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Absturz wegen Trudelflug und Abbruch der Tragfläche

Wahlstedt/Bad_Münder Absturz wegen Trudelflug und Abbruch der Tragfläche

Ermittlungen nach tödlichem Unfall von Ulrich S. abgeschlossen.

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Das Kleinflugzeug wurde bei dem Absturz am 2. Mai 2015 bei Bad Münder im Weserbergland völlig zerstört. *FOTOS: STRATENSCHULTE/DPA; FOTOLIA

Bad Segeberg. Fast zwei Jahre nach dem Absturz des Segelflugzeugs, in dem der langjährige Vorsitzende des Luftsportvereins Kreis Segeberg, Ulrich S., ums Leben kam, hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) die Ermittlungen abgeschlossen. Aus dem jetzt veröffentlichten Untersuchungsbericht geht hervor, dass das Flugzeug in 1200 Meter Höhe über dem Weserbergland in einen trudelartigen Zustand geriet und sich dann Teile der Tragfläche lösten. Außerdem verlor das Flugzeug Ballastwasser – der Nimbus 3 war für Ulrich S.

LN-Bild

Ermittlungen nach tödlichem Unfall von Ulrich S. abgeschlossen.

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somit nicht mehr fliegbar. Alles deutet auf eine Verkettung unglücklicher Umstände hin.

Das Unglück am 2. Mai 2015 hat die BFU wie folgt rekonstruiert: S. startete um 11.27 Uhr in Wahlstedt im Flugzeug-Schlepp zu seinem Überlandflug. Um 15.17 Uhr wurde das Segelflugzeug von anderen Segelflugpiloten bei Bad Münder (Niedersachsen) gesehen. Die Zeugen seien durch eine ungewöhnlich steil nach oben gerichtete Fluglage des Nimbus auf das Flugzeug aufmerksam geworden. Dann kippte der Flieger über eine Tragfläche ab und ging in eine steil nach unten gerichtete spiralförmige Flugbahn über. „Nach einigen Umdrehungen löste sich ein Teil der Tragfläche von dem Segelflugzeug und die Zeugen sahen, wie Ballastwasser aus dem Tragflächenrest floss“, heißt es in dem Untersuchungsbericht. Zeugen am Boden berichteten zudem von einem Knall, als sich ein Teil der Tragfläche vom Nimbus löste. Aufgrund von Zeugenaussagen wurde zunächst eine Kollision zweier Flugzeuge vermutet und eine Suchaktion durch Polizei und Feuerwehr ausgelöst, die allerdings schnell eingestellt wurde.

Flugzeuge können nach einem plötzlichen Strömungsabriss ins Trudeln geraten. Für solch einen Fall gebe es für Piloten Standardmethoden, um das Trudeln auszuleiten, sagte ein BFU-Sprecher. Allerdings benötigt der Pilot dazu ein funktionierendes Flugzeug. Beim Nimbus von Ulrich S. war das durch den teilweisen Abbruch der Tragflächen nicht mehr gegeben. Der Druck, der auf den Tragflächen lastete, war anscheinend zu hoch und zerstörte diese. Ein technischer Defekt kann nach LN-Informationen aber weitgehend ausgeschlossen werden.

Einige Fragen bleiben allerdings auch nach Abschluss der Untersuchung offen. Ob organische Ursachen für eine eingeschränkte Handlungsfähigkeit des Piloten sorgten, konnte bei der Obduktion nicht geklärt werden. Mehrere Flugaufzeichnungsgeräte, die sich an Bord befunden haben sollen, wurden nicht gefunden. Schwer beschädigte Datenträger konnten außerdem nicht ausgelesen werden. Eine ergänzende chemisch-toxikologische Untersuchung erbrachte zumindest keine Hinweise darauf, dass der Pilot zum Todeszeitpunkt unter der Wirkung von Drogen, Medikamenten oder Alkohol stand.

Fest steht auch: Ulrich S. war unglaublich erfahren. Der 67-jährige Pilot war seit 1982 im Besitz einer Lizenz für Segelflugzeugführer. Bis 2013 war er Vorsitzender des Luftsportvereins Kreis Segeberg in Wahlstedt. Er war in seiner Pilotenlaufbahn über 5000 Stunden bei 2655 Starts mit Segelfliegern in der Luft. Über 660 Stunden lang flog er mit motorisierten Flugzeugen. Allein in den letzten 90 Tagen vor dem tödlichen Unfall hatte er fast 40 Stunden bei sechs Starts im Segelflug absolviert. Auch das Wetter war am Unglückstag gut: Nur wenige Wolken waren am Himmel, es wehte ein schwacher Wind. Die Sicht: mehr als zehn Kilometer. Das Flugzeug, Baujahr 1983, wurde rund sechs Monate vor dem Unglück auf seine Lufttüchtigkeit überprüft.

Die BFU

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat nach eigenen Angaben die Aufgabe, Unfälle und schwere Störungen beim Betrieb von Luftfahrzeugen in Deutschland zu untersuchen und deren Ursachen zu ermitteln. Die Untersuchung dient dabei nicht der Feststellung des Verschuldens, der Haftung oder von Ansprüchen, sondern alleiniges Ziel der Untersuchung ist die Verhütung künftiger Unfälle und Störungen.

Jan Wulf

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