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Segeberg Abriss oder Sanierung: Endlich Pläne für Wahlstedts Schandfleck
Lokales Segeberg Abriss oder Sanierung: Endlich Pläne für Wahlstedts Schandfleck
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20:42 18.07.2016
Aus Sicherheitsgründen abgesperrt: die Gewerbeimmobilie an der Neumünsterstraße. Das Vordach des Gebäudes, in dem einst Rewe 800 Quadratmeter Verkaufsfläche gemietet hatte, ist zum Teil eingestürzt. Quelle: Fotos: Hiltrop

Heruntergekommen wirkt der ehemalige Rewe-Markt an der Neumünsterstraße in Wahlstedt. Seit der Discounter Ende 2013 in einen schmucken Neubau vis-à-vis eingezogen ist, gammelt das alte Gebäude in exponierter Lage vor sich hin. Doch es sieht danach aus, dass sich an der unerfreulichen Situation bald etwas ändert. Nach zwei Jahren lähmenden Stillstands treiben den „Fastbesitzer“ Ulrich Bittner gleich mehrere Ideen um, was mit dem Areal passieren könnte.

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Seit der Discounter Rewe umgezogen ist, gammelt die Gewerbeimmobilie in der Neumünsterstraße vor sich hin – Eigentümerfrage vor der Klärung.

„Alles ist besser als der jetzige Zustand“, umreißt Wahlstedts Bauamtsleiter Torsten Maaß das Bild, das sich momentan bietet. Und das missfällt Bürgern, Stadtverwaltung und Politikern schon lange:

Vom Vordach heruntergestürzte Teile sind mit Flatterband abgesperrt. Unlängst wurde zusätzlich auf Anordnung der Stadt ein Bauzaun um die Bruchstelle aufgestellt, damit sich kein Passant verletzt.

Lediglich eine Spielhalle, die einen kleinen Teil des Gebäudes nutzt, wird gelegentlich frequentiert, im Keller üben Musiker. Auf den Grünflächen sprießt das Unkraut meterhoch. Eine morsche Sitzbank am Rand des Areals ist reif für den Sperrmüll und unterstreicht den desolaten Anblick. Vielleicht sind es genau solche Bilder, die Neu-Wahlstedter zu Kommentaren drängen, in denen von „einer Stadt, die sich aufgegeben hat“ die Rede ist – wie unlängst auf der Facebook-Seite der LN-Lokalredaktion zu lesen.

„Die Eigentumsfrage ist bisher nicht geklärt, aber es zeichnet sich endlich eine Lösung ab“, argumentiert Ulrich Bittner. Die widrigen Umstände, die zur jetzigen Situation geführt haben, fasst er so zusammen: Es habe Probleme mit der Bank gegeben, mit der sein verstorbenen Vater zusammengearbeitet habe. Das Geldinstitut, das zu einer ins Straucheln geratenen Luxemburger Bankengruppe gehöre, habe bei einer Überführung die rechtlichen Eigentumsverhältnisse außer Acht gelassen. Er sei der rechtmäßige Haupterbe, so Bittner. Das sei nun geklärt. „Wenn das Gebäude endlich in meinem Besitz ist, dann packen wir hier an“, verspricht der Chef der Bittner-Group aus dem hessischen Bruchköbel. „Ich kann mich soweit aus dem Fenster lehnen, dass ich sagen kann, dass sich spätestens zum Herbst dieses Jahres etwas tun wird“, so der 58-Jährige.

Es gebe mehrere Möglichkeiten. So habe eine große Tierfutterkette ihr Interesse an der Liegenschaft bekundet. Allerdings, so räumt Bitter ein, müsse das Gebäude dafür grundlegend saniert werden.

„Auch das Dach ist undicht, da muss wirklich viel dran gemacht werden. Darum schließe ich nicht aus, dass man das Ganze abreißt und etwas ganz Neues baut. Ich kann mir gut ein Mehrfamilienhaus mit ein, zwei kleinen Läden im Erdgeschoss vorstellen“, so der Ingenieur. Letzteres sein derzeit seine favorisierte Vorstellung.

Für Rewe war es seinerzeit ein harter Kampf, bis die Politik den Neubauplänen zustimmte. Die Auffahrt liegt direkt an einer Bushaltestelle, die von Schülern stark frequentiert wird. So gab es Sicherheitsbedenken. Die Sorgen um langen Leerstand der alten Immobilie waren seinerzeit ein weiteres Argument gegen die Umsiedlungspläne. Dieses wurde zwar zerstreut, das Gelände erinnert jedoch seither tatsächlich an den ehemaligen Coop-Markt an der Waldstraße, der erst nach Jahren abgerissen wurde. Ulrich Bittner wird sich jetzt an seinen eigenen Worten messen lassen müssen.

Heike Hiltrop

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