l.).

Bad Segeberg. Ein rotes Holzhaus neben dem Gelände des Wege-Zweckverbandes (WZV) in der Straße Am Wasserwerk ist das neue Domizil des Martin-Meiners-Fördervereins (MMFV), der sein Angebot für Schulklassen und Kindergartengruppen ausgeweitet hat. Mit den zusätzlichen Möglichkeiten, die Haus und Garten bieten, möchte er zu einem außerschulischen Lernort werden.

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Recycling, Kompost, Krabbeltiere: Das neue rote Holzhaus des Martin-Meiners- Fördervereins soll außerschulischer Lernort werden.

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Ein kleiner Teich mit Steintreppe ist bereits angelegt, die Kartoffeln für den nächsten Wettbewerb sind gepflanzt, dazu ein Wildkräutergarten. Auch der Komposter und eine Kompostkiste haben bereits einen Platz gefunden, in der die Würmer bei ihrer Arbeit beobachtet werden können. Es gibt Futterstellen, und den Platz hinter der Verschalung des Holzhauses haben sich Fledermäuse als Sommerquartier auserkoren.

Doch das rote Holzhaus hat noch mehr zu bieten: eine große Küche. „Auf der Deponie in Damsdorf wachsen Apfelbäume. Die Kinder sollen sehen, was man aus den Früchten alles machen kann. Um Apfelmus zu kochen oder Apfelkuchen zu backen, ist die Küche ideal“, erzählt Hans Peter Sager, Vorsitzender des Martin-Meiners-Fördervereins. Auch der Honig der Damsdorfer Bienenstöcke soll in der Küche geschleudert werden. „Was gibt es Leckereres als Honig auf frischem Brot? Das können wir in der Küche ebenfalls backen“, berichtet Bettina Kramer, die den Förderverein mit Leben füllt – gemeinsam mit Alia Zentel, die dort ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr beim MMFV ableistet.

Schon beim gemeinsamen Frühstück in der Essecke sind Kindergärten und Schulklassen dem Abfall auf der Spur. „Was sie dort in der Theorie lernen, können sie im Anschluss beim Besuch der Recyclinghöfe in die Praxis umsetzen“, erzählt Alia Zentel. Mit den Schulkindern erarbeitet sie vereinfachte Kreisläufe, die die Recyclingprozesse der verschiedenen Abfallarten erklären. „Den Weg vom Joghurtbecher zum Kleiderbügel aus Recyclingmaterial verstehen die Kinder schnell. Sie können es meistens kaum abwarten, das Granulat, aus dem neue Kunststoffteile gegossen werden, zwischen den eigenen Fingern zu spüren. Solche Gelegenheiten hat man sonst ja auch nicht“, so Bettina Kramer.

Egal, ob große oder kleine Kinder, fasziniert bleiben alle vor dem Terrarium weiterer Bewohner des Holzhauses stehen: In ihm krabbeln Gespenstschrecken herum, die eher an verwelkte Blätter als an Lebewesen erinnern und doch ein Beispiel für einen funktionierenden Kompostkreislauf sind. Ihre Leibspeise sind Brombeerblätter. Das, was sie ausscheiden, wird zu Kompost – auf dem dann wieder neue Brombeeren wachsen können.

Lehrreicher Abfallkoffer

Für Kindergärten hat der Martin-Meiners-Förderverein einen orangefarbenen Abfallkoffer angeschafft. Gefüllt ist er mit Büchern, Puzzle, Spielen, Bildmaterial zum Ausmalen und kindgerechten Informationen zu den Themen Müll, Müllvermeidung und Recycling. Ein Kurzfilm aus der „Sendung mit der Maus“, ein Playmobil-Müllauto, Kuschel-Kompostwurm „Lombi“ und Plüsch-Bakterium „Baktinchen“ runden das Angebot ab.

Bis zu vier Wochen kann der Abfallkoffer ausgeliehen werden, wovon Kindergärten und Grundschulklassen bereits regen Gebrauch machen. Angefordert werden kann er unter der Telefonnummer 04551/9091 56. pd

Petra Dreu

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