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Segeberg Abschied mit Schokolade: Der Pop-Kantor sagt Tschüss
Lokales Segeberg Abschied mit Schokolade: Der Pop-Kantor sagt Tschüss
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20:31 29.03.2016

Im Mittelpunkt zu stehen, das ist so rein gar nicht im Sinne von Jan Simowitsch, dessen Lieblingsplatz halb verdeckt hinter dem Klavier ist. Am Ostermontag aber stand er nicht nur im Mittelpunkt, sondern musste zudem stehende Ovationen über sich „ergehen“ lassen. Wegbegleiter aus der Kirchengemeinde und Jugendliche, die er zur Musik geführt hat, dankten dem neuen Bildungsreferenten für Popularmusik in der Nordkirche mit einem emotionalen Verabschiedungsgottesdienst.

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Viele Jugendliche hat Jan Simowitsch in den zwölf Jahren zur Musik geführt. Ein Teil von ihnen beteiligte sich am Abschiedsgottesdienst.

Zwölf Jahre ist es her, dass der junge Musiker aus Rostock seinen Dienst in Bad Segeberg antrat, um der Kirchenmusik ein neues Gesicht zu geben. Damals redeten noch nicht viele von Popularmusik, heute ist sie aus der Kirchenmusik nicht mehr wegzudenken. Seine Bewerbung hat die Kirchengemeinderatsvorsitzende Dr. Kirsten Geißler noch gut in Erinnerung. Auf den ersten Blick habe Jan Simowitsch rein gar nicht zur Stellenbeschreibung gepasst. „Du hattest in Rostock Musik studiert, warst im Orgelspiel völlig unbedarft und noch nicht einmal in der Kirche. Bei deinem Einführungsgottesdienst musstest du erst noch getauft werden“, erinnerte die Vorsitzende des Kirchengemeinderates.

Dann jedoch sei es Simowitsch gelungen, sich in die Herzen der Gemeindemitglieder zu spielen. Ob bei Gottesdiensten oder besonderen Aufführungen wie zuletzt „Die letzte Flut“, der Kirchenmusiker sei immer seinem Credo gefolgt: Geht nicht, gibt‘s nicht. „Dir ist es gelungen, die jugendlichen Sänger zu fordern und zu fördern. ,Mountain Soul Unit‘ hast du zu bekannter Größe aufgebaut“, so Kirsten Geißler, die zudem die Zusammenarbeit von Simowitsch mit Johannes Hoffmann hervorhob. Sie und die Mitarbeiter des Kirchenbüros gaben Jan Simowitsch nicht nur eine Freikarte für alle kirchenmusikalischen Veranstaltungen mit auf den Weg, sondern auch einen Korb voller Schokolade.

„Vor ihm war keine Tafel Schokolade sicher. Selbst die Reste vom Weihnachtsteller fanden in Jan Simowitsch immer einen dankbaren Abnehmer“, sagte die Vorsitzende mit einem Augenzwinkern.

Vor zwölf Jahren sei die Segeberger Kirchengemeinde Vorreiterin gewesen, denn kirchliche Popularmusik habe es zu jenem Zeitpunkt eigentlich nicht gegeben, sagte Propst Daniel Havemann. „Du hast es geschafft, Menschen Lust auf Musik und Kirche zu machen. Gemeinsam habt ihr Kirche verändert“, so der Propst. Dabei habe Jan Simowitsch immer wieder neue Orte aufgesucht. Dass der Kirchenmusiker außergewöhnliche Orte bevorzuge, habe Havemann selbst erleben dürfen: „Wir haben uns in Rostock in einer Bar getroffen. Was er mir vorher nicht gesagt hatte, war, dass es sich dabei um eine Schwulen- und-Lesben-Bar handelt.“

„Ich habe dein Klavierspiel bewundert. Vom ersten Ton an hat man eintauchen können. Das ist eine ganz besondere Gabe, die mich fasziniert hat“, lobte auch Kirchenmusiker Andreas Maurer-Büntjen neidlos. Die Gemeinde habe ihm viel zu verdanken, besonders in der Jugendarbeit. „Deine Musik war prägend. Ich verabschiede dich nur ungern, denn deine Lücke kann ich nicht füllen“, sagte der Kirchenmusiker bei der Verabschiedung seines Kollegen.

Ganz wird Jan Simowitsch Bad Segeberg nicht den Rücken kehren: Gemeinsam mit seiner Frau Solveig, seinem Sohn Forde (12) und Tochter Frida (9) wird er in der Kalkbergstadt wohnen bleiben. Sein neuer Arbeitsplatz bei der Nordkirche wird aber in Hamburg sein.

Das ist die neue Kirchenmusikerin

Seit vergangenem Mittwoch gibt es eine Nachfolgerin für Jan Simowitsch: Der Kirchengemeinderat entschied sich für Anna Stauder (41), bislang nebenamtliche Kirchenmusikerin in der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Stuvenborn-Seth-Sievershütten. Neben dem Kinderchor leitet sie dort den Gospelchor „come2light“ seit seiner Gründung im Jahr 2002.

Anna Stauder ist C-Kirchenmusikerin für Jazz, Rock und Pop. Ihren Dienst in Bad Segeberg wird sie am 1. Juli antreten. Am gleichen Tag findet ihr Einführungsgottesdienst ab 19.05 Uhr in der Versöhnerkirche statt. pd

Von Petra Dreu

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