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Abschied nach 28 Jahren vom DRK

Pronstorf Abschied nach 28 Jahren vom DRK

Jürgen Dost nimmt nach fast drei Jahrzehnten seinen Hut in Pronstorf. Zu seiner Nachfolgerin wurde Bettina Albert gewählt.

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Blumen zum Abschied: Nach 28 Jahren an der Spitze des Pronstorfer DRK-Ortsvereins gab Jürgen Dost sein Amt auf. Die stellvertretende Vorsitzende Ursula Frank ist seit der gleichen Zeit im Amt.

Quelle: Dreu

Pronstorf. Er hat keine einzige Vorstandssitzung verpasst, auch ließ er es sich nicht nehmen, selbst von Haus zu Haus zu gehen, um für den DRK-Ortsverein zu sammeln. Er sorgte dafür, dass die Kleidersammlung trotz Schwierigkeiten durchgeführt werden konnte und die Anzahl der Blutspendeaktionen erhöhte er kurzerhand von zwei auf fünf Termine im Jahr. 28 Jahre war Jürgen Dost das Gesicht des Pronstorfer DRK-Ortsvereins. Am Mittwoch hing er im Beisein vieler Weggefährten seinen Vorsitz an den Nagel und machte den Weg frei für Bettina Albert, die einstimmig zur Nachfolgerin gewählt wurde.

LN-Bild

Jürgen Dost nimmt nach fast drei Jahrzehnten seinen Hut in Pronstorf. Zu seiner Nachfolgerin wurde Bettina Albert gewählt.

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„Bei den Spenden mussten wir sie auch oft bremsen, weil wir nicht genug Geld in der Kasse hatten.“ Ursula Frank, stellvertretende Vorsitzende

„Sie waren immer bereit. Bei den Spenden mussten wir sie aber auch oft bremsen, weil wir nicht genug Geld in der Kasse hatten“, verriet Ursula Frank, die ebenfalls 28 Jahre im Amt ist und immer die Frau hinter Jürgen Dost war. „Zum Zuge kam ich aber nie, weil sie nie gefehlt haben“, bedauerte sie. Manchmal aber hatte sie auch Mitleid mit dem Chef des DRK-Ortsvereins. „Sie haben es nicht immer leicht gehabt mit den vielen Damen. Aber umgekehrt haben wir es auch nicht immer leicht gehabt mit ihnen“, erzählte Ursula Frank, die auch die Schwächen des langjährigen Vorsitzenden verriet:

Zwiebelwurst.

Denn davon gab es reichlich in den Fresskörben, die Jürgen Dost mit auf den Weg gegeben wurden. Der DRK-Ortsverein hatte einen gepackt und auch die Gemeinde hatte mit einer Wegzehrung ihren Dank an den rührigen Goldenbeker ausgedrückt, der nicht nur beim DRK die Fäden in der Hand hatte, sondern auch beim Bürgerbus-Verein. Auch die Treffen der Feuerwehr Goldenbek hat sich Jürgen Dost als Mitglied der Ehrenabteilung nicht entgehen lassen.

In seiner Amtszeit gab es auch ungewöhnliche Fälle: So hatte das DRK zwei Hausbesitzer vor der Versteigerung ihrer Häuser bewahrt und auch bei der Versorgung von Asylbewerbern waren Dost und sein Team früh dabei. „Wir waren Leute der ersten Stunde. 1988 haben wir die ersten Asylbewerber betreut“, erzählte der scheidende Vorsitzende. Gestern stand der Möbelwagen vor dem Haus von Jürgen Dost in Goldenbek, um sein gesamtes Hab und Gut einzupacken. Nach vielen Jahrzehnten am gleichen Ort in der Nähe der Schule Goldenbek will Jürgen Dost seinen Lebensabend in Bosau verbringen. Siegfried Prante, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Segeberg dankte ihm mit einer DRK-Gedenkmünze.

Die Wahl von Pronstorfs Bürgermeistern Bettina Albert zur neuen Vorsitzenden war ein Selbstgänger. Sie tritt in einer schwierigen Zeit in die Fußstapfen von Jürgen Dost. Ursula Frank erklärte, warum das so ist: „Dass der Pflegedienst den Ostkreis nicht mehr versorgt, macht uns zu schaffen. Wir hatten fünf junge Frauen aus Westerrade, die bei uns mitmachen wollten. Nach Gesprächen mit den Dorfbewohnern kommen sie nicht mehr. Die Leute sind einfach sauer und das zu Recht.“

Ambulante Pflege im Ostkreis: DRK gesteht Fehler ein

Als sich das DRK im vergangenen Jahr mit seinem ambulanten Pflegedienst aus dem Osten des Kreises Segeberg verabschiedet hatte, schlugen die Wellen hoch.

Innerhalb von 14 Tagen mussten sich Pflegebedürftige einen anderen Pflegedienst suchen. Das war jedoch für viele alles andere als leicht, denn eine Versorgung im ländlichen Raum mit weiten Anfahrtswegen ist für keinen Pflegedienst die erste Wahl. Entsprechend groß war die Kritik, die sich der DRK-Kreisverbandsvorsitzende Siegfried Prante bei der Verabschiedung von Jürgen Dost gefallen lassen musste.

„Die Leute sind unzufrieden. In der ganzen Welt ist das DRK tätig. Dass hier in einem so starken Ortsverband die alten Leute nicht versorgt werden können, ist traurig“, Fritz Kock aus Geschendorf fasste in Worte, was viele der Anwesenden denken. Der gleichen Meinung war auch Ina Wulff-Priebe, Kassiererin des Ortsvereins: „Dass ein kleiner Teil der Senioren auf der Strecke bleibt, ist schlimm.“

Fehler räumte Siegfried Prante ein. Die Informationen seien nicht rechtzeitig geflossen, auch sei vieles nicht richtig rübergekommen. Aber alle Pflegebedürftigen seien persönlich informiert worden.

Bei allen sei die reguläre Kündigungsfrist eingehalten worden. Im Notfall hätte das DRK auch über die Kündigungsfrist hinaus gepflegt, wenn kein anderer Pflegedienst zur Stelle gewesen wäre.

Grund für den Rückzug aus dem Ostkreis sei aber nicht die ungenügende Wirtschaftlichkeit gewesen. „Wenn das der Grund gewesen wäre, hätten wir den Pflegedienst im Ostkreis bereits vor zehn Jahren einstellen müssen“, so Prante. Ausschlaggebend sei vielmehr die Personalsituation gewesen. Zwei Pflegekräfte seien in Rente gegangen. Es sei dem DRK nicht gelungen, Ersatz zu finden. Siegfried Prante: „Wir haben alles versucht, aber wir haben einfach kein Fachpersonal gefunden. Die weiten Wege will niemand fahren. Dennoch, wir hätten diese Entscheidung anders kommunizieren müssen.“

pd

Von Petra Dreu

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