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Ärger mit der Stadt um neu angelegten Parkplatz

Bad Segeberg Ärger mit der Stadt um neu angelegten Parkplatz

Der Ärger um die Lornsenstraße in Bad Segeberg hört nicht auf. Nachdem die Anlieger für den Ausbau ihrer Straße mit landesweit rekordverdächtigen Ausbaubeiträgen seitens der Stadt überzogen wurden, scheint es ausgerechnet hier auch noch Fehlplanungen zu geben.

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Da, wo jetzt noch Betonteile lagern, würden Autos bis dicht heran am Ellenberg-Grundstück parken.

Bad Segeberg. So sieht es jedenfalls die empörte Anliegerin Sandra Ellenberg. Nicht nur, dass sie für den Straßenausbau mit ihrer Familie einen Betrag von fast 16 000 Euro bezahlen muss – jetzt hat sie auch bemerkt, dass sie trotz dieser auferlegten hohen Summe durch den Umbau der Straße zur verkehrsberuhigten Zone auch noch extrem benachteiligt wird.

LN-Bild

Verwaltung räumt Fehler ein. LN mussten bei Parkplatz-Posse in der Lornsenstraße selbst zum Zollstock greifen.

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Parkplatz dicht

Bis vor wenigen Tagen durften die Anwohner der Lornsenstraße noch auf dem nahen Karl-May-Parkplatz an der Oldesloer Straße parken. Ihre Straße konnte wegen der langwierigen Bauarbeiten nicht befahren werden. Jetzt ist Schluss mit dieser Hilfe. Die Kalkberg GmbH hat den Parkplatz abgeriegelt.

Wenn sie zum Beispiel den Eingang ihres Einfamilienhausgrundstücks erreichen will, muss sie sich zwischen parkenden Autos durchschlängeln oder über einen schmalen Pfad von nicht einmal 70 Zentimetern Breite vorantasten. Denn direkt vor ihrem Grundstückszugang ließ die Stadt öffentliche Parkplätze bauen, und zwar so dicht am Eingang, dass Sandra Ellenberg befürchtet, kaum noch ihre Mülltonnen ohne Lackschäden an Autos von ihrem Grundstück wuchten zu können. „Wenn Fahrzeuge auf den vorgegebenen Parkplätzen stehen, kann ich hier nicht einmal mehr mit einer Schubkarre durchfahren. Das ist doch völlig falsch geplant.“ Auch lasse sich ihr Grundstück gar nicht mit Rollstuhl oder im Notfall mit einer Trage des Rettungsdienstes erreichen. „Die Stadt hat mit ihrer Planung dafür gesorgt, dass unser Eingang zugeparkt werden kann.“

Dabei habe es Chancen gegeben, den Schildbürgerstreich noch kurz vorher zu verhindern: Die Bauarbeiter selbst hätten sich über diese Posse gewundert und meldeten den Planungsfehler ihrem Chef. So wurde es Sandra Ellenberg berichtet. Doch die Praktiker von der Baustelle seien bei der Stadt mit ihrem Einwand abgeblitzt. „Weiterbauen“ sei das Kommando aus dem Rathaus gewesen, berichtet Ellenberg. Empört ist sie auch darüber, dass sie trotz mehrfacher Anfragen und Beschwerden im Rathaus kein Gehör von der Verwaltung bekommen habe. Ein Rückruf habe es nicht gegeben. Sie vermutet Schikane dahinter. Nur weil sie vor einem Jahr den Mund gegen die extrem hohen Anliegerbeiträge aufgemacht habe, werde ihrer Familie jetzt übel mitgespielt. „Das ist hier die Rache der Stadt“, vermutet sie.

Sachgebietsleiter Robin-Arne Otten weist derartige Vorwürfe auf Anfrage der Lübecker Nachrichten scharf zurück. „Es gibt keine Absicht, hier irgendjemanden zu diskriminieren oder zu drangsalieren.

Aus unserer Sicht wird der Zugang zum Grundstück hier nicht behindert.“ Die Zuwegung zur Hausnummer 27 sei „breit genug“. Otten habe sich die Szene vor Ort angesehen. „Da sind anderthalb Meter Platz bis zu den Parkflächen.“ Die Lübecker Nachrichten wunderten sich und maßen das vorgestern mit dem Zollstock nach. Der Abstand zur dunklen Parkplatzfläche auf der Lornsenstraße bis hin zur Grundstücksgrenze der Ellenbergs beträgt unter 70 Zentimeter und nicht anderthalb Meter, wie behauptet.

Mit den Messergebnissen der LN konfrontiert, nahm auch Robin Arne Otten den Zollstock zur Hand. Er teilte danach per E-Mail mit, das er nun vor Ort feststellen musste, dass „die Baufirma“ tatsächlich zu wenig Abstand gehalten habe. „Nach Rücksprache mit dem Ingenieurbüro wird die Lage der Stellplätze noch verändert, sodass zwischen der Grundstücksgrenze und den Stellplätzen ein Abstand von 1,40 bis 1,50 Metern bleibt. Das sollte reichen, damit die Grundstücke fußläufig gut erreichbar sind.“ Ergo: Nachmessen lohnt sich also immer, wenn die Stadt plant. Die Anliegerin hatte mit ihrem Protest recht. Nun müssen die Bauarbeiter noch mal ran. . .

 Wolfgang Glombik

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