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Abstand durch einen Handballenschlag

Pronstorf/Goldenbek Abstand durch einen Handballenschlag

In der Grundschule Goldenbek zeigten Polizeibeamte den Kindern, wie sie sich selbst behaupten und im Notfall auch wehren können.

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Sich in einer gefährlichen Situation wehren zu können, will geübt sein: Polizeihauptmeisterin Iris Zahn zeigt dem zehnjährigen Grundschüler Daniel, wie ihm ein Handballenschlag dabei helfen kann.

Quelle: Fotos: Petra Dreu

Pronstorf. Sie wollen Kinder stark machen, ihr Selbstbewusstsein fördern und ihnen zeigen, wie sie sich aus einer brenzligen Situation selbst befreien können:

LN-Bild

In der Grundschule Goldenbek zeigten Polizeibeamte den Kindern, wie sie sich selbst behaupten und im Notfall auch wehren können.

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„Auch kleine Kinder müssen sich selbst behaupten können.“ Iris Zahn, Polizeihauptmeisterin

Bereits zum vierten Mal statteten Beamte der Bundespolizei der Grundschule Goldenbek einen Besuch ab. Im Gepäck hatten sie nicht nur Schlagpolster und einen Vollschutzanzug, sondern auch „Tony“, ein lebensgroßes Plüsch-Maskottchen, in dem Marcel Hilgendorf schwitzend zum Star bei den Grundschülern wurde.

„Auch kleine Kinder müssen sich selbst behaupten können“, erklärt Polizeihauptmeisterin Iris Zahn aus Westerrade. Gemeinsam mit ihrer Kollegin, Polizeiobermeisterin Ivonne Laage, macht sie ihren ganz normalen Dienst bei der Bundespolizei. Einmal im Jahr aber sind sie im Präventionseinsatz und besuchen eine Vorschule und eine Grundschule. Dann zeigen sie den angehenden Schulkindern, was zu tun ist, wenn sie beispielsweise ein Fremder dazu bewegen will, ins Auto zu steigen. Sie schärfen das Gefühl für brenzlige Situationen, und für den Fall, dass ein Erwachsener ein Kind festhalten will, zeigen sie Tricks, wie sich sogar ein Grundschüler aus einer solchen Gefahr befreien kann.

„In den ersten und zweiten Klassen stärken wir das Selbstbewusstsein der Kinder. Sie sollen wissen, das ihr ,Nein‘ Gewicht hat und auch von Erwachsenen respektiert werden muss“, erzählt Iris Zahn.

Bei den dritten und vierten Klassen dagegen werden die Kinder dafür sensibilisiert, auf ihr Bauchgefühl zu hören. „Wenn mir das signalisiert, die Situation, in der ich mich befinde, ist nicht gut, und wenn die Distanzschwelle bereits unterschritten ist, sollten größere Kinder dazu in der Lage sein, sich selbst zu befreien“, so die Polizeibeamtin weiter.

Ein ganzes Arsenal an Schlagpolstern und einen Vollschutzanzug hatten die Polizeibeamtinnen für ihre dreitägige Unterweisung an der Grundschule Goldenbek mitgebracht. Daran konnten die Kinder üben, Handballenschläge und Fußtritte gezielt und wirkungsvoll zu platzieren. Ist die Distanzschwelle bereits unterschritten, können selbst Grundschüler mit einem Handballenschlag für Abstand sorgen. Ein Fußstoß hilft dabei, die Distanz so weit zu vergrößern, dass sie weglaufen und Hilfe holen können. Aber auch die Stärkung des Teamgeistes, den jede Klasse haben sollte, haben sich die Beamtinnen der Bundespolizei auf die Fahne geschrieben.

Wie lange die Polizistinnen ihre Präventionsaufgaben noch wahrnehmen können, ist aber ungewiss. Grund dafür seien die vielen Neueinstellungen bei der Bundespolizei, bei deren Ausbildung ebenfalls Polizeibeamte gefragt sind. Schulleiterin Gabriele Marzotko hofft, noch lange auf die Präventionsarbeit der Polizei setzen zu können: „Unsere Schüler sollen dazu in der Lage sein, Konflikte selbst zu lösen. Das ist Teil unseres Erziehungskonzeptes.“

Von Petra Dreu

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