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Segeberg Abriss für Wohntürme: Aus Zwillingen werden Vierlinge
Lokales Segeberg Abriss für Wohntürme: Aus Zwillingen werden Vierlinge
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22:18 26.01.2017
Das war kurz und schmerzlos. Die dünnen Wände des Mehrfamilienhauses, das vermutlich aus den sechziger Jahren stammt, wurde von dem Bagger mühelos zum Einsturz gebracht. Auf dem Eckgrundstück am Landratspark/Theodor-Storm-Straße entstehen 48 Wohnungen.
Bad Segeberg

Die Bad Segeberger in der Südstadt staunten nicht schlecht, als gestern ein Abrissbagger der Abbruchfirma Grabowski sich wie ein Maulwurf durch den Schutt wühlte. Die Kinder der angrenzenden Theodor-Storm-Schule mochten gar nicht in den Unterricht und lieber mit großen Augen dem Zerstörungswerk zuschauen. Der Bagger schafft Platz für das neue Entree der Südstadt. Zwei Rohbauten der viergeschossigen Türme stehen schon jetzt als Stahlbeton-Skelette, jetzt sollen auch auf der anderen Seite zur Theodor-Storm-Straße hin zwei weitere, identische Türme entstehen. Aus Zwillingen werden Vierlinge. „Vater“ der „eineiigen“ Bauten ist der Bad Segeberger Architekt Eckhard Meier, der auch erst von Zwillingen ausging und dann während der Bauphase vom Investor der „Fidus6. Verwaltungs GmbH & Co. KG“ den Auftrag bekommen habe, gleich vier Türme zu bauen. Gestern wurde dafür ein altes Mietshaus aus den Sechzigern abgerissen. Das ging ratzfatz, der Bagger musste nicht viel tun, um die dünnen Wände einzureißen und „abzubeißen“.

Altes Mietshaus in Bad Segeberg wurde innerhalb weniger Stunden vom Bagger flachgelegt – Hier sollen insgesamt 48 Wohnungen entstehen.

Eckhard Meier schätzt, dass die Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 48 Wohnungen Ende des Jahres alle bezugsbereit sein werden.

Bereits Anfang Juni 2016 berichteten die LN über die Pläne des Investors. Damals war immer nur von zwei Häusern die Rede. Der Hamburger Projektentwickler Dr. Thomas Dreyer kündigte Mietwohnungen zu „erschwinglichen Preisen an“. Aus städtebaulicher Sicht habe die Stadt die Gebäude auf dem markanten Grundstück gleich zum Eingang der Südstadt an der Straße Am Landratspark befürwortet.

Viele Jahre stand hier ein wenig schmuckes Gebäude der Firma Getränke-Ducke, dann nutzte es bis zum Abriss eine Autovermietung. Der Investor erwarb im Herbst 2015 das Grundstück, riss das alte Firmengebäude ab. Jetzt muss das alte Mietshaus dran glauben. Architekt Eckhard Meier spricht von vier „Punkthäusern“ als Bereicherung für Bad Segeberg. Diese haben einen inneren „Erschließungskern“

mit Treppenhaus/Fahrstuhl und außenliegenden Wohnungen. „Man merkt, so wird Bad Segeberg architektonisch zu einer richtigen Stadt“, sagte Meier den LN.

Die exponiert stehenden Blöcke sind dreigeschossig plus Staffelgeschoss. Bauamtsleiterin Antje Langethal teilte auf LN-Nachfrage mit, dass es in der gesamten Südstadt keinen B-Plan gebe, neue Gebäude müssten sich in vorhandene Bebauung einfügen. Die Autos der Bewohner sollen unterhalb der Häuser in Kellergeschossen unterkommen, teilte Architekt Meier mit. Es geht sehr tief in den Boden: Die langen Stahlpfeiler, die in den vergangenen Wochen spektakulär in den Boden gerammt wurden, sind zur Vorbereitung der tiefen Baugrube vorgesehen. Dazwischen stützen Holzbohlen den Lehm ab. Die Pfähle werden später wieder entfernt, kündigte Meier an. Energetisch sollen die Häuser an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Noch sei unklar, ob die Wohnungen mit 50, 60 oder 75 Quadratmetern vermietet oder verkauft werden sollen. Ziel sei es, die „Vierlinge“ gleichzeitig bezugsfertig anzubieten.

 Wolfgang Glombik

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